Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 73 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4864325-6029093-6074395--2219-4866314- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
i in Verbindung zu setzen, trat oft an uns heran, ebenso mußten wir verschiedentlich mit früheren Geschattsprinzipaten, Hauswirten und Liefefanten in Unterhandlungen treten. Sd wird unsere Arbeit außerordentlich vielgestaltig. Wir hoffen dadurch zunächst zu erreichen, daß wir möglichst unabhängige, selbständig erwerbsfähige Menschen schaffen, die nicht auf die jüdische Wohltätigkeit | angewiesen sein sollen, unserem Prinzip getreu: „Arbeit s'att Almosen." — Djnn aber handelt es sich für] uns darum, daß unsere Schutzbefohlenen durch Verringerung der Ausgaben eine Vermehrung ■ ihrer Einnahmen erzielen, d. h. daß-'wir die Lebenshaltung der Hinterbliebenen durch zweckmäßige Verwendung der Einkünfte heben. Durch den Tod des Ernährers pflegt die Familie vor so bedeutende Anpassungsaufgaben gestellt feu werden, daß sie dieselben ohne fremden Beistanc schwer zu lösen vermag. — Darum müssen wir, die wir Hilfe bringen wollen, uns auch anpassen und die Lage und die Gewohnheiten des einzelnen berücksichtigen lernen. Es wäre zuviel verlangt, wenn wir sofort das zu erreichen verlangen, was uns im Laufe der Zeit durch freundlichen Zuspruch häutig gelingen ist, denn wir dürfen nicht vergessen, daß es n vielen Fällen noch alte Vorurteile zu überwinden gilt. Nur mit nie versagender Geduld können wir uns:r Ziel bei diesen Schwergeprüften erreichen. Die Arteit in der Hinterbliebenen-Fürsorge mit ihren diskreten Fällen und in der Invaliden-Fürsorge wird für lange Zeit die schwierigste Aufgabe der Kriegslü.-sorge bleiben; eine Arbeit, die sich in der Zukunft immer mehr entwickeln muß.---Aber dieser Krieg bedeute für uns alle Arbeit. Er bedeutet vermehrte Alllagsa beit und eine bis. zum. höchsten Grade' gesteigerte Arbeits verantw jrtlichkeit des einzelnen. Bisher^ haben wir,uns diesen Aufgaben gewachsen gezeigt. Möge es uns gelingen, auch andere Schwestern-Vereine vielleicht in Zusammenarbeit mit den Brüdern für diesen schwersten^ aber auch dankbarsten Teil der Kriegsarbeit zu interessieren. ■ Ich betone nochmals, nicht abgesondert von der lokalen Kriegsfürsorge darf diese Fürsorge in die Wege geleitet werden. Nur im Einverständnis und in der Zusammenarbeit mit den städtischen Fürsorge- Aemtern für Kriegshinterbliebene und Kriegsbeschädigte oder mit schon bestehenden Beratungsstellen kann eine erfolgreiche Arbeit geleistet werden zum Wohle für den einzelnen, zum Besten ganze jüdische Gemeinfür unsere schaff. Die Un Bedeutung Für das neue * :r dem Eindruck der! so außerordentlich erfolgreich verlaufenen Herliner-frauenkonferenz zum" Studium der Sittlichkeitsfraje* ist auf Anregung de- Vorsitz; nden des Deutschen Gustel er Alkoholfrage Deutschland. von Blücher, von Frauenbewegung (Mari e Stritt, Katharina Julie Sa 1 nger, Rosa Voigf, i e i d von W e I c : e k) beschlossen werden, und 23. Juni d. J. einej F r a u e n k o n f e r en S-c h e y e n, Adel am 22, zum Studium derAI den zu veranstalten. Die L'eberzeugung, düß am Herzen liegenden Sittliclike tsprooheme u n t renn bar mit der Alkoholfrage Bunde» abjtinenter Frauen einigen Führerinnen def oh o I frag e i n Dre die Lösung der uns allen verknüpft ist, dü'fte eine sozialen Aufgaben an dje Gesetzgeber Veranstalter der verzögert werden dürfe i. symptomatisch so bedeulegszeit vom volksgesunichen, vo|k?eTzieherisch*n gründliche Behandlung dieses wichtigen Sonderg:- bietes wohl gerechtfertigt erscheinen lassen, zumal es sich um gesetzliche Forderungen und soziale Ma i nahmen,handelt, die nicht Es'ist beabsichtigt, die samen Erfahrungen der K heitlichen, Volkswirtschaft! und vblkssittlichen Standpunkt so rückhaltlos urid gründlich zu erörtern, wie es gegenwärtig nur in geschlossenem Krei >e | vor geläde ren Gästen möglich ist. Gleichzeitig < all üb. er die uns Frauen aus d« senden rüngen Die m Gebiete der A'l oholbekämpfung erwach und ii»sr. unsere Fordeeingebend beraten werc Konferenz halten es für dringend geboten, die Allgemeinheit der Frauen mehr als bisher über die liefeiiMchneidende Wirkung des Alkohelaberglaubens und per herkömmlichen Trinkanschauungen auf die öffentlichen Zus'ände zu unterrichten, um sie zu geschlossenen Vorgehen gegen den Zerstörer des Fatniliefiglücks, der Volksgesundheit und Volkssittlichkeit zi* gewinnen, in Sonderheit aber die Erziehung der kommenden Geschlechter in neue Bahnen lenken zu helfen. Es wird daher das rege Interesse aller zur Mi arbeit berufenen Frauen vorausgesetzt, und wir hoffen auf eine starke Beteiligung seitens derjenigen Frauen aller Släade und aus allen Teilen des Reiches, denen es Ernst ist mit den Bestrebungen zur sittlichen Hebung Unsens Volkes. Die Teilnehmerkarte kostet 3 Mark (und 5 Pfg. Bestellgeld). Etwaige Anfragen u. Bestellungen sind an die Vorsitzende des Dresdner Arbeitsausschusses» — 73 —