Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-04-01 · Nr. 4 - April · p. Seite 50

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 4 - April
Date
1917-04-01
Page
Seite 50 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6029093-6074391--2195-4866291
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Wohlfahrtseinrichtungen, die unser Orden unterhält, oder doch maßgebend fördert, wobei kein Unterschied zwischen- Institutionen der Qroßloge und denen der vereinigten Berliner Logen gemacht wird, während ich die Anstalten auswärtiger Logen, die mir zu wenig bekannt sind, nicht berücksichtigen kann, lassen sich in drei Gruppen einteilen. Nämlich in Einrichtungen, die der Jugendfürsorge dilenen, in solche, die sich soziale Aufgaben stellen, und schließlich in solche, die die geistige Fortbildung zum Ziele haben. Die erste Gruppe, die sich mit der J ul g e n dfürsorge beschäftigt, ist bezeichnender Weise die bei weitem größte und manigfaltigste, sie umfaßt alle Altersstufen und beginnt, fast im Wortlaut ab ovo: Denn der Fraüenvertin der Berliner Logen sorgt bereits für die noch ungeboreneri Kinder, indem er die werdenden Mütter zur AbscJlvierung ■' " l' ^^u* ' Jt I 9 I der Entbindung und des Wochenbettes ins Wöchnerinnenheim aufnimmt, desgleichen em Mutter- und Kinderheim für werdende Mütter, sowie für Mutter und Säugling unterhält und durch 21 angestellte jüdische Pflegerinnen Wochenpflege im Hause der Petentinnen ausübt. Was soll nian da über die selbstverständliche Weiterführung dieser segensreichen Bestrebungen nach dem Kriege viel Worte machen? Bei dem wünschenswerten Bevölkerungsersatz können wir nur wünschen, daß der Verein recht umfassende Beschäftigung habe, und daß es ihm nie an Freunden <• I " V J la S und Gönnern für seine auf Erhaltungdes jüdischen Stammes sans phrase gerichteten Bestrebungen fehlen möge Das gleiche läßt sich für die benachbarten Leistungen, den Volkskindergarfen und Kinderhort und den Verein für Ferienkolonien sagen, die sich darauf rüsten, ihre in schwerer Zeit aufrecht erhaltene, für die leiblich« und seelische Gesundheit so ersprießliche Tätigkeit weiterzuführen und, womöglich zu vergrößern. Das wird auch die Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgeWiebene Kinder - ■ J „Wilhelm-Auguste -Victoria -St iftung" in Beelitz tun, die während des Krieges einen bereits vorher begonnenen Erweiterungsbau ausgeführt hat. Hierdurch ist die Zahl der Plätze auf 60 gestiegen und soll der wichtigen Aufgabe dienen, die älteren Knaben für ein ihren beschränkten Fähigkeiten entsprechendes Handwerk vorzubereiten. Z. Zt sind diese Plätze mit jugendlichen Zöglingen besetzt, unter denen sich .verschiedene befinden, die weniger für die Anstalt geeignet sind, und deren Entlassung nur zur ~Z Vermeidung von Härte gegen ihre Angehörigen bis zum Ende des Krieges hinausgeschoben werden mußte,— Betreffs desjaffaschen Fürsorge- und Waisenheims schreibt mir die Direktion» daß sich die Ausgaben verdoppelt uucl verdreifacht, während sich die Einnahmen durch Ai stritt von Mit- » gliedern vermindert haben. Dennoch bin ich, wie ich bereits durch meine Abstimmung im gemeinsamen Unterstützungs-Komitee im Einverständnis mit vielen Brüdern zum Ausdruck gebracht habe, der Ansicht, daß ein Stifter, der seine lj Namen mit dem der Großloge verknüpft, auch dii Verpflichtung hat, große Opfer zu bringen, damit sein Werk auch lebenskräftig sei. Bei dieser Gelegenheit will ich auch die Frage der Kriegswaisen streifen. Ich weiß nicht, wie viele Kriegswaisen in unserem Logenkreise vorhanden sind. Aber eine allgemeine Rundfrage, c ie der Deutsch- Israelitische Gemeindebund veranstaltet hat, hat ergeben, daß die Zahl der bedürftigen Kriegswaisen,, die in Waisenhäusern unterzubringan wären, i Gott sei Dank bisher nicht die gefürchtete Höh; erreicht hat. Nun stehe ich aber, in Einverständn is mit allen modernen Freunden sozialer Fürsorge aif dem Standpunkt, daß Halbwaisen, und um solch: wird es sich in der überwiegenden Zahl der Fälle Mutter zu belassen sind, sofern diese sundhcitlichen oder anderen wichtigen Gründen handeln, nicht aus der geaußerstande ist, die Erziehung ihrer weiterzuführen. Es wird sich also in der Fälle nur darum handeln, daß wir mit Rat und erforderlichen Falles Mitteln zur Seite stehen. Das fällt allgemeine Fürsorge für die Schäden des Krieges, über die ich mich bereits im ersten Teil meines Referates ausgesprochen habe. Uebrigcns besitzt der Deutsch - Israelitische Gemeindebund von Adressen von Familien, die sich Kriegswaisen kostenlos oder gegen mäßige Entschädigung aufzunehmen. Ich glaube nicht, daß ein Hindernis vorliegt, auch für die bedürftigen Waisen aus Logenkreisen von diesen., Angeboten machen, wie ich es überhaupt für daß der Brautb, fremde Kinder in's men, sich in unseren Kreisen mehr bürgere. — Das Wenige, was über un den Jugendvereinen zu sagen wäre, mächte ich besser für die dritte Gruppe: „Geistige Fürsorge" aufsparen Unter die zweite Gruppe, die ich Kinder selbst der Mehrzahl den Müttern rj i t materiellen ber unter die eine Anzahl erboten haben. Gebrauch zu /üis:ht halte, faus aufzunehind mehr ein¬ Verhältnis zu als soziale Fürsorge bezeichnet habe, fallen zwei Institutioner» 50 —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.