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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-11-01 · Nr. 8 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 8 - November
Date
1916-11-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Bruder war es, der ein rege gemachtes Interesse zu einem glühenden Wunsche umform e und steigerte. Die tiefe Sehnsucht, die in jedem Menschehherzen lebendig ist, die Sehnsucht nach Liehe, nach Freundschaft, die berauschende Vorstellung von einer großf n Gemeinschaft, welche in allen ihren Gliedern von ein:m einzigen Strom von Bruderliebe, von Zusammengehörigkeit in Freud und Leid erfüllt ist, wie der einzelne vom S rome des lebentr?genden Blutes, sie war es in Wirklicnkeit, die diese Vielen in den! Kreis der Loge hineinführte, und wie die Hoffnung sie herangezogen, so hat die Enttäuschung sie wi derzurückgestoßen! Dieselben zahlr ichenaltc n Mitgltrder,d|edem NeuaufgenorrrhrnennachdemfeerlicnenAk eseiner Einführung die Hände unter nerzlichen Glück» ünschen entgegengestreckt, sich vorstellend ihn umdrängt hatten, lauschten mit ir m bestenfalls einen tüchtigen Grub", wenn sie ihm in der Loge.später wieder begegneten. Sie sind deshalb nicht zu tadeln, Ihr Verhalten entspricht da- Natur des Menschen. Gefühle kann man nicht durch ein Statut dekretieren, man muß sie pflanzen und pflegen. Selbstvers ändlich aber ist dieses begreifliche anfängliche Fremdheitsverhältnis nicht für die Gesamtheit ein dauerndes. Es schwindet, langsamer oder rascher, gegenüber einer kleineren oder größeren Zahl von Brüdern, je nachdem Bildung, Tempe ament und Anziehungskraft der Persönlichkeit und Umfang der Beteiligung an den Sitzungen, Arbeiten und geselligen Veranstaltungen hemmend oder fördernd eingewirkt haben. Wo Annäherungen nfebt durch diese Faktoren begünstigt wurden, bleiben sie nach Zahl und Intensität gering, und in vereinzelteren Fällen kann es vorkommen, daß Brüder innerhalb ihrer Loge noch nach Jahren nicht viel weniger fremd geblieben, als sie es zur Zeit ihres Eintritts gewesen sind. Hier ist der wahre Keim des Uebels; und nicht «nur Aufgabe, sondern Pflicht der Loge ist es deshalb, dafür Sorge zu tragen, d<ß in den Beziehungen und dem Verkehr der Mitglieder die gewissermaßen versprochenen brüderlich-freundschaftlichen Gefühle auch tatsächlich zum Durchbruch kommen können. Zudtesem Zwecke möchte ich nun die Bildung eines Ausschusses vorschlagen, dessen Aufgabe es wäre, von Art und Wesen, Herzens- und Geistesbildung eines jeden Mitgliedes Kenntnis zu gewinnen und auf Grund der Ergebnisse dann zu versuchen, diejenigen der Mitglieder zu einander in Beziehung zu bringen, von denen angenommen würde, daß sie miteinander harmonieren und einander wahrhafte Freunde werden könnten Dieser Ausschuß hätte ea sich weiter angelegen sein zu lassen, darauf zu achten, daß zum mindesten alle Mitglieder, auch wo die Aufrichtung herzlich-freundschaftlicher Beziehungen sich verbietet, miteinander bekannt seien, und wo dies nicht der Fall, die Bekanntschaft einzuleiten. Bis jetzt ist kein Beamter oder Ausschuß hiermit betraut. Die Folge ist, daß in großen Logen (in kleineren und mittleren Logen wird dies nur selten der Fall sein) zahlreiche Mitglieder von einander nicht einmal den Namen wissen und selbst innerhalb (und wieviel weniger auße halb) der i_oge nur höchst selten miteinander wenige Worte wechseln. Wenn aber auch nicht alle miteinander herzlich befreundet, so sollten doch mindestens alle miteinander obtrf Schlich bekannt sein 'können. Wie weit ist dieses gegenseitige Verhältnis doch entfernt von dem, welches nach § 2 im Art 3 der bereits angeführten Gesetze erreicht werden sollte! Dort heißt es: „Um der idealen Aufgabe gerecht zu werden, muß jede Loge Einrichtungen treffen, durch welche lür d-e Mi-giieder in- und außerhalb der Loge belehrende, bildende Vorträge gehalten, Geselligkeit und Freundschaft nicht allein in der Loge, sondern auch im Verkehr außerhalb derselben angebahnt und gepflegt werden usw." Wir sshen übrigens hier auch, daß Geselligkeit und Freundschaft nebeneinander genannt werden, und daß es sehr wohl im Rahmen dieses Programms liegt, wenn ebenso wie ein Ausschuß für Geselligkeit besteht, der obligatorisch ist, dort, wo, wie besonders in größeren Logen, ein Bedürfnis dafür besteht, auch ein Ausschuß eingesetzt würde, der sich der Pflege von Freundschaft widmen und Freuidschaftsausschuß genannt werden könnte. Nun muß hier bemerkt werden, daß die Herstellung eng freundschaftlicher Beziehungen zwischen sämtlichen Mitgliedern einer Loge unausführbar ist, denn herzliche Zuneigung und Freundschaft können im allgemeinen nur erwachsen auf dem Boden ähnlicher Empfindungen, Anschauungen und Lebensums ände. Diese Voraussetzung trifft aber auf die Gesamtheit der Mitglieder' von Logen nicht zu. Es könnte nur dann der Fall sein, wenn die Logen reine Ge_-eiligkeitsvereine wären und sich darauf beschränken könnten oder wollten, sich aus einem begrenzten Kreise zu rekrutieren. Die Logen wollen aber bekanntlich mehr sein als Qeselligkeitslörderer, sie wollen aur-h Wohltäter und Erzieher sein. Hierzu brauchen si°. große Geldeingä ge und auf verschiedenen Entwicklungsstufen stehende Erziehungsobjekte, "fr

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