Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Br. Escbelbacher war ein geborener Ben Brjss, die rdenstugenden Wohltätigkeit, Bruderliebe, Eintracht waren nicht seinem Wesen fremde Forderungen, sie entsprachen seiner natürlichen Anlage. So .trat er unmittelbar nach seiner Ucbersiedelung nach Berlin der Ä lontefiore Loge bei. und gewann das Vertrauen und die Liebe der Brüder .in dem Maße, daß er nach I irzer Zeit zum Beamten und schließlich zum Präsidenten erwählt wurde. Und weit über seine Loge hinaus erstreckte sich seine V irksamke t. Aus eigener Anschauung kenne ich seine TKigkeit im Komitee für die Toynbe'ehalle, dem er von den ersten voi bereitenden Schritten angehört hat. In den unsicheren ersten Anfangen dieser segensreichen Institution war ein Mann von seinem warmfühlenden H Erzen, von seinem sozialen Empfinden, seinem Versti ndms und seiner Lebenserfahrung ein! unschäz- ^arer Führer. Daß das. neue Unternehmen über Erwarten gut gedieh, ist der Tatkra't und Sachlichkeit zu danken, mit denen der G undstein gelegt, die ersten Arbeiten geleistet wurdei; an ihnen hatten Br. Es :helbacher und seine Gattin, die noch heute Leiterin de4 Qamenkomitees ist, wie allgemein anerkannt, ein en hervorragenden Anteil. I Auch in der Jugendschr i f ten komm issio n dei Gsoßloge, die bei ihrer Grü ldung ausschließlich aus Fachmännern bestand, zeichnete Br. Eschelbacher siel i durch seine ganz besondere Sachkunde aus. Er wai ein Mann von. selten ausgebreiteter und abgerundeter Bildung, von gediegener und gründlicher Gelehrsamkeit. Der Erzieherberuf .war ihm; heilig, er war mit allem vertraut, was damit in Verbindung stand; er kannte daher wie kein zweiter alles, was an |ugendliteratur vorhanden und was auf diesem Gebiete zu erstreben war. Er hatte seifte festen Gruidrä'ze, verschloß sich aber nicht gegen neue Bestrebungen, er freu e sich an dem Schönen, wo er es find, und war glücklich, wenn er ein neues aufstretendes Talent fördern konnte. Wir werden seinen Rat ind seine Mitarbeit schmerzlich entbehren. Cie Großlöge hat ihn auch in den Sonderaus» cht! ß für geistige Interessen berufen und auch dort hat er, bis der Krieg die {Arbeiten störte, wacker mitgeholfen. Wo es, wie dort, galt, die geistigen Bestrebungen des wertvollsten Teils der deutschen Judenheit zu leiten, war Eschelbacher an ^nn seinem' Platze., Er kannte alle ähnlichen Versuche, die auf. anderer Grundlage früher unternommen worden waren, er wußte, woran sie gescheitert waren, und was uns not tut. Wer war auch wie er mit den zahlreichen Angriffen vertraut, die ständig gegen unseren Glauben unternommen werden, wer hatte s* trefflich gelehrt, wie die Abwehr zu führen war! Auch daß seine Mitwirkung den auf religiös-konservativem Boden stehenden Brüdern die Gewähr bot, daß nichts geschehen würde, was ihre Anschauungen verletzen könnte, schlug der Einrichtung zum Segen aus. Noch in eine" andere Neugründung hat die Großloge ihn und seine Gattin zur Leitung mitberufen, in das jaffa'sche Fürsorge- und Waisenheini. Auch in dieses Amt brachten beide nicht nur ihr gutes Herz, die Ueberzeugung von der Notwendigkeit und Nützlichkeit der Aufgab?, sondern auch eine reiche Erfahrung mit. Aus Mitgefühl mit den der Eltern beraubten Kindern, in der Hoffnung, aus ihren Reihen wertvolle Menschen, aufrechte Juden heranbilden zu können, hatte Eschelbacher bereits in seinem früheren Wirkungskreise, in Bruchsal, den Landesverein zur Erziehung israelitischer Wai-:en in Baden geschaffen, den größten Verein, des Großfierzoitums, der seither schon vielen hundert Kindern das Elternhaus ersetzt und. den Weg ins Leben gebahnt hat. Er war. der Vater und blieb die Seele des Landesvereins, er trug nicht allein für die Mittel zur Erhaltung Sorge, sondern leitete auch die Erziehung der Kinder mit der ihm eigenen Treue, Liebe und Güte. Diese bewährten Eigenschaften hat er auci im Jaffaheim betätigt, er hat sich auch um diese rasch emporgeblühte Einrichtung unseres Ordens dauernde Verdienste erworben, seinem religiösen und sozialen Geist in ihrer Verwaltung und m ihrer Leitung zur Geltung verholten. So verliert auch unser Distrikt in Br. Eschelbacher, , eines jener ausgezeichneten Mitglieder, wie sie selten wiederzufinden sind, einen Bruder voll Bereitschaft, und Tatkraft, dessen Anregungen in unserer Mitte, fortwirken und sein Andenken wach erhalten werden. Er hat den Wahlspruch unseres Ordens zum Leitmotiv seines Lebens erhobai: „Werde ein Segen.*' Zum Segen wird auch sein Andenken sein! < Br. I. El bogen (B. Auerbach-Löge). I 2 —