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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 7 - September
Date
1916-09-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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erquickender ist es endlich auch für uns, in unseren Logen Stätten des Frieden?, des idealen Aufschwungs und der Erholung zu finden, nach den ermüdenden Anstrengungen, welche.die Sorge um die Existenz uns auferlegt, S atten, in denen keine Kluft, wie sonst wohl häufig im Lesen, Stände urd Berufsarten scheidet, und wo in innigem Zusammenschluß Freundschaft und Sympathie zwischen solchen herbeigefühlt werden, die sonst im Leben einander fremd geblieben wären. diesem Sinne müssen wir unsstets aufs neue geloben, Logenarbeit und Logenbesuch ,zu pflegen und fortzuentwickeln, auf daß sich an uns len der hohe Wahrspruch unseres geliebten Ordens erfülle: „ein Segen zu s:in, uns.-selbsr,- dim Orden und der ganzen Mensch heil I Von Br. Innere Mission*) ■. Dr. Rom ni-Johannisburg (Ostpr.), z Zt. Stabs- und Bataillonsjarzt i. Felde Schon in Frie ienszeilen haben wir, denen die Zukunft'des Judentums am Herzen lag, erkannt, daß das wichtigste Moment mit die Gewinnung der Jugend ist. Vieles Oute auf diesem Wege ist geschaffen. Und wenn auch die veschiedenen Richtungen innerhalb des deutschen Judentumsjugendbewegungen in ihrem Sinne gegründet haben, so haben sie ja im Grunde genommen alle das gleiche große Ziel vor Augen : Bewahrung der jüdischen Jugend vor Einflüssen, die sie von der angestammten Ueberlieferung und, ihrem Bekenntnisse abwendig machen können durch Belehrung, Fortbildung, besonders der schulentlassenen Jugend, allerlei Sport und Erhaltung und Kräftigung des jüdischen' Ideals. Nur so ist die Zukunft des Judentums sicheriiestell't. Der Krieg hat einen neuen jAntrieb gegeben in ler Erweckung, mannigfacher Ideale. Selbstverständich wird das vaterländische Ideal des deutschen Juden ie erste Stelle einnehmen. Aber auch in religiöser eziehung können wir so manchen erfreulichen I orthritt bemerken. Wie es jetzt darin in der Heimat ussieht, kann ich nur aus Berichten der jüdischep resse beurteilen, da ich von Beginn des Krieges im elde stehe. Aber auch bei uns an der Front habe h viel Gutes gesehen, was ich als Foitschritt im Hinblick auf unser Judentum ansehe. Viele unserer jüdischen Kameraden sind.dem Judentum wiedergewonnen, viele haben. wieder beten gelernt, viele haben ihren inneren Anschluß erlangt- und auch , wiedererlangt durch die Not der Zeit. Auch hier hat der große Erzieher - Krieg eine Reinigung vielfach erzeugt. Ich möchte diesen Vorgang als „innere Mission" bezeichnen, die in zwei Ursachen wohl ihre Orund- *) Mit Genehmigung Marken veröffentlicht. des Oberkommandos in 'den läge hat: 1. in den Seelenzustanden, die jeder Soldat, dir im Feuer gestanden oder die Schrecken des Krieges selbst gesehen und durchlebt hat, mehr oder weniger gehabt hat und ipn so. zu dem geführt haben, dts jeder Mensch besitzt, £u seinem Innern, zu seinem F erzen, zum Nachdenken über der Dinge letztes Ende, über sein Verhältnis zu Gott und seiner Relig on. Zweitens in dem Wirken unserer Armee- L * ' lir^' v 4 ~ * 3' * rabbiner, das in ganz hervorragender Weise dazu atigetan ist, Gutes ta Stiften, in der Gewinnung-und Wiedergewinnung unserer jüdischen Jugend und auch dir älteren jüdischen Kameraden. Ich habe den ersten Feldgottesdienst in meiner Division im Januar H'16 mitgemacht, den cer Armeerabbiner unserer Armeeabteilung, Br. Dr. Eaeck-Berliri abgehalten hat. Bei der Neuheit des jüdi chen Feldgottesdienstes in' msiner Division waren wir etwa zwei Dutzend jüdischer Kameraden nur vei einigt. Aber es war doch erlebend, zu sehen, wie eindrucksvoll sich ehe An- * dacht vollzog. Und seitde m steigt die Zahl der Teilnehmer jedesmal; alle freuen sich schön auf den Tag, an dem wieder Feldgottesdienst —^ta. alle 4 Wochen einmal — abgehalten witd. So erzählten mir die Kameraden auch von dem( wundervollen Sederabend,' den Dr. Baeck in seinem Standorte veranstaltet hatte. Ich persönlich hatte das Glück, gerade wahrend dsr L * F' '1 ' Fe iertage beurlaubt zu setin * und im Kreise meiner Familie das Fest zu feiern . j Ein Assistenzarzt von einem Nachbarregiment veranstaltete vor kurzem einen Abend des K.J. V., zu dem auch andere jüdische Kameraden geladen waren. Auch dieser Abend verlief'sehr gemütlich und hinterließ bei den Teilnehmern den Eindruck der Zusammengehörigkeit. Sowohl Leutnant Leibholz in meinem Bataillon wie auch ich luden jüdische Kameraden, auch aus, d.r Nachbardivison zu uns und verbrachten Sliinden fröhlichen und auch ernsten Zusammenseins,

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