Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1917-03-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4864325-6029093-6074389--2176-4866273- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
; und den Beteiligten mehr Bewagungsfreiheit und Entwttklungstnöglichkeit zu schaffen. { Ob wir dadurch das bei uns Juden in letzter Zeit überhand genomaene Uebel der Spätheiraten —| wie dies in einer Denkschrift der Hauptstelle für ufsberatung hervorgehoben wurde — aus der Weit äffen werden, können wir von vornherein nicht en. Diese späte Begründung einer Familie! geschieht u. E nicht aus dem Grunde, weil das Leben an uns grole Anforderungen stellt, vielmehr dadurch, daß wir an das Leben größere Anforderungen stdUn als unsere Väter. Das Einkommen eines jidischen rimdlurarsgenilfen oder Handlungsreisend .n in unserer Zeit ist bei seinem fünfundzwanzigsten Leben»jähre mindestens so grell wie das unserer Vorfahren, die frühzeitig Fam liea begrü ideten und sogar eine große Scher van Kindern nicht scheuter. Allerdings braucht raaa bai einer Familieabegrünclußg nicht gleich eine graße mit alWm Komfort ausgestattete Wohnung zu beanspruchen, viel nehr müßte man slcn mit einer kleineren besaaeideri and an das Dxhterwart denken: „Ftaum ist in der kleinsten Hürte....". Nach dieser Richtung bia wird es gerade die Aufgabe unserer Lagen, der Frauen- und-Jugendvereine sein, erziehlich auf die Jugend zu wirken, damit sie sich aer airjüdwehen Bescheidanhelt und Anspruchslosigkeit befleißige. Wir haben hier naturgemäß dicht nur die männliche Jugend im Auge, sondern auch — und vielleicht in noch viel nöaerem JVUße -- 4'C weibliche.. Wollen wir na.nl ich unsere ad TT und Mädchen, die jahraus jahrein die Schule verlassen, und denen bei der Ergreifung eines Berufe» Wiake und Ratsch'äge gegeben werden sollen. Durch den Krieg, den bekannten Unwerter alle Werte, wird sich aber die Berufsberatung in Unsen r Zeit nicht nur auf die Jugend beschränken können, vielmehr wird sie sich auch auf die Erwachsenen erstrecken müssen. Tauseade und Abertausende von Volksgenossen sind bereits aus dem Kriege in die Heimat zurückgekehrt; zurückgekehrt — anders als sie ausgezogen sind. Viele von diesem Kriegsteilnehmern, die sdon j-tzt zum:k*irö nen, und die «ann noch in größerem Maße zurückflnten werden,sind dnreh erlittene Beschädigungen an Leib und Geist aas den früheren von ihnen ausgeübten Brrufen hinausgedrängt worden. Sie werden sich nach neuen Beaätigungstaöglichkeiten umsehen müssen, um ihr Leben und das ihrer Familien cmalten zu können. Diesen Kriegsbeschädigten zu raten und ihnen das Richtige zu empfehlen, wird nicht leicht sein; da he ßt es vorsichtig prüfen, scharf nachdenken und reiflich überlegen, um MBgriffe zu vermeiden, um den Ratheisc lenden Enttäuschungen zu ersparen. Bei dieser überaus schwierigen A iftfibe der Fürsorge für Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte wird man in er.ter Line darauf bedacht sein müssen, daß der Saat seiner Verpflichtung b;tr. Versorgung der zurückgekehrten Kröger nachkomme. [ >ie jü iischea Organisationen sollen hier nur ergänzend eingreifen. jungen Leute dem Handwerk, der Gärtnerei und dem angehö'gtn ohne Unterschied des GUubensb kennt- Wir Juden mütsen uiit aller Zähigkeit und drucke vam Staate verlangen, daß er füi Ackerbau zuführen, su mü«en wir auch duür sorgen, daß sie p<saend« Frauaa bekommen, Frauen, die Ihren Mäanem nach den Worte der Schrift echte S Uczen fürs Leben sind, die es verstehen, da« vom Manne in harter Arbeit, in Schweiß und Fleß Erworbene mit bescheidenem und ordnendem Sinn festzuhalten und zu mehren. Wir müs»en unsere IpJiter, selb-1 solchr, die eine bö-aere Bildung genossen haoen, ra über belehren, <aß die schwieligen Hände eines Handwerkers Joder eines Bauern keineswegs zu verachten seien, diß man diesen schlichten Arbeitern .die Hand zum Lebensbunde getrost reichen darf, weil man mit ihnen viel glücklicher sein, könne als mit den jungen Leuten, die sich auf dem Tanzboden oder Tennispia z der Großstadt manche Aeußcrlichkeiten angeeignet haben. I Wenn man von Berufsberatung spricht, denkt man in erster Linie an die Jugend, an die vielen Knaben — 32 nisse* so gt und zwar nach einem besimmten für alle, und konfessionellen nicht etwa Prozentsätze. 'Haben ji auch die ftindhehen Geschosse und Granaten bei ihren W.rkungen auf die bö igen nicht nach der Konfession einem gewissen Prozentsätze gefragt. Ueberall bei der Post, bei der Eisenbahn, in den Müssen, in den sonstigen staatlichen und städtischen Büros trieben müßten die jüdischen Kriegsteilre ihren Kenntnissen uad Fähigkeiten Unter fünft finden; Sie sind Heerenngenönge und müssen nuhtjüdiachen Kameraden behandelt werden. Freilich wer Jen auch wir, um die Kriegsteilnehmer recht schnell zu Stelling und zu Brut zu bringen, außerdem offene Stellen sorgen müssen betrieben. Da wäre zunächst leute und Fabrikunternehmv, noch und auch zwa* allem Nachdie Heeres- Heeresange- oder nach und Beehmer nach gleich ihren Missen der für viele in Privatdie Pflicht der Kaufihre früheren Ange-