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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 7 - September
Date
1916-09-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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wobti Fäden angeknüpft wurden, die vermutlich auch den Krieg überdauern werden. Mit'diesen Zeilen will ich darlegen, daß es eine Anzahl; von Momenten gib», die auch während des Krieges das Judentum zu fördern imstande sind. Ich möchte jedem, der dazu in der Lage ist, dringend ans Herz legen, in diesem Sinne auch draußen im Felde tätig zu sein. Oft wird es gelingen, ' gute Samenkörner in die so sehr empfänglichen Seelen unserer jüdischen Soldaten -zu legen, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Ich habe j;esehen, wie beglückt die Soldaten waren, daß sie in Kreise von jüdischen Kameraden weilen durften, denen sie ihre großen und kleinen Sorgen mitteilen gönnten, wobei sie auf Verständnis rechneten und auch Es kommt natürlich darauf an, daß 1 TT das, was es schon, } i B die Letter Von Expräsidenten Br. In dem gegenwärtigen Kriege siFd in viel Isolierern Maße als in den früheren , Feldzügen Trup >en der Landwehr und des Landsturms' zur Verwendung gelangt. Die Zahl der Familienväter,, die vor den i Feinde geblieben sind, ist deshalb eine sehr große unc es sind leider überaus viele Kriegswaisen bezw. Krie^s-Halb Ueberdie zufanden, solcher Veranstaltungen sich selbst klar sind über sie wollen. Aber meines Erachtens genügt Zusammenhang zu schaffen und zu erwecken unter den jüdischen Soldaten. Unser Dr. Baeck versteht es in ganz besonderer Weise, durch seine herzgewinnende Bescheidenheit und allseits hilfsbereite Kameradschaftlichkeit sich aller Herzen zu gewinnea Wie ich mich überzeugt habe, ist er der Mittelpunkt der jüdischen Soldaten seines Standortes. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß alle unsere Brüder, die im Felde stehen, in diesem Sinne, getreu den Idealen unseres geliebten Ordens, draußen wirken. Wir dürfen <Jie Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, sondern müssen auch im Kriege für sie arbeiten und so „innere Mission" treiben. I Kriej gswaisen pflege waisen vorhanden. Die-Aufzucht, Erziehung un wachurg dieser Kinder ist eine Aufgabe, der; rückgelassenen trauen allein vielfach nicht gewachsen sind und zwar n cht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. In vielen Fällen besitzt die Frau nicht genug I Lebenserfahrung, Bildung und Autorität, um eine i richtige Charakterbildung, Berufsyorbildung und Beruf; wähl zu gewährleisten. Das gilt sowohj für die Erzieh!jng von Knaben wie für die: von Mädchen. In Grc Städten wird von s-chkundigen Persönlichkeiten, weiche bereits als Vormünder für Waisen und Halbwaisen fungierten, darüber geklagt, daß die Verlock mg zur Verwahrlosung, wenn dfr Vater fehle, eine se|r große sei. In mittleren Städten liegen die Verhältnisse in dieser Hinsicht vielleicht besser. Auf dem Lande dagegen kommt nachteilig in Betracht, daß djfs allgemeine Bildungsniveau der in Betracht kommenden Kreise häufig ein geringeres ist als in der St^dt. Besonders viele Waisen und Halbwaisen durften in Gebieten vorhanden sein, welche von Rußland voraussichtlich beim Friedensschlüsse abgetreten jwerden. Für diese Kinder aller Konfessionen zu sorjgen, ist Kommerzienrat Joseph Bjaum, Wiesbaden eine Aufgabe von der größten Wichtigkeit, und die Ueberzeugurtg, daß. auf diesem Gebiete vieles geschehen müsse, ist allgemein. Im Königreich Sachsen hat sich, wie Bruder Expräsident Dr. Alfred Cohn bereits in der Sitzung des Gentraikomitees und jüngst in den Mitteilungen der Groiiloge*) näher ausführte, . ein interkonfessioneller Verband für Jugendpflege mit dieser Frage beschäftigt und eine Kriegspatenschalt eingeführt, der! sich die Fraternitas-Loge angeschlossen hat. M. Ei aber ist dies ei«e Angelegenheit, die nicht für einen i einzelnen Bezirk oder von einer einzelnen Loge gelöst werden kann. Für die Fürsorge, Heranbildung und Anleitung dieser Kinder, soweit sie dem jüdischen Glauben angehören, eignet sich im besonderen Maße die Groß löge.;' . Ein Bruchteil der Kinder, insbesondere der Vollwaisen, wird zweckmäßig in Waisenhäusern untergebracht Die Ueberwachung dieser Kinderl und ihre Beeinflussung in geistiger und sittlicher Hinsicht ist verhältnismäßig einfach, aber die Zahl der Kihder, die man in Waisenhäusern unterbringen kann, ist naturgemäß eine beschränkte. Viele Kinder müssen in Pflegestellen untergebracht werden. In dem letzten Jahresbericht über die unehelichen Mündel, welche der Sammel-Vormundschaft der jüdi- 1 "*} S. Monatsbericht 1916, No. 5, I — 108 — 67.

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