Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1916-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Hfn und wieder treten, an die Großloge Anträge von au.Ben heran, die wir mit lebhaftem Interesse verfolgen und - wo angängig auch unterstützen, die wir nicht In vollem Umfange aufnehmen können, weil sie nicht zu den Aufgaben der Großloge gehören So ist in der Schweiz eine Vereinigung "Pro Causa Judaica" ins Leben gerufen -worden, j dessen Programm die Gleichberechtigung der Juden |in allen Kolonisation Mit Rücksicht Cnarakter' dieser Vereinigung mußten wir uns auf eine. Empfehlung Brüder beschränken, konnten aber als Mitglied, diesem Verein nicht beitrelen. ' ■■'t ',. ■' denselben Gründen konnten wir informatorisch beteiligen Ländern der Unterdrückung und die der Auswanderer in Palästina anstrebt, den politischen auf nur Aus rein uns auch an den Dovid", Verhandlungen des sogenannten "Roten Mögen der eine bessere Für4orge der jüdischen Kriegsgefangenen bezweckt. *4\ Auch die Rettung des jüdischen Mittelstandes in G a 1 i z i e n, .eine Aufgabe der Großloge für reich, griff in unsere Arbeiten hinüber, desgleichen die Verteilung der von Amerika gesandten; Gelder für jüdische Kriegsflüchtlinge. Die vielen Gesuche von Gemeinden- und Organisationen Russisch Polens, die an uns gerichtet wurden, wurden stets nach Rückfrage beim Hilfsfond bezw. Erkundigungen an Ort und Stelle durcji unsere Vertrauensmänner und Fetdrabbiner in Russisch-Polen erledigt. Eine Logengründung m diesem Kriege herbeizuführen, ist bis jetzt noch nicht möglich gewesen. — Unsere Bemühungen betr. Loge n g ründungen inRussisch-l'olen wurden jetzt nach der Proklamation ■ des Königreiches Polen wieder aufgenommen. | Die Tagesordnung.zur diesmaligen Generalkomiteesitzung ist nicht übermäßig ausgedehnt, aber es finden sich doch einige wichtige Anträge darunter vor, für r Diese sere Anträge biruhen auf Fürsorge Brüder (Antrag Lessingloge-Peiser), Fürsorge für unsere Organisationen (Antrag des Krankenschwesternkomitees' auf Bewilligung eines Kriegskredits von .20 000 Mk. für die im Felde stehenden Schwestern), Fürsorge für dfe Allgemeinheit Arbeitsgelegenheit: für ostjüdische ' § ' ' lifo bedeutungsvoll, daß .wir uns intensiv mit der Bessern::» ihrer Zustände befassen müssen. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht noch eine Frage, die ich an dieser Stelle nicht übergeien möchte: Die. konfessionelle Kriegsstatistik,, wie sie im Haushaltungsausschuß des Reichstages von politischen Parte!: : versucht und vom Kriegsministerium als Verfügung zur Zählung der jüdischen Soldaten in die Wege geleitet worden ist. Seifert ist eine-so tiefgehende Verstimmung — ja Empörung — durch die jüdisehe Allgemeinheit gegangen als in der augenblicklichen Zeit. Das ist in mehrfachen Zuschriflert an die Großloge zum Aus-, druck gekommen. Wir sind unserem Bi. Dr. Haas dankbar, daß er in so trefflicher Weise dje Stimmung der deutschen Juden gegenüber dem krä lkenden'Erlaß des Kriegsministeriums zum Ausdru:k gebracht hat. Wir haben seine trefflichen Ausführungen an der Spitze der Novembarnu-nmer unse er Monatsberichte gebrach}. Die jüdischen Organisationen haben sofort der augenblicklichen Lage die ernsteste Beob- Oesterachtung geschenkt, und zwar mit Erfo g, wie sich aus dem dankenswerten Aufsatz des Br. D . N a t h a n der den Brüdern noch rechtzeitig zugegangen ist, ergibt. Dies wird sich auch aus dem Referate des Br. Dr. Horwitz, des Vorsi'zenden de Verbandes der deutschen Juden und des C-enlralverei is deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ergeben, der sich bereit erklärt hat, im Generalkomitee persönlich über diesen Punkt zu referieren. > Wir gelbst wollen uns nicht abhalten lassen, immer weiter für die Interessen des Vaterlandes zu arbeiten, Die Niedertracht unserer Gegner wie wir sie verstehen, ist nicht gemindert, unser und die Zuversicht auf Selbstbewußtsein unsere eigene Kraft j edoch ist gestiegen. W>r dürfen uns getrost auf unsere jüdischen. Organisationen verlassen der Anteil, den wir uns Trotz aller Angriffe wird im Vaterlande erkämpft haben, wird die Arbeit, die wir in schweren Kriegsihreh Wirdarum in immer ist die Lage der Ostjuden in wärts, sondern vorwärts gehen! Arbeiter). Noch ihrer Rückwirkung auf unsere eigenen Verhältnisse . - 134 - zeiten geleistet haben, auch späterhin klingen nicht ganz zu streichen sein,; und dürfen wir auf einen Fortschritt rechnen! So wie Deutschland gegen eine Welt von Feinden steht, so müssen auch wir uns Schrillt für Schritt unsere Stellung erkämpfen. Wie für Deutschland, so gilt auch für uns ein Durchhalten und Aushallen! In solchem Sinne sollen wir kämpfend fortschreiten und dürfen sicher sein, daß wir dabei i nicht rück-