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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-04-01 · Nr. 4 - April · p. Seite 47

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 4 - April
Date
1917-04-01
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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hrer r Herrschaft von Grund aus erschüttert wird, nrefln die Juden in diesen sakrosankten Bezirk Eintritt erlangen. , Wohl aber ist es von Ordenswegen unsere dringende Pflicht zu untersuchen: wie beeinflußt jenes Ziel die von uns übernommene Aufgabe der Erziehung der deutschen Juden? Und da ist zu antworten: Es beeinflußt sie 'allerdings und muß sie sogar o gewaltig beeinflussen, daß wir unsere Prinzipien fundamento nachprüfen müssen, ob sie mit ihm im vollen Umfange vereinbar sind «der nicht vielmehr ergänzt oder gar abgeändert werden müssen. Bedenken wir doch gleich .dieses eine: Unser Orden stammt aus Nordamerika, also aus einem unde, das, wie schon kurz gestreift, ganz andere politische Daseinsbedingungen aufweist, aus einem lande, in dem der führende Typus def industrielle ist! Es ist nicht wunderbar, daß auch das Ordensideal in weitgehendem Maße auf diesen Typus zugeschnitten ist. In Deutschland aber ist der führende Typus der heroische. Wer daran noch bis 1914 hätte zweifeln dürfen, muß das heute rückhaltslos anerkennen, mag er seine innerlichste Sympathie auch immer dem industriellen Ideal vorbehalten. Die Erziekung der Menseben muß sich nun aber wesentlich verschieden gestalten, je nachdem sie dem industriellen oder dem heroischen Ideal zugeführt werden sollen. Man kann vielleicht nicht sagen, daß die Oesamtheit der Tugenden des einen Ideals größer oder geringer als die der Tugenden des andern ist. Aber die Tugenden sind nicht völlig dieselben. Die industriellen Tugenden sind mehr zivilisatorisch: Friedfertigkeit, Eintracht, Arbeitsamkeit, Intdlektualilät, Wohltätigkeit marschieren an der Spitze. Der heroische Typus kann von diesen Tugenden unbeschadet seiner Vollkommenheit ein gut Teil entren. | Unerläßlich aber sind für ihn: persönliche Aufopferung, Un erschrocken he it, Mut, Treue, körperlicke Ausbildung. Will man den äußersten Gegensatz der beiden Ideale an einer uns heute besonders interessierenden Beziehung darstellen, so kann man etwa sagen: Der e Typus gibt zur Ausgleichung fremder Not und Gefahr gerne und reichlich seine Mittel, namentlich seine Verstandeskraft und sein Vermögen her, der andere opfert seine Person und setzt seih Leben ein. Wer von uns will, daß die deutschen Juden nicht nur den Zugang zum Beruf des aktiven Offiziers gewinnen, sondern sich auch in ihm voll bewähren leu, sollen, nuß ihnen die heroischen Tugenden in wesentlich erhöhtem Maße einpflanzen und dieselben' zum {Mittelpunkt der Erziehung machen, selbst auf die Gefahr hin, daß anckre Tugenden, die diesen Mittelpunkt bisher innehatten, zurücktreten Büßten. Ich wage nicht zu behaupten, daß wir den Zugang , erreichen werden. Das hängt ja nicht bloß von unserm Wollen und Können ab. Aber.zweifellos ist es für das deutsche Judentum von größter Wichtigkeit, daß es den Versuch macht , und alles, was in seiner Kraft steht, dann setzt, damit er gelingt I Es ist meine feste UeberzeUgung, entweder wird die deutsche Judenschaft zu einer wirklichen Adelsschicht mit allen Pflichten einer solchen im deutschen Volke sich entwickeln, oder sie wird zerblasen, aufgerieben, zu n chte werden. , ■ '".'■'> * . < '- •' Ist der Orden bereit, dies anzuerkennen und seine weitere Arbeit dem anzupassen? Zu lätzliche Bemerkungen zu Vorstehendem Artikel von Br. Dr. Altred t inidschmidt. . Iaßt uns dem heroischen Typus zustreben 1 Es ist richtig, in Deutschland ist der führende Typus der heroische: der- Offizier und der höhere Regierungsbeamte, der auch im Frieden zumeist im Nebenamte Offizier ist. Das hängt — wie Br. Baumann gleichfalls zutreffend bemerkt — mit der Lage Deutschlands im Herzen Europas, dem Ausgesetztsein von Angriffen von allen Seiten zusammen. Sind wir aber nicht schon lange auf dem Wege zum heroischen Typus?. Ist nicht die Begründung der jüdischen Studentenverbindungen — an erster Stelle des K. C. — ein Beweis hierfür? Streben poch d^se Verbindungen-bei ihrer Betätigung echt vaterländischer und gut jüdischer Gesinnung dahin, in körperlichen Dingen und den damit in Zusammenhang stehenden geistigen Eigenschaften (Mut, Entschlossenheit, Aullreten) es grade den besten gleichzutun! Auch die zionistischen Verbindungen, die zunächst den jüdisch-nationalen Oedanken in einer gewissen Abgeschlossenheit gepflegt haben, haben sieb dem körperlichen Ideal stets mehr genähert. Dazu kommt, daß auch die nicht-studentischen "jüdischen Jugendvereine eine körperliche. Ertüchtigung durch Turnen, Wanderfahrten u.dgl. sich als Ziel gesetzt haben. Die ganze sog. jüdische Eugenik, über die vor einigen Jahren viel gesprochen und geschrieben wurde, strebt diesen Zielen zu. Man darf kührlich sagen, daß diese Bestrebungen sicb»im Kriege glänzend bewährt haben. Jüdische Offjzie re und Soldaten haben sich ausgezeichnet geschlagen. Leutnant Sende -47 -;}:

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