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Bericht der Großloge für Deutschland · 1917-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. Seite 3

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1917
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1917-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Eine Ehrung des Exgroßpräsidenten Br. Julius Fenchel. In der w. Kant-Loge, in Königsberg hielt Br. Waisenhausdirektor P e r i t z aus Anlaß des 80' Ge- 15urtstages von Br. Julius Fenchel einen Vortrag, den er uns freundlichst übersandt hat. Er gedenkt darin der Gründung der ersten deutschen Loge auf deutschem Boden, die mit dem Namen Fenchels dauernd verknüpf' ist. Dtr v'onrag führt unsere Erinnerung zurück in die Zeitveit ältnisse, in denen der Orden in Deutschland ent-tand. > Br Fenchel gehörte zunächst dem Odd Fellow- Orden an und nahm daselbst eine angesehene Stellung ein. v •■% Als um das Jahr 1880 die antisemitischen Hetzereien begannen, machen sich Strömungen dieser Art auch im Cdd Fellow - Orden bemerkbar. Dies be*og br. Fenchel aus Gründen der Selbstichtung zum Austritt aus dem Odd Fellow-Ordeh ind zu dem Bestreben der Gründung einer eigenen ü d i s c h e n Loge nach dem Muster der in Amerika ■>.rens seit dem J ihre 184J estehenden Logen. Br. Fenchel suchte Fühlung mit Amerika und van die sich an den Vorsitzenden des amerikanischen 3nei Bnss-Ordens Br. Bien in New Yutk. Die Antwort war zunächst ablehnend, da man die Zeiti trömungen in Deutschland für die G'ündung einer Loge als nicht günstig erachtete.- Br. Fenchel überwandt jedoch die Bedenken, indem er ausführte, daß gerade dtr besondere Druck einen gemeinsamen Zusammenschluß der Juden in Deutschland begünstige und dringend erforderlich mache. Die Wirkung war die, daß ein Ordensdelegierter Kutnow im Juli 1881 in Berlin einraf. Sein Bericht nach New, Yo k lautete jedoch gleichfalls abratend. Erneute Verhandlungen führten dann zur Entsendung eines zweiten Ddegierten, der btreits Generalvollmacht zur evtl Installation der deutschen Loge mitbrachte. Aber auch er verhielt sich zurächst gegenüber dem Kreise um Fenchel spröde, weil die Logengründer sich zumeist aus einfachen, in der Großwelt des Handtls und der Industrie wenig bekaniten Kaufleuten zusammensetzten. Die Achtbarkeit und die Tatkraft des Br. Fenchel und seiner Freunde überwanden jedoch alle Hindernisse, und die Installation kam zustande M.t 26 Brüdern* wurde am 20 Marz 1882 die erste deutsche Bnei Briss-Loge, die „Deutsche R e i c h s - L o g e", in einem Zimmer des Hotels Saxe k & m ~^«-~*y- \ \«A^4»finT?<~** 4fJJ/ticfir*~fiC*jt-. :'.Vin der Burgstraße eröffnet. Die Einführung durch ' den Ordensdelegierten El I i ng er -ließ die bescheidensten Erwartungen von Feierlichkeit vermissen, so daß Br. Fenchel mit seiner Kenntnis des Odd Fellow- Zeremoniells einspringen mußte. Zum Präsidenten wurde, Br. J ablons ki gewählt, zum Viz präiidenten Br Fenchel. Nach i halbjährigem Bestehen konnte die erste Tochterloge in Halle, die Germania-Loge, errichtet werden. Es folgten in Berlin die, Berthold Auerbach- Loge" und sodann die Logen in~Kattowitz und Beuthen. ' br. P e r i t z betonte auf Grund des aktenmäßigen .; . Materials, daß, sich gegenüber der niederdrückenden Bewegung in Deutschland bei den Anhängern der ul-s/fif jüdischen Logen eine lebhafte Stärkung des j ü- ^,J^ d i sie h e n Bewußtseins geltend machte. Nach ( fo'wt(& der Installation der fünften deutschen Lege vollzog /**4:j?$f) sich die Bildung eines provisorischen Generalkomitees für Deubch'and. Fenchel wurde zu n Prä identen - gewäilt. Nach. Entstehung der ^neunten deutschen**'*^^'- Logi jkonnte am /& Juni .1885, bereits die j volle1 ^e",<*8*^ Distrikbselbsiändigkeit ausgesprochen werden. Ordens- ^hr',nf Präsident Bien vollzog in Berlin' die Installation der h Grubloge für Deutschland. Fenchel wurde erster Gro Ii präsident. ihr geben die angeführten kurzen .Notizen zu unseres ehrwürdigen Bruders, des Exgroßpräsidenten J ulius Fenchel, wieder, indem wir, dadurch gern de Gründungszeit der ers en deutschen Logen mit einigenStrichen wieder aulleben lassen. * Alle Achtuug vor der Tatkraft des Mmnes, untei Ueberwindung von außerordentlichen äußeren Schw ierigkeiten die große Schöpfung des deutschen B. B und der ■O dens zulande zu bringen und gegen Angriff Hohn durchzusetzen vermochte. L Auch der innenn Schwierigkeiten waren nicht wenige. Das Autoriiätsprirrzip mußte sich erst langsam durchse zen, und Reklamationen gegen die Leitung gab es in Hülle und Fülle. Aus schlichtem Grunde hat sich einachtunggebietender Bau gebildet. Br.-Fenchel darf stolz darauf sein, dieersten Fundamente zu diesem Bau gelegt zu haben. V JMtu-'!" SHi

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