Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 39 (sequence 11)
- Language
- German
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des Zweigvereins; ihr unterstehen sechzehn Hauptleute — ob männliche oder weibliche, wird nicht gesagt — und jeder Hauptmann hat wieder seinen Beamtenrat. Von Stadt zu Stadt soll sich eine Kette dieser H Ifsvereine schlingen. Wie wir einem Bericht der Bundesloge zu Duluth (Minnesota) entnehmen, will das amerikanisch jüdische Hilfskomitee (in dessen Rahmen das Zentralkomi ee arbeitet) im ganzen 20 Millionen Mark aulbringen. . Die Mittel werden gebraucht; und bei I der unvergleichlichen Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen jenseits des Ozeans wird diese gewaltige Summe au:h aufgebracht werden! icht nur materiell, sondern auch ideell machen unsere amerikanischen Brüder ihren Einfluß zu Gunsten der Juden in den kriegführenden Lindern geltend. So hat jüngst eine von 500 Delegierten hickte Konferenz des „Allgemeinen jüdischen Aibeiterbundes" zusammen, um bei den zu erhoffen Jen Friedensverbandlungen gleiche Rechte für alle Juden in den beteiligten Staaten zu erzwingen. Diese Koifeteaz bedeutet den ersten Schritt zu {einen gewaltigen j ü d i s c h e n W e 11 ko n g r e ß, der am Schiuli cer europäischen Feindse'igke len zusammentreten wird. Die e Kongießfrsge beschäftigt unausgesetzt auch untere Orcensleitung, de sich ihren erheblichen Einfluß sieben wird. (Inzwischen ist Br. Ordenspiäsident Kraus am 25. Dezember 1916 zum vorläufigen Präsidenten des Amerikanisch-Jüdischen Kongrtßkomitees gewählt worden. Auch zum permanenten Vorsitzenden wurde er vom Majorität des Komitees vorgeschlagen, jedoch verzichtete er zu Gunsten des Herrn Nathan Strauß auf dieses hohe Amt. i Ein Gedankenaustausch mit den Großlegen der europäischen Distrikte wird dem Kongrtß vorangeben. Anm. d. Red.) r Erfreulicherweise falien Am egungci, Entscheidungen und heftende Bemeikungen aus unserm Distrikt drüben in Aroer kt vielfach auf fruchtbaren Boden. So wurde neulich in der ür entil-Hil el Loge zu Chicago — der unser hochw. Ordenspräsident angehört—ein Diskussionsabend über die Frage veranstaltet : „Soll unser Orden aufhören, ein Geheimorden zu sein?" D.e stielenden Paneea konnten sich nicht einigen. Erst als Br. E d w a r d M e n k i n in seinem Relerate sich auf ein Wort untetes Ex-Großpräsidenten Br. Oeheim rat Mar etzki berief: '„Der Orden B. B. ist kt in Oeheiuibund, sondern eine geschlossene Gesellschaft," war die Frage einwandfrei entschieden. Dank der unermüdlichen Tätigkeit seines Leiters, des Rabbiners Dr. Co ff e e, hat sich der „Soziale Hilfsdienst" in der kurzen Zeit seines Bestehens, bereits die Anerkennung aller sieben amerikanischen Distrikte erworben. Wie bereits mitgeteilt, mehren sich in Amerika die Fälle von unfreundlicher Oesinnung gegen unsere Glaubensgemeinschaft. Sollte man es im „Lande der. Fr-iheit" für möglieh halten, daß es in Chicago Hotels gibt, die im Winter keine Juden aufnehmen, sie aber im Sommer willkommen heiK:n wenn die Wintergäste mit ihren Familien die Seebäder aufsuchen! Die Juilenkankatur im Nim und auf der Bühne hat dank des energischen Eingreifens .unseres Ordens nachgelassen; ganz verschwunden jshsie noch nicht. Was soll man aber dazu sagen, daß sich in Los Angeles tme Menge von Juden'bereit gefunden haben, als Darsteller bti tiner Szene mitzuwirken, die bti der Aufführung sicher böses Blut gemacht hat e, wenn nicht die vorzüglich arbeitende Los Angetes-Luge rechtzeitig eingeschritten wä'e! Ebenso geben leider vornehme Journale,Monatshefte und Wochenscb' iften vielfach ihre Spalten zu judenfeindlichen Aufsätzen her. -Erst in der vorliegenden Nummer (VIII.9) mußte Br. Abraham B. Cowen gegen einen Aufsatz „ Der bescheidene Einwanderer" in der „Atlaniic Monihiy" Widerspruch erheben und sich hierbei auf ein Buch von John Fostef Fräser, „Der Jude als Eroberer" stüzen das fie lich eine bittere Wahrheit,enthält: „Der Jude von heute ist tatsächlich bei seinem ei eien Leieren-' begängnis zugebe 1. Je mehr hei neuen er genießt, je mehr er sich mit seinen Lands.euiei anderen Bekenntnisse* vermischt, desto weniger Jude ist er." Ein Wort zum Kampf gegen die am Marke unserer Gemeinschaft zehrende Sucht naeh Mi-chehen! „ IJnsirei.i» geben die vielfach noch unerzogenen Einwanderer manchmal zum Aergemis Anhß. Ist es z. B. nötig, daß jurge Leu e beiderlei Geschlechts zu Seattle (Washington) sich zu e r.e n , Jüdiscf en Poliukerklub" zusammenschließen wollen? Die ,beiden dort'gen Legen haben gegen diese Gründung Einspruch erhoben mit ber B g ündutig : „Religion und Politik sind verschiedene Dinge.. Nach jüdischer. Anschauung ist den Interessen jeder Regierung am besten gedient, Religion und Politik von. einander getrennt wenn bleiben." Im übrigen ist über das Loginieben in Amerika wahrend der Btrichtzeit viel Schönes mitzuteilen. Eine ganze auf Reihe von Arbeitss ätten unseres- Ordens sind eigenem Grund und Boden errichtet worden. Mehrere Logen feierten Jubiläen. Bei dem 25jährigen Stiftungsfeste der Argo-Loge in Washington forderte - 39 - l