Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 63 (sequence 3)
- Language
- German
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deleben unter einheitlichem Gesichtspunkte — bei ge- Das genseitiger Anerkennung — gerichtet, darüber hinaus ist die fordert aber auch er die jüdische Einheitlichkeit im f ü 11 u n Oesamtvaterlande. werden. elbstverständliche, Natürl Forderung des Tages, seine g würde das Große der Zuk Aufklärungsarbeit im Felde. (Feldpostbrief) In den Kranz der jüdischen Festtage windet die gefunJen ha^en Frankfurt-Loge seit Kriegsbeginn ihren Brüdern und Freunden einige frische Blüten treuen Gedenkens. Wir wissen dieser lobenswerten Aufmerksamkeit herzlichen Dank. Es sei mir bei dieser Gelegenheit gestattet, einiges von der im Felde durch jüdische Kriegsteilnehmer geleistesen Aufklärungsarbeit zu berichten. *I ' 1 . Wollen wir den uns zukommenden Rang und Platz bei der nach dem Kriege so oft betonten und vc 11 f öchster Stelle gewährleisteten Neuorientierung erringen, gilt es heute schon alle verfügbaren Kräfte in den Dienst dieses Kampfes zu stellen. Selten aber hat sich unserem Kampf um Ansehen und Bewertung dü'gbarerer Boden geboten. ' Unsere mannigfaltigen Organisationen arbeiten mit wahrem Feuereifer an der Erreichung dieser Ziele. In unseren Angehörigen che Ern f t Die wuchtigen Pfeiler jüdischer Veranlagung wie Milge'ühl, Barmherzigkeit, Selbstlosigkeit seien nur nebenbei erwähnt Und sollten diese Vorgesetzten als unparteiische Beobachter an all' jenen Leistungen, die man in dem Juden früher nie gesucht hat oder nicht anerkennen wollte, völlig achtlos vorübergehen, für immer vergessen, und sich in die Fangarrae einer Klasse spannen fassen, deren Lebensaufgabe es ist, wie Diogenes mit der Laterne, jedem kleinen Vergehen irgend eines Juden nachzuspüren? I }'-.) ' . im Felde Hat sich diesen Organisationen ein gewaltiges Hilfsheer zur Seife gestellt. Sie allein haben tagaus, tagein dichteste Fühlung mit jenen Kreisen, aus denen mancher berufen ist, an der späteren Gestaltung unseres Vaterlandes und damit auch der Stellung der Juden tätigsten Anteil zu nehmen. Unsere Aufgabe war es und ist es weiter, diesen Trägern einjer kommenden Epoche das richtige Verständnis für " - * nsten dis Judentum durch Wort und Tat einzupflanzen. Der jüdische Soldat hat auf diesem Arbeitsfeld bisher ein gutes Stück positiver Arbeit geleistet, die . sie l largebotene Strategie voll und ganz ausgenützt. Nicb: allein mit Arm und Muskel hat er gefochten, auch mit Kopf und Herz hat er nicht zu unterschätzende Eroberungen gemacht. Kein hohes Lied des Lobes will ich singen, aber der Beweis erfordert es, nur zu bekanntes von neuem ins ' reifen zu führen. In Zeiten der Not und Entscheidungen hat der Gedanke an sein Vaterland, an sein ludenlum all jene hervorragenden Eigenschaften in dem Juden ausgelöst und Bilder wahrer Größe gezeichnet, die in bunderten von Fällen die ungeteilte Bewi nderung bis zu den höchsten Kommandostellen — 63 — Ein gut Teil, das ist leider zu sicher, wird den Versuchungen ob mit oder gegen Ueberzeugung nicht widerstehen können. Wieder andere, und das i«.t der größere Teil, haben umgelernt, und werden de1 Gerechtigkeit eher wie vordem -zugängig, sein, l:twas anderes wie volle, reine Gerechtigkeit erstreben wir ja auch nicht, Dank und Belohnung suchen urd erwarten wir nicht Einenjanderen Faktor in dieser Rechnung Sc! ätzen wir eher noch höher ein, und gerade der ist es, dem der .jüdische Soldat als Pionier , de? Aufklärung vor treffliches entgegengebracht hat. . Es gibt wenige Truppenteile bis zu Ihren kle Gebilden, denen niriit einer oder, mehrere unserer Brüder angehören. Seit 30 Mönaten verkehren, sie mit ihren christlichen Mitbürgern unter einem Dach, und in dieser langen Zeithaben letztere durclrdas enge Beisammensein mehr I als in vielen Friedensjahren aus unmittelbarer Nahe das friedliebende, gerechte, selbstlese jüdische Wesen verstehen urtd schätzen gelernt. Meinungen aller Art wurdei getauscht, ausgefochten, politische und religiöse Debatten waren nur zu häufig auf der, Tagesordnung Sie gaben uns reichlich Gelegenheit, unseren Christ ichen Kameraden — m diesem Augenblicke frei vöa jedem äußeren Einfluß— in aufklärenden, leidenschaftslosen Worteni die wahren Eigenschaften des Juden, des Judentums' darzulegen und; manchen Stein des Vorurteils, der Unwahrheit, der Entstellung aus dem Weg zu räumen. Die reine Wahrheit drängt nach Erlö-