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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 43

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 3 - März
Date
1917-03-01
Page
Seite 43 (sequence 15)
Language
German
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«i der Tages-Ferienkolonie in Puhlsbüttel haben Wir in diesem Jahr nicht mitarbeiten können und nur durch Zuwendung einer Geldsumme von M. 200 — unser Interesse bewiesen. Auf die Anregung des Exgroßpräsidenten der GrolSlöge, Oeheimrat Maretzki während eines im letzten Winter hier gehaltenen Vortrags in offener Loge, wurde eine unserer Schwestern in das Krankenschwestern- Komitee der Großloge delegiert. , Der Kriegsspende „Frauendank", der wir uns ansch ossen, haben wir mit 6 anderen jüdischen Vereinen durth gemeinsame Veranstaltung einer Sammlung, eine stattliche Summe übergeben können. Wir haben dadurch das Recht erwirkt, daß unsere jüdischen Kriegswitwen und Waisen von der allgemeinen Hinterbliebenenfürsorge mit übernommen werden. Vier von unseren Schwestern sind zur Uebernahme von Pflegschaften dem großen Ausschusse beigeordnet worden. Auch dem neu gegründeten S'adtbunde, der Vereinigung fast aller Hamburger Frauenvereine, haben wir uns angeschlossen. Es erschien uns dies sehr ratsam, um eine Stimme in dieser weitverzweigten Oiganisation zu* haben und berechtigt zu sein, den mannigfachen interessanten Vorträgen beiwohnen zu kcjnnen. So werden dadurch unsere Mitglieder im k< mmenden Winter manche schöne Anregung finden. D :r monatlich allen Schwestern zugestellte „Stadtbund- Aizeiger" unterrichtet über die einzelnen Veranstaltungen. Zwei unserer Vorstandsdamen werd n als Delegierte unserer Schwesternvereinigung zu allen wichtigen Beratungen zugezogen. | Was nun unsere junge Vereinigung an-sich betrifft, so haben sich unsere Zusammenkünfte zu unserer F reude weiter entwickelt Wir ho'fen, daß sie all den S cti western, die zu unseren regelmäßigen Besucherinnen gehören, manche Anregung gegeben haben, und daß auch bei ihnen der Wunsch besteht, sie fortzusetzen t nd damit den Verkehr und Meinungsaustausch unter- <inander weiter zu fördern. Leider blieb eine groß: Anzahl immer noch abseits stehen und selbst die < erschiedenen hochinteressanten utfd belehrenden Vorträge konnten sie nicht zu uns heranziehen. Als erster Redner des Jahres sprach liebenswürdiger Weise Herr Redakteur Fabus Schach über das „Ostj udenproblem", weiterhin Frau Anna Sußnann- Ludwig über „IIir^ Petersburger Erinnerungen", und Frau Ella Seligmann aus Frankfurt a. M, die die Mühen einer langen Reise zu uns nicht scheute. Ihr Thema „die jüdische! Frau" war außerordentlich geeignet, ade Schwestern zu interessieren, ebenso der Vortrag unseres Herrn Dr. Sonderling, der in der kurzen Ruhezeit seines Urlaubs vom Kriegsschauplatz doch noch! Zeit fand, uns sein Interesse für unsere, von ihm ins Ljebtn berufene Vereinigung zu beweisen und über seine Erlebnisse im Fe'de berichtete. Seine Schilderungen vbn der schweren Arbeit, die die ernste und harte Zeit draußen von ihm und allen anderen fordert, gab uns auf sozialem Gebiete manche Anregungen, auf die wir bei geeigneter Zeit zurückkommen werden. Unsere Mitgliederzahl ist von 45/auf 61 gestiegen. Es war uns'eine große Freude, daß i|hserere Anregung ■pauch der Loge Fernstehende bei uns aufzunehmen — Suf fri/chtbaren Boden fiel. Mit großer Liebensit hat die Steinthalloge den Antrag - angenommen, daß wir 1'. Die Frauen von Logenbrüdern aus anderen Sädten, die allein in Hamburg leben — als ordentche Mitglieder aufnehmen und 2. verwitwete Frauen, deren Männer nicht Logenbrüder waren, bei uns außerorden 11 iche Mitglieder 'werden können. Der Beamtenrat der Brüder entscheidet mit über die jeweilige Neu-Aufnahme. Alle in den letzten Monaten bei uns neu eingetretenen * Schweilem sind von uns herzlich willkommen geheißen en, das ein ersprießliches'Zusammenarbeiten enger verbinden wird. Unser kurzer Bericht wird gezeigt haben, daß wir f - "I* ■*'•,*■-' * uns bemühen, unsere Kräfte auch im Rahmen dieser Vereinigung den Forderungen der Zeit anzupassen, indemI wir durch unsere Hilfsarbeit versuchen, die Not zu lindern Und die ethischen Forderungen Religion zu erfüllen. 1 ' ' \'~': *j ■ ' *' Noch sehen wir kein Ende dieser unglückseligen Zeit. Wir wollen aber mit.ungebrochener Kraft unsere Kriegs arbeit fortsetzen, und sollte es uns vergönnt sein, im kommenden Vereinsjahre die Glocken, zum Sieg und Frieden läuten zu hören, so soll auch die in wirtschaftlicher Beziehung nicht' minder schwere Wir hol uns bald sozial« unserer Ueber Platze igszeit vom Krieg zum Frieden uns auf unserem Finden.

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