Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
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sung, wie das Explosivgeschoß in seiner Hülle, und mit Genugtuung können wir feststellen, viele unserer Geschosse waren Volltreffer, Um nur von meinem keinen Kreis zu sprechen, hindere Kompagnie rekrutiert sich aus einem gewissen hessischen Kreis dem der Ruf als Hochburg des Antisemitismus} vorausgeht. Ein anderer Teil hat seine Heimat infeiner judenarmen Gegend, deren Bewohner sich ein Urteil über die Juden meist nur vom Hörensagen gebildet haben. Ich kann mir die Erwähnurg ersparen!, wie dieses ausfiel. Djs war a'sa irrSichen der Aufklärung ein hartes, festes Gestein. D e t instimmige Auffassung der Ungerechtigkei', d e mir die L»u:e ge'egentlich der Anordnung der, J ude.nzählun g beKundete i, mag Zeugnis davon ab egen, dal> unse-e Arbeit fruchi 3iren Boden gefunden hat. .Gemach, diese Leu e otogen auch ktine Phi!osemi;«n gewoiden s in, die giöbsten Ansichten der Verke inung.haben sie abgestreifi. Der Weg zu einer objektiveren Auifas&ungj, gicßeren Sachlichkeit ist freigelegt. Noch mehr lönne auf diesem Gebiet ei reicht werden. Es gibt eine sehr große Ancihl unter uns, die echte. Juden sind, ,ab".r.aus Mangel an jüdischem Wissen nicht in der Lnge sind, die Argumente ki«»rscharf und mit genügender Ueberzeugungjikratt c urchzuführeri. Es fällt aus dejn Rahmen dieser Darlegung, für einen obligatorischen jidiscnen Religionsunterricht einzutreten, heute gilt es die D.nge'zu nehmen, vie sie tat-ächlicn liegen D tse Lücke wäre noch besser wie seither auszufüllen. Daren weitere Veisfärkung^ der ins Feld zu sendenden Schriften kurzen Inhalts der, jüdischen Geschichte, Lehre, Li eratur könnte man1 dem Wissen dieser Leute we-.enilich nachhelfen. EL-i doppel:er Zweck wäre damit erreicht. Nicht allein,) daß die in ihrem Empfinden durchaas jüdisch fühlenden Kameraden tiefer in den Schacht jüdischen Geeistes eindringen, nein-*ir schmieden ihnein gleichzeitig eine Waffe, die sie für unseren Z,veck im ob gen S nne noch überzeugender wie bjsher eintreten läßt. Gerade unter dem seeliscaen Eindruck sind die Gemüter für erbauenden Lesestoff freigelegt. Der Feldsoldat^ der nur zu oft den Hauch des Todes fühlt, er sehnt sich nach solchen Schriften, gern libt er sichart den Strömen wahren Balsams, die unsere erhabene (.ehre in unversiegbarem Quell ausströmt." Lernen wir in dieser Beziehung vom Kathöliz smus. Er versteht diese seelische Stimmung auszunützen. Seit Kriegsbeginn beobachte ich, wie die katholischen Angehörigen unseres Heeres mit Schriften bestürmt werden. Die vielen Mußestunden lasten unwillkürlich zu diesen Blättern greifen. Das Interesse wächst, manches bleibt haften und schwimmt ins spätere Leben. Nehmen wir den Faden unserer AI handlung nach dieser Abschweifung wieder auf. Keinen übertriebenen Hoffnungen will ich mich hingeben, aber ich behaupte mit gu'em Recht, daß I dieses Werk der Auf klärung von Mensch zu Mensch auch Steine zu dem angestrebten Bau unserer vollen Glei m Berechtigung geliefert hat. Heu'e wissen wjr es zwfar schon, daß unsere Annahme, der Krieg hahe den Die Ueberzeugung jeJoch davontragen, verbannt, eitel Hoffnung war können wir Kriegsteilnehmer daß uns in den kommenden Kßnpfen gegen unseren Erbfeind aus den Reihen unserer Kameraden, aus den weiten Volkskreisen, die Schuller an Schulter mit uns gestritten, alle Entbehrungen mit uns getragen haben, um mich ganz vorsichtig auszudrücken, wenn auch vielleicht keine Mitstreiter, so doch m ndestens keine Feinde erwachsen. Diese Ergebnisse sind die;Steine, die wir zu unserem Bau, zun Bau eine$ in jeder Weise gleichberechtigten Judentums geliefert haben, sie sind der große Wurf, der den jüdischen Kriegsteilnehmern voll gelungen ist. Abg esehen davon, dieMensenen, die durch die Schule des Krieges gegangen sind, sie denken schon an und für sie h freier, großzügiger, vorurteilsloser. Aus diesem Lager wird auch der Ruf der Zäilung kaum ergangen sein, das Gift der Denunziation ist aus anderer Qielle gesickert. Jedenfalls sehen wir die Unmöglichkeit nicht ein, daß wir in unserem großen, ureigensten Kampf im Verlauf de- Zeit zu Ergebnissen gelängt sind, die man vorerst nur in unsicheren Umrissen sieht Die Weltgeschichte wird uns zu Hilfe kommen, »u:h sie wird über das Verhalten der JudenJ Weltgericht abhalten, und der Spruch der Geschichte wifd, wir hoffen es zuversichtlich, dieses Mal gerechtera's seitherausfallen. Viele Völker sind dahingeschwunden, das Judentum allein hat den Stürmen der Jahrhunderte getrotzt Mit Ehrfurcht gedenken wir ces glorreichen Geschlechtes der Makkabäer, mit Stolz seien wir den starken, knorrigen Baum unseres heutigen Judentums im Vaterland verwurzelt. Wohl hat ihn der Riesenorkan geschüttelt, viele der besten Zw eige leider gefordert, aber eine goldene Sonne der Gerechtigkeit kommenden Friedens wird ihn mit neuem Frübjahrsschmuck überz ehen. Seien wir nur auf der Hut,, die Sä te gesund zu erhalten, dann müssen und werden wir uns des kidigen Ungeziefers, das seine Rinde benagt, erwehren! Wilhelm H e r z f e 1 d - Frinkfurt-Loge. Antisemitismus