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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-09-01 · Nr. 7 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 7 - September
Date
1916-09-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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so auch der Mensch zur wahren Humanität. — praktischen A usübung Indem ich somit das schwerwiegende Moment der Disziplin hier besonders "betone und es als etstes Erfordernis hinstelle, bin ich mir wohl bewußt, einen kritischen Punkt zu berühren, in welchem eine Lebensfrage für unseren geliebten Orden zu erblicken ist. Grade in diesem Kardinalpunkte dürften, so meine ich, die Hebel für zukünftige Reform zur Kräftigung seiner Organisation einzusetzen sein; denn je mehr grade die Eigenart »unseres Volksstimmes den Geist einer gewissen, der Unterordnung widerstrebenden Freiheit und Ungebundenheü, welchen selbst die Jahrhunderte schwersten Druckes nicht ersticken konnten, in uns lebendig erhält, um so mehr wird im Bereiche unseres Ordens, soll derselbe seine Aufgabe wirksam erfüllen, eine straffe durchgreifender Disziplin zur eisernen Notwendigkeit, eine Disziplin, welche, sich nicht bloß auf die organische Gliederung des Ganzen erstrecken, vielmehr jeden einzelnen Bruder in Angemessenen Grenzen der gewissenhaften Erfüllung seines freiwillig abgegebenen Gelübdes zu unterwerfen hätte. Eine itraffere Organisation muß dahin wirken, daß das Pilichtgefühl in jedem einzelnen wach bleibe, so daß nicht die einen unsere Logen ars bjoße Wohltät.gkeitsvereine ansehen, andere jeder längeren Erörterung mit Ungeduld begegnen, noch andere unsere Logen zu bloßen Spiel- oder Vergnügungszirkeln herabwürdigen! — Wer in solcher Ordensschulung nur einen lästigen Zwang und eine unzulässige Beschränkung persönlicher Freiheit erblicken will, wer da glaubt, schon mit seiner bloßen, äußtren Zugehörigkeit seinen Pflichten gerecht zu werden, der kann oder will'diese Pflichten nicht in ihrer wahren Bedeutung erkennen. Jene angedeutete Disziplin iür jedes Logenmitglied, sie ist keine von fremdem Willen auferlegte, sondern nur die selbstgewotlte gewissenhafte Unterordnungunter den kategorischen imperativ der Pflicht, und wo wir daher unter unseren Biüdern Elementen; begegnen, die uneingedenk ihrer bei der Aufnahme abgelegten v Gelübde ihre Aufgabe verkennen und vernachlässigen, den Arbeiten der Logen konsequent fernbleiben i nd deren Human ä'.s-Bestrebungen kalt und gleichgültig gegenüberstehen, da müssen wir annehmen, daß nur besondere Gesichtspunkte uns solche zugeiührt. — Solche indifferenten Brüder mögen bedenken, daß sie nicht bloß ihr eigenes Verhalten, sondern auch — 106 M7 der den ungünstigen Einfluß zu verantworten haben, welchen ihr Beispiel auf andere ausübt; sie auch die Entmutigung verschulden, die sich schließlich der leitenden Organe und Logenbeamten bemächtigen muß, welch«! häufig ihre Funktionen nur unter Hintansetzung persönlicher Interessen auszuüben vermögen. Ein Gleiches mögen aber i auch solche Brüder erwägen, welche zwar unseren Ideen und Bestrebungen zugewandt, doch die Logenbesuche entweder als nebensächlich behandeln, oder diejenigen, welchen einzelne Brüder nicht zusagen, oder diejenigen, welche] sich vielleicht nicht genügend zur Geltung gekommen glauben. "* LM : I Wer überdies die Aufgaben unseres Ordens ledig hch in seiner sichtbaren Wirksamkeit und seinen Erfolgen nach außen durch Werke der j Wohltätigkeit erblickt, der erfaßt damit''nur die eine,: mehr äußerliche Seite c erselben und gibt denen Recht, welche die Größe unseres Apparates gajnz außer Verhältnis zu seinen Leistungen finden. Ge*iß ist es eine Hauptaufgabe, daß unsere Brüder inj schwierigen Lebenslagen einander nach Möglichkeit beistehen und fordern. Gegenüber dieser materielle^ Seite aber besteht die oberste Aufgabe unserer Gemeinschaft in der geistigen und sittlichen Einwirkung der Brüder auf einander und dadurch mittelbar, auch auf weitere Kreise-der menschlichen Gesellschaft zur Verbreitung von Humanität und Aufklärung, in der pflege zivilisatorischer Interessen, in der wechselseitigen Befreiung der Befestigung der Pflege guter Grunde der Wirkvon Vorurteilen und Irrtümern, Charaktere durch Erkenntnis und taize, und um alles dies in Eins zusammenzufassen, in der Läuterung und Veredelung unserer pesinnungen und Ideen durch den in unseren Ritual en so schön ausgeprägtert stetigen Hinweis auf die ewigen Prinzipien des Wahren, Guten und Schönen! p iv ■ ■' "i* i T I I Entzieht sich auch diese ideale Sei samkeit unseres Ordens mehr der direkten äußeren Wahrnehmung, so erkennen wir doch den Baum an seinen Früchten, und seine höchste Aufgabe zeigt sich erfüllt, wenn wir fühlen und erkennen, daß in seinem Scholle viele von besseren] Menschen werden solche sich betätigen. Je mehr die auf allen Gebieten des praktischen Lebens entfesselten, rücksichtslosen Intel essenkämpfe unserer Zeit das Gepräge geben, und der schwere Kampf ums Dasein die physischen und geistigen Kräfte der Menschen anspannt »und erschöpft, desto P uns zu und als

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