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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-04-01 · Nr. 4 - April · p. Seite 59

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 4 - April
Date
1917-04-01
Page
Seite 59 (sequence 15)
Language
German
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Aus Amerika. LV. (B. B. News 1916 b t. 10.) Die vorliegende Nummer unseres Ordensorgans, der „B*nai B'rith News", beschäftigt sich an mehreren Stellen mit der Frage der Zurückführung der Juden -zum Ackerbau- Eine ganze Reihe von Gesellschaften ist bereits hierfür tätig; blühende Kolonien geben Tausenden von Ansiedlern auskömmlichen Erwerb. -Bei ihrer letzten Tagung nahm die Großloge des 2.< Distrikts eine Resolution an, nach welcher es den Einzellogen zur Pflicht gemacht wird, jene Vereine zu vFörderung der Bodenkultur unter den Juden zu unterstützen und namentlich für die Anlage kleiner Mi isterfarmen in der Nähe jüdischer Bevölkerungszenlren tätig zu sein. Die Großloge des 7. Distrikts giig einen Schritt weiter: sie beschloß, zu dem betagten Zweck eine Million Mark aufzubringen! Von interesanten Aufsätzender vorliegenden Nummer sei die 24.Forlsefzung der Artikelserie „DieKehillah" von Po f. Dr. Gotthard Deutsch erwähnt, weil diese den langjährigen Oberrabbiner von Mähren, Mordechai ßenet (gest. 1829),zum Gegenstande hal. Einer seiner Nachkommen ist unser gelehrter Br. Rabbiner Dr. Eduard B a n e t h, Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Die betrübende Tätsache, daß die Traditionen einer frommen Familie der Neuzeit selten die dritte Generation überdauern, belegt Deutsch mit folgenden Beispiel: en Urenkel dieses großen Gelehrten, der mit ihm in Nikolsburg das Gymnasium besuchte, halte weder jüdisches Wissen noch irgend welche Pietät gegenüber den Ueberlieferungen des Judentums. Zwei andere direkte Nachkommen, die er in Brünn unterrichtete, konnten kaum hebräisch lesen!! Die Berichte über das Leben und die Arbeiten in dein sieben amerikanischen Distrikten lauten recht günstig. Die Leistungen des neugeschaffenen, dem hochw. Exekutiv Komitee unterstellten „Sozialen Hilfsdienstes" sind geradezu erstaunlich. Auf jeder Seite begegnen wir dem Namen seines Leiters, des Rabbiners Dr. Rudolf Coffee in Chicago. Der „Soziale Hilfsdienst" nimmt sich bekanntlich <der vom Jugendgericht verurteilten jüdischen Knaben an, deren jedem •er einen „großen Bruder" als Pfleger stellt. Die Winnipeg-Loge hat bereits in fünfzig Fällen solche Pfleger zuteilen müssen, wie sie berichtet, mit dem bes'en .Erfolge. Die Forlschritts-Loge *zu Peoria (Illinois) hat ihren „Sozialen Hilfsdienst" auf die religiöse Ve/sor- : der gung für Fürsorge linge sie zum nen Wie 63 jüdischen Insassen des staatlichen Heims Nervenkranke ausgedehnt. Um das Maß sozialer : vollzumachen, haben die Damen die Pflegneuen Kleidungsstücken versehen./damit Gottesdienst in würdiger Kleidung erscheimit können. würdig dieser Hilfsdienst, so arbeitet/auch die .Liga zur Abwehr von Lüge und antisemitischer Entstellung" sehr gut. In den zwei Jahren ihres Bestehens ist sie in nicht weniger als zweihundert Fällen eingeschritten, wo Juden auf der Bühne und im Film lächerlich gemacht wurden. Die Liga hat es erreicht,, daß der Unfug derjudenkarikatur auf der Lichtspielbühne bereits zurück] eht; hat doch die Universal Film-Company in Nevir York die dortigen Vertrauen-manner der Liga zur Probe eines Filmdramas „Der Ehebruch" eingeladen, um ihr Gutachten über eine Szene anzuhören. '•" '. V -v° . .' l j' ',,."'f' . '. ' -'■ Einsn lebhaften Kampf führendie arrrerikan sehen Logen bekanntlich gegen die Zulassung des , Kaufmanns von Venedig" als Schullektüre.' In New York haben die Brüder B. B. eine Verfügiing^ der stärfTfsehen Schuldeputation erwirkt, derzufolge die? Drama aus den öffentlichen Schulen entfernt wird, „weil das Werk die Juden verächtlich macht und Zöglinge der Elementar- und höheren Schulen dadurch leicht ungünstig beeinflußt werden können." 1 ' Wie bereits mitgeteilt/ nehmen sich einzelne Logen besonders der jüdischen Studenten an, weniger aus philanthropischen Gründen—dazu sind eine Menge von Hilfsvereinen tätig — als vielmehr aus rein religiösen. Es handelt sich für die Logen darum, die jüdische Jugend durch Veranstaltung feierlicher Gottesdienste für das Judentum zu erwärmen und einstmals glaubensfreudige, herzensfromme Führer Zugewinnen. Verheißungsvolle . Versuche sind bereits gemacht Avorden. Dem Zwecke der Erhaltung des Judentums dient ferner, die „Gesellschaft zur Herausgabe jüdischer Schriften", für die in Amerika ein so großes Interesse vorliegt, daß sich ihr im abgelaufenen Jahre allein 4000 neue Mitglieder anschlössen.. Der hochherzige, lir. Jakob H. Schiff hat der Gesellschaft jüngst 10000) M. zur Uebersetzung und Herausgabe der besten] Jargonschriftsteller gespendet. _ 59 _

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