Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 8 - November
- Date
- 1916-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Lazarettzuge der Grotiloge, zwei in Heimatlazaret'en Für 9 der 17 im Felde stehenden Schwestern trägt gegenwärtig die Qroßloge die Kosten, für 8 die Stationen, denen die Schwestern bei Kriegsbeginn angehörten. Bs ist in Aussicht genommen Worden, den Stationen die Kosten für die im Felde stehenden Schwestern ab 1. Oktober 1916 abzunehmen, wozu die Mittel aus dar. Ueberschüssen. des laufenden Etats bis zum Ende des Jahres 1916 zur Verfügung steken. Des Weiteren liegt ein Antrag bei de*m üenerelkoraitee vor, für diesen Zweck ab 1. Januar 1917 Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Stationen sollen dadurch in der Verwendung ihrer Mittel Erleichterung finden und in die Lage kommen, ihre gewohnte Tätigkeit mit Ersafzschwestern wieder aufzunehmen. jDie weitere Entwicklung unserer Schwesternschaft mijß organisch vor sich gehen, indem wir uns bemühen, den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Wir werden nach dem Kriege besonders schwere Aufgaben zu erfüllen haben, da wir manches durch den Krieg Zertrümmerte wieder aufbauen müssen. Vor allen Dingen müssen wir die Friedenstätjgkeit vorbereiten und dafür sorgen, daß | unsere aus dem Felde zurückkehrenden Schwestern geeignete und zufriedenstellende Tä igkeit verfinden. Die Stationen müssen sich daher überlegen, in welchem Maße ihre Tätigkeit erweiterungsfähig ist und welchen Mehrbedarf an Schwestern sie voraussichtlich! haben werden. Die Neugründung von Stationen nach dem Kriege ist vorzubereiten. Wir bitten daher die Brüder schon jetzt recht herzlich, uns in beiden Hinsichten zu unterstützen. Ich schließe mit den Worten, mit denen Br. Finkel, der Verfasser des letzten Berichtes, seine Ausführungen abschloß: „Die beste Propaganda für die Stärkung und Entwicklung einer Organisation wie unsere Oroßloge ist nicht das schöne Wort, sondern die schaffende Tat." Unsere Schwestern haben in schwerer Zeit das in sie gesetzte Vertrauen erfüllt und sich die Anerkennung Unserer Krieger im Felde und die Dankbarkeit der Leidenden y in der Heimat erworben. „Möge die Krankenpflegetätigkeit unserer Logen gleichsam eine Verherrlichung des jüdischen Namens bedeuten." Mögen alle Brüder und Schwestern mit uns arbeiten und uns mit Rat und auch mit Tat unterstützen. ' Zum Schluß sei es gestattet, die Namen der mit der Roten-Kreuz-Medaille ausgezeichneten Schwestern aufzuführen: Charlotte Bloch, Johanna Cohen, Feodöra Herz, Martha Herz, Edith Kahn, AnnaKrikstanski, Frieda Levi, Hanna Liebmann.Nanny Nach emst e i n, Fania Neustädter, , Mirjam Schild, Clara Weber, Cilla Weinkranz, Helga Wunsch, Minna ZamorY. Expräs. Dr. Josef Hirsch. „Die Juden im H Von Br. Dr Von der Aschenbrödelrolle, die die polnischen Juden ein ganzes Jahrhund.ert lang im' Westen Europas, nicht zuletzt bei ihren eigenen Glaubensbrüdern {gespielt haben, scheint, sie der Weltkrieg zu erlösen. Man darf wohl ruhig behaupten, daß wenige Fremde hier soviel getadelt und so wenig gekannt wurden wie jene. Was der Durchschnitt der Gebildeten von ihrer Wesensart und insbesondere von ihrer Geschichte, der eigentlichen Bildnerin und Erzieherin der|Völker, wußte, beschränkte sich im besten Falle auf-das, was Heine und KT E. Franzos. über sie geschrieben und gelegentliche kleine Zeitungsaufsätze ihnen nachgesehrieu ') M e i s 1, Dr. Josef. Die Juden im Zartum Polen. Ein geschichtlicher Ueberblick. Verlag von A. JVfarcus u E. Weber. Bonn 1916. 78 S. 1,80 M- Zartum Polen."** o 1 z e r-Wotans, ben haben. Und so war es nicht zu verwundern, daß von polnischen Juden recht schiefe Vorstellungen in den Köpfen selbst der Besten spukten. Erschien doch gar manchem, selbst akademisch gebildeten Nichtjuden die Tatsache, daß die Juden in Polen eines deutschen .Idioms als ihrer Muttersprache sich bedienen, geradezu wie ein Rätsel. Zuder nicht unbeträchtlichen Zahl von Schriftstellern, die neuerdings das anerkennenswerte Streben bekunden, dieses Dunkel zu erhellen und das Interesse für die zahlreichen Probleme des Osijudentums aufs lebhafteste anzuregen, gehört in erster Linie der Verfasser der vor kurzem erschienenen Schrift „Die Juden im Zartum Polen". Es ist ein kurzer geschichtlicher Ueberblick, der Auszug aus einem größeren, vom Verfasser bearbeiteten, noch unveröffentlichten Geschichts- - 122 —