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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 41

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 3 - März
Date
1917-03-01
Page
Seite 41 (sequence 13)
Language
German
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ffir schwachsinnige weibliche Jugend neben den beiden bestehenden, Haas I für verwahrloste weibliche Jugend und Haus II für werdende Mütter und deren Kinder. — Geschäftsordnung?- und SatzungsberatuMgen beschlosten den Vormittag und nach kurzer Mittagspause setzten die Verhandlungen mit Anträgen verschiedener Ortsgruppen wieder ein. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. beantragte : Dar jüdische Frauenbund möge die Sittlichkeitsfrage betreffende wichtige Flugblätter an «eine angeschlossenen Vereine versenden und dadurch zur Erwisitsrung von Kenntnissen in dieser bedeutsamen Frage bringen. Frl. Pappenheim wies in ihrer Begrüodung darauf hin, daß, ebenso wie andere konfessionelle Frauen verbände mit den Oei»liehen ihrer Konfessionen zur SitrJichkeitsfrage längst schon Stellung genommen haben, auch der jüdische Frauenbund nun an die Rabbiner herangehen muß, um sie zur Abfassung eines aufklärenden Rugblaite» zu veranlassen. Nur dann, wenn berufene jüdische Gelehrte diese Aafgabe übernehmen, sei zu erhoffen, daß die Au klärungsarbeit in den von untern Truppen besetzten östlichen Gebieten Erfolge zeitigen werde. Die Aussprache ergab die Annahme des Antrages und Frl. Pappenbeim wurde ermächtigt, eine aus geeigneten ■ Männern und Frauen bestehende Kommission zur Lösung dieser Aufgabe zusammenzusetzen. Die Ortsgru rpe Breslau stellte den Antrag: Der jüdische Frauenbun i wolle die Errichtung Vun jüdischen H a u s h a 1 - tut g s- und Kochschulen seitens der Gemeinden ode privater Vereine anstreben, dasich die u nzulängliche hau »wirtschaftliche Ausbildung jüdischer Frauen und Mäc cnen, besonders der erwerbenden Klassen, gerade im Krieg ganz besonders bemerkbar gemacht bat. -Frau Oll endorf—Breslau begründete den Antrag damit, daß paritätische Haushaltungsschulen den jüdischen MäJchen niemals die Kennmisse der rituellen Küche übermitteln und deshalb-von ihnen nicht besucht werden. Der Israel, humanitäre Frauen verein Hamburg stellt die Forderung auf: Der jüdische Fra; letibund wolle seine angeschlossenen Vereine veranb saen, Stipendien an weibliche Bewerber zum Z vecke der Berufsausbildung nur zu vergeben, wenn mindest ens eine einjährige . wirtschaftliche Tätigkeit vorang »gangen ist Frau Wolf sber g—H a m b u r g verirat diesen Aalrag, der sehr lebhaft besprochen wui de Denn wenn auch die Notwendigkeit der hauswir schädlichen Ausbildung anerkannt wird, so muß für die in das Berufsleben tretende Frau geltend gemacht werden, daß eine um ein Jahr verlängerte Bel . ' : v •.;;: . ..j, rufsausbiIdung nur eine Erschwerung ihres Konkurrenzkampfes bedeuten und sie ihren männlichen aber auch den «re blichen Kollegen gegenüber, die sich diesem Zwang nicht za unterwerfen brauchen, in Nachteil setzen würde. Frau Nassauer—Frankfurt a. M. stellte einen Antrag auf Gründung einer Kasse zur Beorderung der F r ü h e h e. begründete ihn sehr Wirkungsvoll und wies darauf h-n, daß nur Selbsthilfe, etwa in. Form emes durch Versicherung erreichten .Sparzwangs hierbei Nutzen bring-n werde. Sie verlangte auch Gesundhe. 'saaeste für beide Eheleute. Auf Apirag der Ort'g'uppe Breslau, durchFr Ollendort vertreten, wird beschlossen, das Heini in Neu- Isenburg durch rege näß ge J ihre» bei träge der Ortsgruppen in Höbe von 50 M. und der angeschlossenen Vereine! in Hö ie von 10 M. zu unterstützen. Auch soll möglichst erreicht werden, d-ß die jüdischen Gemeinden sich z* regelmiß gen Beiträgen verpflichten. Es fnlgte nun der Antrag auf Gründung eines Erziehungsheims für jüdische Mä ich-n aller Sande durch 'tl. W e r n e r -H a ra b ur g; die Forderung der bayrischen Vereine auf das Recht, sich zu einem Landesverband zusammenzuschließen, durch Fr. Hop f—N Arnberg vertreten und schließlich} die Anregung der E berfelder Ortsgrup pe, die durch Fr. Norden den Bund ersuchte, cUß auch er sich für L'' . de köperhehe Ausbildung, der jüdischem Frauen und lür ver:infacnte und zwackentsprechende Fraueukleidu.ig einsetzen möge. Sämtliche Anträge wurden, z. T mit kleinen A >ä iderungen, aigeriomrnen Die T darauf folgenden die iger Wahlen, ergaben Wiederwahl des Vorstandes und an Stelle ein ausscheidender Vorstandsmitglieder die Z^wahl von Fr. E s c h e I b a c h e r— B e r 1 l*"n .(Vorsitzende) des Logenf auenveroandsX Fn V o g e I s t e i n—K'ö n i g sb e r g ur|d Vorsitz;nde Fran < f u r t a. M. Fr. Hopf-Nürnberg. Als erste wurde Frl. Berta Pappen heii raelnstimmig wiedergewählt Mit ihrer S :b jußansprache in der feinen, vennnerltchten Art, du: dieser Reduerin egen Ist, und mit der einstimmigen Annahme folgender Entschließung kräng die ragung aus: „Die in Berlin am 28. Januar 1917 tagende 5. Delegierten Versammlung des jüdischen Frauenbundes, welche die Vertreung von 44000 jüdischen Fraien in Deutschland bildet, wünscht zum Ausdruck zu bringen, wie tief schmerzlich die jüdischen Frauen als Gattinnen, Mütter, Bräute und Schwestern die Judenzäh 11 n g im deutschen.Heere empfunden haben. Sie Sind sich bewußt, daß Männer und Frauen der deut-

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