Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1916-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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/ f, Erregung bei den Einen, Verbitterung bei den At deren unserer Glaubensgenossen haben Vorgänge aufgelöst, die sich im Haushaltaüsschuß und im l'hnum des Reichstages abgespielt haben. Sie sind gedeutet worden als ein neues Erwachen des Antisemitismus, und dies in einer Zeit, da unser Vaterland in allerfch wersiem Kampfe steht, und da' alle Kräfte unseres Vaterlandes zu einheitlichem Zusammenwirken zusammengefaßt werden sollten und müßten; in solcher Zeit ein Aulflackern des Antisemitismus und damit ein Zerreißen der Volkseinheit wie zwischen Julen und Antisemiten, so auch zwischen Antisemiten urd jenen Millionen christlicher Deutschen; die aus H imaniiät und aus politischer Klugheit die Aiitise-1 ra ten als Feinde, jeder gesunden Erit»vickelung in Deutschland betrachten. Das waren ernste Anzeichen urd für die Juden überdies tief traurige Anzeichen. I Es wird nötig sein, die Empfindungen] die uns Juten zunächst berechtigter- und erklärlicherweise beseelten, zurückzudrängen, und wir müssen versuchen, auf Grund der Tatsachen zu einem objektiven Urteil über die Vorgänge zu gelangen. Am 19. Oktober wurde im Haushaltaussehuß des Re ichstages ein Antrag eingebracht und gegen die St mmen der Linken angenommen, der dahin lautete, eine Zählung der Juden in den Kriegsgesellschaften verzunehmen. 1 Es ist festzustellen, daß gegen diesen Antrag im Ausschuß sreh außer den Abgeordneten der Linken atch der Vertreter der Refchsregierung Unterstaatsse <retär v. Stein sofort mit aller Entschiedenheit erk'ärt hit. Das war nur natürlich, und nicht nur ein Bew:is von Vorurteilslosigkeit, sondern zugleich von politischer Weitsicht. Eine Statistik, wie sie verlangt, wurde, wäre für je len Kenner statistischer Untersuchungen absolut wertlos gewesen. , In den Kriegsgesellschaften müssen natürlich sich verständige Personen sitzen, wenn die Gesellschaften ihren Zweck erfüllen sollen, und da di e Juden infolge einer gegebenen historischen Ent- Wickelung in einem stattlichen*Prozentsatz dem Kaufrr annsstand angehören, so wäre es selbstverständlich gewesen, wenn eine entsprechende Anzahl Juden aus den verschiedenen kaufmännischen Fächern in die Kriegsgesellschaften berufen worden, wäre. Eine Statistik, die irgendeine Beweiskraft hätte haben sollen, würde sich also auf zwei Zahlenreihen haben stützen Patriotismus und Antisemitismus Von Br. Dr. Paul Nathan. . - v - •% Sie hätte zu Grunde legen müssen, wievie e müssen Juden es beispielsweise Lederte nd»l usw. in n oV der Gesamtzahl aller in zweigen Beteiligten, und dieser Grundlage aufgeb die Feststellung, die man Unterlage bieten können gewesei, diese gesicher denn e ne konfessionelle nicht. Wir wissen also im Getreidehandelloder im alenteilen gibt.gegenübCr len betreffenden. Geschäftsdann wäre /.u vergleichen gewesen, ob dieses Verhältnis auch, in den "Kriegsgesellschaften wieder zu läge tritt, oder welche Veränderungen es etwa auf*e«t. E ine Statistik, die aut ailt wörüen wäre, hätte für wünschte, e;ne brauchbare aber es wäre unmöglich chtt wieviel Juden in Friecenszeiten m einem bestimmten Geschäftszweig.neben den Ctristen beschäftigt auch n cht ermitteln, ob nach irgendeiner Richtuhf; malen v'erhälmissen si fes$ioni :11er jBeziehung zeji^t. Eine Statistik, die'sich zählen, wieviel JJden einzelnen Gesellschaften sichtigling, wieviel Juden Geschäftszweig im Frieden licher»weise zu Hetzerejer objektive Beurteilung Wären ihre Zahlen auet wesen, so hätte sie doch snd, und'-wir/können <laher Mi' er ü.1 Unte-Iage zu beschaffen, s.statistfk "haben wir 1 den; Kriegsgesellschaften hin- "gegenüber den nojreine Verschiebung in kondarauf beschränkt hätte,, wieviel Christen in de ni si;h wiejviet Christen->in den befinden ohne/ Berück- und wieviel- Cnristen dem angehören, konnte niög- Füri jede i-nutzt werden. sre | vollständig' wertlos, ohne jede* Beweiskraft gern dieser schweren Zeit tiefe Verbitterung in weite Kreiie unseres Volkes und ge Kreise.hineingetragen, und seine internationale Rückwiß nicht nur in jüdisch das Vorgehen hätte auch wirkun{g zweifellos gehabt, fr! ' Die Zahl der Freunde, die das Deutsche Reich im neutralen Auslande hat, st leider! nicht groß, und sie wäre weiter herabgemindert worden, wenn französische, englische, italienische- 2 ei ungen darauf hätten hinweisen können, daß der Antisemitismus in Deutschland unter Zustimmung der .Regierung zu neuem Leben erwacht sei.!f <y --./' Auch die politische Klugheit gebot .also den Weg nicht Weiter zu verfolgen, den die Majorität des Haushaltausschusses hatte beschreten wollen. - Es könnte nun fraglich bleiben, ob die Majorität des Haushaltausschusses, die aus Nationalliberalen, Zentrumsabge?rdneten -und Konservativen bestand, tatsächlich, antisemitisch«. 2iele verfolgt hat. — 135