Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 7 - September
Date
1916-09-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6029084-6074378--2096-4866199
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sehen Gemeinde in Berlin unterstellt sind, heißt es serjr richtig: *j) . .„Die Auswahl der Pflegestellen erheischt bei ihrer Bedeutung' für die ganze Weiterentwicklung des Kindes ganz besondere' Sorgfalt" Auf diesen Bericht weise ich besonders hin. Er kennzeichnet überaus treffend die Schwierigkeiten, we che im allgemeinen der Unterbringung von Pflegekin dem entgegenstehen und im besonderen von jüdischen Kindern. Auch ist in diesem Bericht auf die vielen, ausländischen Mündel Bezug genommen, die einet besondere Abart der unehelichen Mündel darstellen. Unehelichkeit rührt daher, daß vierfach die die als Eheleute zusammen leben und auch Die Elt :rn,- kir:hlicl ch getraut sind, die notwendige Erfüllung der Formen — insbesondere in Deutschland die nur zulassige standesamtliche — verabsäumt haben. Diese Kinder sind daher nach deutschem bürgerlichen Recht un :helich, während die Eltern ihre nach kirchlichen und heimatlichen Gesetzen geschlossene Ehe als gütig betrachten. Die Schwierigkeiten, die in diesem Beicht in Bezug auf die Unterbringung der unehelichen Mündel geschildert sind, gelten aber auch in ho dem Maße für eheliche Waisen und zeigen nachdrücklich d e Notwendigkeit einer Knegswaisen-Für- . soi getätigkeit der Großloge. Eine Aufgabe dieser zu schaffenden Stelle wird u. i. die Aufbringung von Mitteln sein. Diese kann ab;r nicht allzu schwer fallen, da zum Teil die Genie inden zur Unterstützung verpflichtet sind, außerdem eire Staa'sunterstützung gewährt, und die freiwillige Hi fslätigkeit sicherlich bei geeigneter Propaganda. wc itere Beträge aufbringen wird, besonders wenn das Ersuchen von einer Institution, wie der Großloge, welche allgemeines Ansehen und Vertrauen genießt, au; geht. Wie ich aber schon eingangs erwähnte, erscheint mir ein Einfluß auf die wissenschaftliche, berufliche uni Charakter-Bildung außerordentlich wertvoll. Eine Milarbeit von Logenbrüdern in dieser Hinsiebt wäre de halb in erster Linie am Platze. Es werden sich ohne Zweifel an allen Orten, an ' de >en sich Logen befinden, Brüder genug finden, die in besonderem Maße die sittliche und geistige Qualifikation dazu haben, als Vormünder oder alstrzie lungs Beiräte zu fungiere«.. Zweckmäßig wird es hierbei sein, auf energische, im praktischen Leben st« hende Persönlichkeiten zu aTchten, welche geeignet .sind, auf die Jugend einzuwirken, und welche auch in den so überaus wichtigen Fragen der Berufswahl ein verständiges Urteil besitzen. i Es ist weder erwünscht, Kmder aus einfachen Verb iltnissen im allgemeinen . näheren Berufen' zuzuführen, noch besonders begabte Kinder von höheren Berufen auszuschließen. Es muß von Fall zu Fall, eine objektive und wohlwollende Prüfung eintreten.! Ebenso läßt sich keine Tendenz aufstellen, die Kinder vorwiegend' kaufmännischen undgewerblichen Betrieben zuzuführen, noch etwa in das. entgegengesetzte Extrem zu verfallen und sie alle zu Handwerkern und Landwirten machen zu wollen. Bei Mädchen ist s reng zu scheiden, ob sie sich für den hauswirtschaftlichen Beruf oder zu kaufmännischen Angestellten, Lehrerinnen oder dergleichen vermöge ihrer Anlagen eignen. Als Erziehungs- Beiräte für Mädchen dürfte es sich empfehlen,' Frauen von Logenbrüdern zu verwenden. Für die zahlreichen Orte, an welchen keine Logen bestellen, würde es richtig,sein, insofern die örtlichen Verhältnisse es zulassen, Vertrauensleute der nächsten Loge zu wählen, oder aber, falls sich dies Im Einzelfalle als nicht zweckmüßig erweist, Persönlichkeiten an Crt und, Stelle zu suchen und solche durch ein zu schaffendes Komitee der Großloge'oder eventuell der rächstgelegenen Loge! überwachen zu lassen. Wenn die Zahl der in Betracht kommenden Kinder, welche bei Friedensschluß durch Umfrage erst endgültig festzustellen wäre (mit den Vorarbeiten wäre zweelemaßigerweise je zt schon zu beginnen), eine sehr große ist, wäre es unter Umständen erforderlich, nicht nur ein ehrenamtlich tätiges Komitee der .Großlöge zti bilden, sondern eine oder mehrere Persönlichkeiten im Hauptberufe damit zu betrauen.. Die Unterbringung von Kindern in Waisenhäusern, die, wie bemerkt, wohl in einem Teil der Fälle in Frage! kommen kann, kann m übrigen die.Schaffung der vorstehenden Einrichtung nicht überflüssig machen, da auch diese Kinder der Ueberwachung nach Verlader des Waisenhauses bedürfen. Gerade in den auf die Schulzeit folgenden Jahren, vom 14. bis 21., w,are eine Kontrolle, Beratung und freundschaftliche ^Beeinflussung der jungen Männer und Mädchen besonders wünschenswert Io hoffe zuversichtl ch, daß die H 109 - üroliloge dazu ubergehen wird, die Erziehung und die Fürsorge der Kriegswaisen und Halbwais Aufgaben zu ziehen. en in den Bereich ihrer V

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.