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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. Seite 71

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1917-05-01
Page
Seite 71 (sequence 11)
Language
German
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gebigkeit unserer Brüder reichlich zuflössen. Daneben ruhte auch unsere gewohnte Wohlfahrtspflege nicht. Wir beschenkten die armen Kinder in unserer Gemeinde zu Chanukka und setzten die Anzahl der v«n uns bescherten Kinder nicht herab, obwohl die Preise für Kleidang und Schuhzeug enorm gestiegen waren. Unser Jugendhort, der im ersten Kriegsjahre seine Tätigkeit' einstellen mußt*, da die städtisphen Behörden uns keinen Schulraum zur Verfügung stellen kennten, entfal'et seit dem Herbt 1915 wieder seine in diesen Zeiten doppelt segensreiche Tätigkeit. V« In allerjüngster Zeit habe« wir es unternommen im Verein mit den hier bestehenden jüdischen Wohl tätigkeitsvereinen, jüdische Kinder, die infolge der Verpflegungsschwierigkeitcn Mangel leidin, auf dem Lande unterzubringen. Durch den Tod verloren wir vier Brüder, und in der letzten Woche ist einer un serer I Brüder, Dr. Josef Lehmann, vor dem Feinde gefallen. Wenige Tage vorher;Wär er zum' Leutnanl beför dert worden. Möge unserem deutschen Vaterlande und allen unseren Brüdern bald ein; friedliche Zeit anbrechen in den zwei Jahren sunien der Ü.Ö.B.B* Losen." der Redaktion der Monatsberichte der Grtsslog»; Aus dem verbände der Frauenverein. Artikel und Bericht» aus dem Verbände stehen unter Verantwortung der Redaktion der Manuskripte für Einsendungen, die unter dieser Rubrik erscheinen sollen, werden jidoch zuvor an die Adresse. von Frau Julie Salinger. Oresten-A ßapelsbergerstr. 20. erbeten - füdische Hinterbliebenen- Voii ■ Martha S c h I e s j n Wenn draußen im Felde der Soldat seine Gesundheit'und sein Leben einsetzt für das Gedeihen und dje Sicherheit seiner Heimat, so hat er wohl einen berechtigten Anspruch darauf, daü die Daheimgebliebenen ihm die Sorge um seine Familie abnehmen. Nur dann ist von ihm zu verlangen, daß er ruhig in sich selbstverständlich und gerne ausharrt, auch d e ihm übertragenen schweren Pflichten gewissenhaft zum Wohle für sein Vaterland bis zum letzten Atemzuge erfüllt.— Wenn dann seine letzten Gedanken bei seinen Lieben in dir Heimat weilen, so sollen keine bangen Sorgen ihn bedrücken, was aus der Frau und den kleinen Kindern, was aus den alten, unterstützungsbedürftigen Eltern und Geschwistern werden soll, wenn er nun nicht mehr für sie sorgen, für sie arbeiten kann. Es ist nicht nur ein Recht, sondern vielmehr eine heilige soziale Pflicht, die der Gesamtheit zufällt, die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer und auch im weiteren Sinne für die Kriegsbeschädigten zu übernahmen.. In erster Linie wird es Sache des Staates sein, in großen allgemeinen Zügen, durch eine auskömmliche Rente: für die Sicherstellung der Hinterbliebenen einzutreten. Er wird es sich auch angelegen sein lassen, durch ein abschließendes Heilverfahren bestmöglichst für die Wiederherstellung und Erwerbsfähigkeit der Kriegsbeschädigten zu sorgen. Bis ciese aber erlangt ist, muß aushelfend notwendiger Weise eine ausreichende Rente eintreten und Fürsorge Mf und Invalidenger, Frankfurt i Main. mit diesen Reotehverabfo gungen und Rentenbewilli gungen stehen zu gleicher Zeit zahlreiche Aufgaben in engstem Zusa-nmenharge, die niemals vom Staat«: .gelöst werden können, sondern stejs Aufgabe der pri vaten Fürsorge bleiben müssen. Die reichen Erfahrungen, die sich einige Mitglieder der Frauen-Vereinigung der Frankfurt-Loge in ihrer allgemeinen Kriegsarbeit erworben hatten, führten dazu, dieses Arbeitsgebiet in der Frauen-Vereinigung anzuregen. Von dort ausgehend und unter ihrer Leitung bildete sich am 2 mission für 1. November 1915 eine KamjjüJisehe Hinterbliebene und Kriegsbeschädigte, in welcher der Almosenkasten und alle größjeren jüdischen Frauenvereine durch Delegierte vertreten sind. Sie arbeitet unter der Vereinigung jüdischer Wohlfahrtseinricntungen 1914, Abteilung Familienhilfe. | Es ist ganz selbstverständlich, daß'diese umfassenden Aufgaben nurJLdann 'erfolgreich gelöst werden köniien, wenn sie in engstem Zusammenhang mit der .Arbeit des städtischen Fürsorge-Amtes für Kriegshinterbliebene und Kriegsbeschädigte gebracht - wenen. ' Es muß ein ständiger Ausiauich der Ermittlungen stattfinden, es müssen alle staatlichen, städtischen und privaten Mittel, die zu dieser^ Z veck zur Verfügung gestellt werden, auch für unsere jüdischen Kriegerwitwen und Waisen, Eltern und Geschwister in vollem Umfange in Anspruch genommen werden. Während das städtische Fürsorge-Amt für Hinterbl — 71 —

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