Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 7 - September
- Date
- 1916-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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r i Aus dem Verbände Her Frouenvereinisunsen der U.O.B.B Losen. Artikel und Berichte aus dem Verbände stehen unter Verantwortung der Redaktion der Monatsbericht der Grossloge; Manuskripte für Einsendungen, die unter dieser Rubrik erscheinen sollen, werden jedoch zuvor an die Adresse ton Frau Julie Sa Iing e r.\ Dresden-A. Oabelsbergerstr. 20, erbeten. ■^n^M,„>„»„«„>„>„«.,»„,„,„«,,»„T„,„,„,„«,.«„,M,,,,M«„^„«n,„,M,„,M.„,,,J,,«, Die moderne Jüdin und der Beruf als Landwirtin. Von M a r y Fink- Hamburg, i- Noch ringen die Völker im furchtbarsten Kanpfe, noch brüllen die Kanonen, noch fließen um jeden «B Zoll Lindes maßlose Ströme * edlen Blutes, leuchtet nicht die Morgenröte narrenden Friedens \- aber die guten Geisler der Menschheit schlafen i ich! J ' j. Sie sind schon lange am Werke. Vorsorglich und bedacht ebnen sie die Wege Und wenn der Fridc ensengel durch, die Lande schreitet, wird ermanch: erquickende Oase in der großen Wüstenei finden,, die Zeugnis; ablegt von ihrer Arbeit. > Der furchtbare Sturm hat uns alle aufgerüttel. Wie können .wir helfen? Was ist unsere nächste Aufgabe? Und wir. Frauen, denen sö viele Arbeitsgebiete verschlossen waren, die wir. oft bitten und kämpfen ^nußten. damit man uns zuließ, wir stehen jetzt vor einer Fülle von Aufgaben' riesengroß - bergaloch. I. Und die jüdische Frau? Daß die Frauenbewegung nicht spurlos an den Jüdinnen vorübergegangen ist, dafür zeugt die lange Reihe jüdischer.'Aerztninen, Chemikerinnen, Juristinnen .Krankenschwestern, Agitajorinnen; und Führerümen der^ Bewegung. Um so auftauender ist es, dal} die-Jüdin in iHnem Berufe gänzlich fehlt, , der gerade der Frau rei? olle Aufgaben und sichere Erwerbsmöglichkeiten p etet,^ in dem Berufe der Landwirtin Für den Psychologen gibt es eine Fülle von Gründen, die diese Talsiche 41s eine Selbstverständlichkeit erscheinen fcssen: führen doch auch diejüdischen Männer r(iii in seltenen Fällen Pflugschar ifrfd Sense. Nimmt c och die Zahl der auf dem Lande lebenden Juden von Jahr zu Jahr in beängstigender Weise ab. Die Jso- Iicrung, die das Landleben erfordert, entspricht r.icht lenj Neigungen des jüdischen Volkscharakters Die durch den gesellschaftlichen'Antisemitismus bettilgte" Abgeschlossenheit wirft ihre Schatten aiif einen ständigen Landaufenthalt Ein Leben in der Großstadt mit seinen geistigen Anregungen, seinem buntschillernden Vergnügungsprogramm ist.bei weitem interessanter und kurzweiliger und entspricht der temperamjeitsagt von den modernen Jüdinnen loch wand mit mancherlei: mit Geisl, Bogumil Goltz, der geistreiche Völkerpsychologe vollen Wesensart der modernen Jüdin wohl meh das in schlichteres Gewand gekleidete Dasein Landfrati. rt/äls der bequemer Einrichtung, mit jeder Art von .genuß; es ist, kls ob sie alle verbotenen und kannten Freuden ihrer Vorgängerinnen nach „Sie treiben Auf- Witz, Kleiderstaat, l.ebensnie geräjrfich für sich ausbeuten wollen. Sie erheben si:h mit Bewußtsein die einen mit dem Selbstgefühl, das aus ihrem wahrhaft großen und edlen Seeleiikräften entspringt, die andern i'uf dem sicheren Piedestal, das der Geldsack bildet und das Vertrauen auf die Gewerbtätigkeit u id Geschäftsumsicht ihrer Mämier und Väteji" ■ ■ - ■ L . Hat er recht, der scharfe Menschenkennei? Vor dem Kriege vielleicht -- nach dem Kriege sicherlich nicht! Und auch schon in den. letzten Jahnlehnten vor dem.Kriege haben die deutschen Jüdinnen zur Evidenz bewiesen, daß sittliche») Ernst und hohes Streben in ihrejn Reihen ebeurso vorhanden sind, wie in den anderen Schichten <ler deutschen Frauenwelt. Wir sind ein altes] Kulturvolk. Und Pirveiüieigenschaften, \|ie das „Rochen auf den Geldsack",rsind Kinderkrankheiten,'die sich nach der Emanzipation eingestellt habejn. Daß sie endlich wieder verschwinden; muß die dringendste Aufgabe unsefer Erzieher uiRr^inserer Mütter sein. Und meinet Erachtens würden wir auch diesem Wege eIn gut Stück weiterkommen, wenn wir unseren Töchtern den Beruf der Landwirtinerschlössen. ' . „VjPir wolle l unser.1 \folk bodenständig, machen. Wir wollen ihn) größere; Liebe zu| Schölle anerziehen. Wir wollen einen Bauernstand unter eleu Juden schaffen!" So tönt es uns häufig1 aus den Schriften und Worten unserer Führer und Förderer entgegen. Das aber {st niir möglich, wenn wir auch Bäuerinnen] haben, wenn unsere Landwirte tüchtige, hausundj landwirtschaftlich,gründlich vorgebildete Frauen haben] die erfüllt sind von der] Wichtigkeit und Bedeutung ihres Berufes, die als gleichwertige Bundesgenossinnen, als tätige Mitlei|terinnen dem Manne zur Seite Bäuerinnen für auf Und nicht - 110 - nur tüch ige jü üschen Bauern benötigen wir. Wir wollen auch stehen. unsere