Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 42 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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sehen judenheit in dieser für das deutsche Vaterland so schweren Zeit mit voller Herzensbereitschaft an ihrer! »teile ihre Schuldigkeit getan haben. Sie Werden auch «ünftig unbeirrt weiter' die ihnen teuren Vaterlandspflichten erfüllen und sich durch keinerlei Kränkung in ihrer Hingabe an die Arbeit für Deutschlands Sieg and Größe beirren lassen* W:\l U D:r Schweiternvertin der Fraternität—Loge zu Dres< en (Vors.-Frl. Cäcilie Toeplitz) hat in den Kriegsjahrei i 1914-15 und 16 seine Tätigkeit in allen $einen Abteilungen erweitert. Die jährlichen Berichte geben ein ausführliches Bild.unserer Arbeit, wdche ich hier nur turz zusammenfasse. Cer Kinderhort wurde schon im September 1914 auf < las Doppelte seines Bestandes erhöht, Kinder ohne Unte schied der Konfession aufgenommen, und ohne Entgilt tfen ganzen Tag hindurch gut und reichlich verköstigt. Jeden Wochentagwerdendurchschnittlich zur MiHs gsspeisung hundert Portionen Essen ausgegeben. Ii den Sommermonaten sind die Kinder jeden NaclimiMag in einen Garten der Vorstadt geführt worden. Sie haben dort bei der Ankunft Milch und Brot, vor der Heimkehr um 6 Uhr Schnitten aus njarkenfresen Schwarzbrot mit harten Eiern oder Sardinen. Käs«, Qaark, Marmelade, an manchen Tagen Kakao und frisches Obst erhalten. i 1 >ie Kinder haben sich so gekräftigt, daß bei ärztlicht r Untersuchung-nur für sechs Kinder von etwa hun iert ein Ferienkolonie—Aufenthalt für notwendig erkl, rt wurde Durch Vermittelung unserer Bahnhofsmis: ion sind diese sechs Kinder wohlbehalten nach Kol )erg hin und wieder zurück befördert worden. | 1 Jnser Mädchenheim hat die ganzen Kriegswinter hindurch 60—70 junge Mädchen jeden Mittwoch Apend mit Kakao und Gebäck bewirtet, mit Vorträgen jede r Art unterhalten und belehrt. Rat und Hilfe, besön krsbei Berufswahl und Vermittelung bei Stellungssuche ist jederzeit gewährt wot den. Es ist uns gelungen, fast jedes Mädchen, welches beim Beginn des Krieges seine Stellung verloren hatte, sehr bald anderwei ig unterzubringen. Unsere Bahnhofsmission könnte sich nicht darauf :hränken, eine Freundin junger Mädchen zu sein. Zar Ireiche Flüchtlinge, die auf der Durchfahrt den Ha iptbahnhof passierten, sind gelabt und mit Warmen Kleidungsstücken versehen worden; häufig haben sie auc h zur Wei (erfahrt fehlendes Geld erhalten. Wenn an demselben Abend ein Anschluß nicht mehr zu erreichen war, sind sie billig, im Notfall ganz unentgeltlich, für die Nacht untergebracht worden. Seit einigen Wochen stehen uns zu diesem Zweck in dem schönen, neu erbiuten Heim der Freundinnen junger - Mädchen in der Nihe des Bahnhofs zwei geräumige, gut eingerichtete Zimmer mit Zentralheizung und Verpflegung zur Verfügung. Unsere genesenden Krieger aus verschiedenen Lazaretten, immer ca. 60 auf einmal, haben wir im vorigen Winter jeden Monat an einem Nachmittag gastlich bei uns empfangen, mit Kaffee, Kuchen und Abendbrot reichlich bewirtet, mit Vorträgen unterhalten und mit Gaben aller Art beschenkt. Auch große Sendungen in das Feld und in Lazarette sind von Zeit zu Zeit abgegangen; fast alle unsere Schwestern haben sich mit Liebesgaben beteiligt, die Brüder haben dabei viel Material zum Rauchen gestiftet. In diesem Winter hoffen wir in den schönen, neuen Räumen, welche unsere Loge bezogen hat, unsere Tätigkeit mit erneuten Kräften fortzusetzen * * Schwestern-Vereinigung der Steinthal-Loge Himburg (Vorsitzende: Frau Minna Magnus und Frau Natalie Sonneborn). Der Wunsch, daß unsere Mitgliederversammlung unter dem Zeichen des Friedens stehen möchte, hat sich leider nicht erfüllt und so konnte sich unsere Tätigkeit im zweiten Jahre unseres Bestehens weiterhin nur in engen Grenzen bewegen. Der im ersten Kriegsjahre gegründete Mittagstisch wurde im zweiten Jahre mit gleich reger Besucherzahl weitergeführt; die Zahl der Gäste betrug duchschnittlich im Winter täglich 60 Pers., während wir im ' Sommer eine kleine Abnahme feststellten. Es ist aber mit dem Einsetzen der kälteren Jahreszeit wieder eine erhöhte Frequenz eingetreten; denn die Erfahrung bei allen solchen Einrichtungen lehrt, daß das Früh- . , jähr eine Abnahme und der Herbst eine Steigerung der Besucherzahl mit sich bringt. Auch die neuen Beschränkungen auf dem Lebensmittel markt haben manche bis dahin Ferngebliebenen uns zugeführt. Mit Hilfe unserer Mitglieder, denen dafür warmer Dank gebührt, konnte im Februar unsere Kriegshilfsarbeit auf sichere pekuniäre Grundlage gestellt werden. Nur dadurch wurde es ermöglicht, unser Unternehmen weiter zu führen und auch trotz der erhöhten Nahrungsmittelpreise die Portion tür 60 Pfg. zu verabfolgen. Denn durch die regelmäßigen Monatsbeiträge zahlreicher Gönner konnten wir den gleichen Zuschlag von 30 Pfg. wie bisher für jede Portion zum Selbstkostenpreis zulegen. - 42 - i