Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-04-01 · Nr. 4 - April · p. Seite 49

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 4 - April
Date
1917-04-01
Page
Seite 49 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4864325-6029093-6074391--2194-4866290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

*) Die jüngst von Br. Haas jür. die D a r 1 e h i in Warschau geforderte Beihilfe bedeutet nicht eine vor laut ige Andeutung der Richtung unterer Betätigung und eine Ideine Probeleistung. und durch die Beschränkung der Mittel von selbst gege- Von benen Schranken zurückkehren muß. So sehr ich die Kriegsleistungen der GroBloge wie der Berliner Logen bewundere, so wenig ich mich durch manche hüben Erfahrungen, die unserer vaterländischen Hingabe nicht erspart geblieben sind, verbittern lasse, ein so warmer Freund ich des menschen verbrüdernden Zusammenarbei'ens anf humanitärem Gebiete bin, so sehr ich anerkenne, daß die ausgebreiteten Erfahrungen nr interkonfessionellen Wohltäiigkeitspflege unsere eigenen Bestrebungen zu klären und zu befruchten geeignet sind, so bin ich doch zur Feststellung gezwungen, daß uns unsere eigene miterielle Lage ein unwiderstehliches „Halt" zuruft. Denn unsere Finanzen werden gegenüber den Anforderungen, diu unserer auf eigenstem Gebiete harren, knappt genug sein. Darum brauchen wir uns beileibe nicht etwa von interkonfessionellen Beratungen über die Heilung von Kriegsschäden fern zu halten, wir werden auch, wo ei; sachlich angezeigt ist, mit einem unseren Kräften angepaßten Betrage uns beteiligen, schon um unseren Glaubensgenossen einen legitimen Anspruch aus allgemeinen Mitteln z. B. bei der Invaliden-' urd Relikten iürsorge zu sichern. Darauf aber wird auf lange h naus unsere Beteiligung ander interkonfessionellen Wohlfahrtspflege begrenzt sein müssen. Wie steht es um die Wiederaufnahme unserer i n- 11 r n a 11 o n a I e n jüdischen Aufgaben nich dem Kriege? Die Antwort kann nur lauten, daß wir r Ordenspflicht, den Opfern der Verfolgung zu iife zu eilen, nach wie vor, nach besten Kräften chzukommen bestrebt bleiben wullen. Es steht zu warten, daß wir neuen, kaum geahnten Aufgaben egenüber stehen' werden. Da zur Zeit aber alles im Dunkeln liegt, so müssen eingehendere Erörterungen einem späteren Vortrage vorbehalten leiben. Bin ich doch z.B. nicht einmal imstande r ein mir besonders naheliegendes Teilgebiet der internationalen Arbeit, der Wanderarmen fürsorg e, Ihnen neu Pian vorzulegen, wie unsere Tätigke t weiter zu lühreh sei. Welche Veränderung das B ii B. die Selbstständigkeitserklärung Polens hervorgerufen, und wie in diesem Falle, so hängt auf diesem :ganzen großen internationalen Oebiete das rr eiste von der uns noch unbtkannten politischen Gestaltung der von unseren Glaubensgenossen bevölkerten Länder ab. Kriegselend erfahren U 1 - . ' j, >;■'< ■• den-einheimischen,, einigen, wie Polen- und Rumänien, dürfen wir hoffen*), daß die bisherige traurige staatsbürgerliche Lage sich bessern wird *), während freilich die wirtschaftliche Position durch den Krieg weitere Verschli nmerungen durch hat \/as unser Verhältnis zu i nicht vo n den Logen b egr ü ndetenWohlfahrtsinstitutionen betrifft, die gewohnt sind, vom „Gemeinsamen Untersilütznng'skomitee' der $erliner Logen" eine Subven'.iijn zu erhalten/ so können wir es diesem weiterhin unbedenklich überlassen, nach m * " ['• '] £Ü1 - ■ " - Prüfung der Wichtigkeit der ihnen obliegenden Aufgaben und des Bedürfnisses einerseits, unserer Finanzlage andererseits ihre Entscheidung zu treffen. I Jnse-e Hauptaufgabe wird es sein, den Anforderungen zu genügen, welche die Fürsotjge für die Relikten irnseret gefallenen, für die an ihrer G esundheit und Erwerbstä t igkeitgeschädigt zu rückkehre nden, 7ür die w i r t s c h a f t 1 i c h ruinierten Brüder, die unserer Hilfe beim Wiederaufbau ihrer Existenz bedürfen,, an uns stellen werden. Da wir im gegenwär igen \Augenblick den Umfang der Anforderung kaum ahnen können, so können Vorschläge nicht! gemacht werden. Immerhin wird, man-bei der Unzuläng lichkeit der vorhandenen Fonds an die Schaffung neu:r Mittel durch Sammlung und Umlagen zudenket) haben. edenfalls sehe ich in deV- Fürsorge füY unsere Brüder den Kerri des heurigen Themas und nicht, wie Sie vielleicht erwartet haben, in der Betrachtung der von der Großloge und denvereinigten Ber iner Logen begründeten und subventionierten Wohltätigkeits nstitut onen, die großenteils während des Krieges ihre Tätigkeit, wenn auch'vielfach etwas ein] [eschrankt, entfaltet haben, und auch nachher die Haiiptrichtung ihrer Wirksamkeit wohl wenig modifizieren werden. -' "1 ».t>' ' ■ .: . i . j ■ ■ ■ et' .* %y*>' ' ■ i . j* Ich wende mich nun der Betrachtung dieser Institutionen zu und werde, so weit ich modifizierende Vorschläge zu machen habe, sie bej gebotener Gelegenheit anbringen und zum Sehl tri J noch einen allgerleinen Vorschlag, der aus Beratungen mit den eingangs von mir genannten Brüdern erwachsen ist, Ihnen unterbreiten. ikinc mehr, als künftigen — 49 m ) In Rußland hat inzwischen ja die politische Ui«- wä zung unseren so lange unterdrückten Glaubensgenossen die bürgerliche Freiheit gebracht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.