Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1917-04-01
- Page
- Seite 58 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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freundliches Heim geboten ist. Wie zum Chanukaveranstaltete der Schwesternbund auch zum Purimfeste für das anwesend« Zivil und Militär wohlgelungene Feiern — trotz Lebensmittelkarten mit Festessen — die jüdischen Ernst mit jüdischer Fröhlichkeit stets schön verbanden und gerade darum alle Beteiligten aufs höchste befriedigten. - Aus dem Bericht der Freiheit-L«ge - Oppeln des Br. Salo Cohn -Oppeln — Die Freibeit-Lejge wurde am 19. November 1911 gegründet. Um die bründung erwarb sich Br. Rabbiner Dr. Goldmann 'besondere Verdienste. Er ließ sich mit einigen Herren aus Oppeln in die Friedansloge-Ratibor aafhehtnen und beirieb von da aus die Fortsetzung der Gründungsarbeit. Nachdem 16 Brüder aus Oppeln in der Freiheits-Loge vereinigt waren, 15 weitere Meldungen aus Oppeln und Umgebung vorlagen, konnte die Installation vorgenommen werden. Das Einweihungs-j und Einführungsfest verlief in tätiger Gegenwart des Groß- Präsidenten und anderer Vertreter der GrcliJoge sowie des österreichischen Distriktes in packender und wirkungsvoller Weise. Zahlreich war die Beteiligung der Logen und Logenverbände. An dem anschließenden harmonisch verlaufenden Festmahl nahmj auch der Vorstand der Oppelner Synagogengemeinde teil. — Im Herbst 1912 konnte die Loge bereits ein eigenes Heim beziehen, nachdem geeignete Räume durch Umbau hergestellt waren. Werbetätigkeit in der Nachbarschaft führte.Biüder aus Brieg, Gjr.-Strelilitz, Roserberg, Gogolin and Gr.-Stein zu. Am Schluß des Termins' 1913 konnte die Lege [auf einen Bestand von 45 Brüdern zurücksehen. Im Winter 1913 wurde eine Logensitzung in Brieg, im Frühjahr 1914 eine gesellige Zusammenkunft in dem Ausflugsort Tillowitz mit der benachbarten [Humboldt- Loge-Neiße abgehalten. Weitere dieser'zufriedenstellenden Zusammenkünfte machte der Krieg zu schandin. ' In der Berichtszeit war bisher der Brüdern zu beklagen. öd von vier Bis April 1913 wurden 30 ordentliche Sitzungen mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von 22 Brüdern abgehalten. 10 Vorträge wurden geboten. Am 1. April betrug der Mitgliederbestand 40, das Vermögen 5640 M. Am 1. April 1915 betrug die .Mitgliederzahl 42, das Vermögen .7201 Mark. lark Im Kriege konnten zunächst nur gelegentliche Zusammenkünfte ohne Ritual abgehalten werden. Die Logenräume waren der Militärverwaltung zu Lazarettzwecken zur Verfügung gestellt worden,.wurden jedoch als Übernachtungslokal für durchziehende Truppen und als Verwaltungsräume benutzt Liebesgaben und Sendungen aller Art hielten die Verbindung mit den Brüdern und Söhnen an der Front aufrecht. Jüdische kranke Soldaten wurden in den Stadt-Lazaretten besucht. Der Logenbesuch litt durch die Einziehung von 14 Brüdern und durch die ungünstigen Zugverbindungen mit den auswärtigen Brüdern. Als im April 1915 der Durchzug der Truppen beendet war, und die Logenräume von der Militärverwaltung freigegeben waren, wurden die Sitzungen wieder aufgenommen. Der Besuch konnte in Anbetracht der ungünstigen Verhältnisse immer noch als relativ gut bezeichnet werden. Die Durchschnittsbesuchziffer betrug in den Sitzungen des letzten Termins 15 Brüder. Das Vermögen stieg auf 9971 Mark.; ' . . / . Die Beamten verblieben fast alle während des Krieges auf ihren Posten. Für die Brüder und deren Familien sowie den Jugendbund wurde eine Bibliothek errichtet, die sich großer Beliebtheit erfreut. An den Sonntag Nachmittagen wurden die Logenräume für den geselligen Verkehr geöffnet. An jedem Chanuka- und Purimfeste wurden die jüdischen Soldaten der Oarnison und Lazarette eingeladen, bewirtet, Vorträge und gesellige Veranstalungen abgehalten. Nur ein neuer Bruder wurde während des Krieges gewonnen, aber die Hoffnung auf großen Zuwachs nach dem Kriege ist berechtigt.' Zu den bereits genannten Brüdern sind inzwischen noch sechs Brüder ausgehoben, die ihrer Einziehung entgegensehen. — Br. R.-A. Ober-Leutnant Manneberg ist von 2maliger Verwundung geheilt; er besitzt das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse sowie den Bayr. Militär-Verdienstorden. Br. Adolf Proskaver stieg vom einfachen Armierungssoldaten zum Offizier. Er machte die schweren Kämpfe in den Argonnen mit. Br. R A. Naumann aus Gr. Strehlilz ist seit ca. 1'/, Jahren Bürgermeister in Skernie wiece in Polen. 9 Söhne von Brüdern sind eingezogen. Zwei Stiftungen wurden errichtet. Von allen Brüdern, auch den eingezogenen gingen die Beiträge pünktlich ein. Selbst Extrazuwendungen wurden von eingezogenen Brüdern gemacht. — — ' — 58 — I