Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1917-02-01
- Page
- Seite 19 (sequence 7)
- Language
- German
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regt worden sei. Die schriftlichen Verhandlungen Aber diese Frage, die nur zeitweise geruht bitten, dürften zu gegebener Zeit wieder aufgenommen werden. Br. Stein berichtet über den Plan des Verbandes dar Deutschen Juden, eine Feldbibel für jBdlsche Soldaten zu schalten. Der Oedanke selbst ist von den Feldrabbittern auagegangen, welche bei den jüdischen Soldaten ein lebhaftes Bedürfnis nach einer geeigneten Feldbibel wahrgenommen bitten Die erforderliche Gesamtsumme beträgt 15 000 Mark, das Einzelexemplar würde 1 M. kosten. Der Geschäftaaussebuß schlägt eine Unterstützungaaumme von 300 Mark vor. Das Generalkomitee tritt der Bewilligung bei. Für die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft dea Judentums beantragt Br. Stein eine Summe von 300 M. zu bewilligen, um die immerwährende Mitgliedschaft zu erwerben. Eine kurze Besprechung knüpft sich an die Unterscheidung des Begriffes der immerwährenden bezw. lebenslänglichen Mitgliedschaft, wobei Br. A1 e x a u j| e r K a t z hervorhebt, daß eine lebenslängliche Mitgliedsduft nur für physische Personen in Frage käme. Br. F1 n k e 1 tritt für eine Bewilligung von 100_A>L_ pro Jahr ein, die aus dem Grunde nur etne einmalige sein 1 önne, weil nach unseren Statuten nur ji irlicbe Bewil igungen In Frage kommen können,, und der Anira { somit stet* von neuem wieder gestellt werden müßte, (n diesem Sinne beschließt das General- I ] komit :e. Entsprechend dem schriftlich niedergelegten Vorschlag des Br Bi erwald werden auch für d«s Jahr 1917 1000 Ma-k für den Religionsunterricht in kleinen Gemeinden bewill'gt, da die Verhiitnwae in denselben sich durch de Krieg durch Einziehung der Lehrerschaft sowie einer Anzahl jüdischer Bürger beträchtlich verschlimmert haben. Schluß der Abendsitzung II Uhr. Sonntag, den 10 Dezember vormittags lOUhr. BrVT i m e n d or f er eröffnet kurz nach 10 Uhr den i wer en Teil der Sitzung. Er begrüßt den auf Einladung erschienenen Br. Horwitz, den Vorsitzender! Oes \ er band es der Deut>chan Juden und des Ceniralvereiis Deutscher Staatsbürger jüdischen Olaubens, und dankt ihm herzlichst, daß er sieb bereit erklärt habe, im Kreise der Binder über die uns alle aufs tiefst« bewegende Frage der sogenannten „Judenzählung' zu berichten. Br Horwitz führt ist fünfviertels»ündigen Anavertrauliche < einandersetzungen, indem er zum Teil Mitteilungen macht, etwa folgendes aus: Er spreche über eine Sache, von der man nicht nötig Nabe,' erat zu betonen, daß sich unsere tiefste Enhü«iun^ damit verknüpfe Zwei Dinge müsse man hierbei unterscheiden : I. Die Angelegenheit des Haushalisausschusses des — 19 — Reichstages, - 2 den Erlaß des Kriegsministers Wild von Hohenborn, der zeit! ch vorausgegangen Und. nur nachher zlur öffentlichen Kenntnis gekommen sei Im HaustialtsauaachuB hauen am 20. Oktober ds. Ja. das Zentrum und die Nationalliberalen eine Feststellung d-r Juden angeregt, welche sieb in den söge nann-cn Krieg gesellschaftrn befinden. Auch die Konservativen stimmten dafür, dagegen nur die demokratlichen Parteien Zentrum, und Nationalliberale wehrten sich dagjeg n, daß der-Antrag antisemitischen Gründen entsprungen sei; man wolle nur Vorwürfen, Klagen' und B sciwerden entgegentreten, welche vielfach erhoben -wurden seien. Wie bekannt, habe sich der Ver reter derR-gierung gegen diese Zählung verwahrt Man würde darnfi Persönlichkeiten vor den Kopf stoßen, welche aus lautersten Motiven tue Dienst, dem Vaterlande wid neten Am Tage de* Bekanntwerdms des Antrages wurde im Vorstand ' des Verbandes der - Deutschen Juden, mit' welchem ger Cemraiverein Hand in Hand ging, der Beschluß gelabt, schleunigst Schritte gegen dieses entwürdigende Verhalten großer politischer Parteien zu untermhmen. Obgleich Br. Hprwitz noch krank war, verständigten sich sofort die drei Vors tzenden, es wurde schriftlich »nd müniiich mit der Reg erung verhandelt und die Gewißheit erzielt, daß jenem Beschlüsse keinerlei Folge gegeben werden würde/ Inzwischen wurde duren die Reichtagsverhandlungen vom 3 N.»vrm -er Bekannt, daß der Knegiminister einen Erlaß zur Zählung der jüdischen Soldaten an und auß.ralb der Front angeordnet habe, | angeblich, um gleichfalls Vorwürfen, die seit geraumer Zeit gegen die JuJch erhoben wurden, auf Grund sicheren Mitenals entgegentreten zu können. Damit steigerte sich natürlich die Mühe und Arbeit sowie! die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Sotort setzten Verhandlungen mit Vertretern der Regierung ein. Es * urde mit den Vertreter des Reichskanzlers in Verbindung getreten, mit Vertretern dea Knegsministenum-» Rücksprachen .genommen und überall würfe mit Schärfe der Standpunkt der jüdi "».'i'VV'"-■»•'• '••.- ■ . - $',