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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-03-01 · Nr. 3 - März · p. Seite 34

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 3 - März
Date
1917-03-01
Page
Seite 34 (sequence 6)
Language
German
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öfteren Stadt der jüdischen Jugend ein Heim gefrort sein, in das sowohl junge Männer wie junge en an jedem Abend eintreten können, sei es zum Lesen oder Schreiben, zu gemeinsamem Spiel Dder sonstiger gesitteter Unterhaltung. Das Heim muß daher eine Bibliothek haben, und da das Beste Für die Jugend gerade gut genug ist, eine Sammlung der besten Bücher zur Unterhaltung sowohl wie zur Belehrung. Ein Billardzimmer, ein Zimmer für Schachspiel und andere Brettspiele,' wenn möglich ein Kegelbahn muß vorhanden sein. Auch ein Sial mit Turngeräten ist dringend notwendig, damit die jüdischen Turnvereine im selben Hause arbeiten können, damit aber auch zu jeder Zeit die jungen Leute, die das Bedürfnis haben, ihre Muskeln stärken können. So mancher, der den ganzen Tag rechnen mußte, wird davon gern Gebrauch machen. 1—2 Abende würde der Turnsaal der weiblichen Jugend zu jüberkssen sein. Für diese" müßte ein Nähzimmer mit Nähmaschine vorhanden sein. So manches einer junge Mädchen würde das. benutzen, um kleine Ausbesserungen an der Kleidung vorzunehmen, wozu sie zu Hause keine Lust und Gelegenheit hat, durch das Beispiel der Fieundinnen aber angeregt wird. In Universitätsstädten ist der Eintritt der jungen Akademiker in die jüdischen Jugendvereine auf jede mögliche Weise zu fördern. Es ist nicht zu zweifeln, daß jüdische Studenten und Studentinnen, die keiner akadem sehen Verbindung sich anschließen wollen, durch ein so vollkommen eingerichtetes jüdisches Jugendbeim angeregt wetdeti, einem jüdischen jugendverein beizutreten. Dieses jüdische Vereinshaus muß in den ganz großen Gemeinden wenigstens zwei kleine Säle enthalten, in denen Vortlage gehalten werden, die sich aber zu einem großen Fest- und Tanzsaal vereinigen lassen. Denn unsere Jugend dem Kriege auch wieder in fröhlichem, drehen. wird nach Tanze sich Die Verwaltung eines solchen Vereinshauses muß natürlich möglichst demokratisch sein; jeder jüdische Verein muß seinen Tendenzen leben können. Nichts darf ihnen aufgedrängt werden, insbesondere darf keine gewaltsame Fütterung mit jüdischer Geschichte und Literatur stattfinden. Die Kosten der jüdischen Vereinshäuser sind von der Gesamtheit der Juden zu tragen, da alle Juden ein Interesse an der Erhaltuug des Judentums haben, also auch an der möglichsten Verringerung der Mischehen. Die Hauptträger der Kosten müssen die Großgemeinden sein, ohne daß Stiftungsbei iräge von reichen Glaubensgenossen Und Notabein zurückgewiesen werden. Es sind schleunigst alle Vorbereitungen zu treuen, damit in den vier größten Gemeinden Deutschlands, Berlin, Breslau, Cöln und Hamburg, sofort nach Beendigung des Krieges ein Haus für die jüdischen Jugendvereine in der geschilderten Weise eingerichtet und in Benutzung genommen werden kann. Der Großloge ist zu empfehlen, die Brüder, welche in der Verwaltung dieser Oroßgemeindeni tätig sind,« zu einer Konferenz einzuberufen und die Angelegenheit zu besprechen. Die Großloge des Ordens Bnei Briss, zu dessen Prinzipien es gehört, „den geistigen und moralischen Charakter unseres Stammes zu entwickeln; und zu heben", erscheint als die geeignetste Injt inz, die Lösung der Mischehen-Frage in die Wege zu leiten. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Aus den Berliner Logen. (Vortrag des Br. Dr. Haas.) Vor den Mitgliedern der vierltohner Logen und ihren Angehörigen hielt am 26. Februar Br. Dr. Haas, Karlsruhe, einen Vortrag über seine:,,Erfahrungen im Osten". Er schilderte mit einer erfrischenden Objektivität die verschiedenen Schichten der polnischen Juden: 1. die sogenannten Assimilanten, d. h diejenigen Juden, welche im Polen tum aufgehen wollen, polnische Staatsbürger jüdischen Glaubens zu werden bestrebt sind, unter ihnen eine recht dünne Schicht religiöser und religiös lebender Juden, - 34 -

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