Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 7 - September
- Date
- 1916-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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dieser Ordenslugend neue Wege und erweiterte ihren Betätigungskreis.' —- Die Brüderlichkeit äußerte sich in ruhigen, friedlichen Tagen in unserer Teilnahme bei freudigen und traurigen Anlässen; sie niußte sich naturgemäß auf eine beschränkte Zahl von! Brüdern erstrecken, denen Freud oder Leid wideiiahren ist Nun kam der Krieg, der mit seiner furchtbaren Gewalt Umwälzungen hervorrief und ungeahnte Verhältnisse schuf. Mit einem Schlage hat sich die jZahl der Ordensmitglieder, die „Brüderliebe" heischten, gewaltig vermehrt. Schon in den ersten Mobilmachungttagen wurde eine stattliche Anzahl von Brüdern zum Heere einberufen. In den feierlich-ernsten Abschiedss i tz u n g e n , die unsere Logen für die j ins Feld ziehenden Brüder veranstalte!eh, verknüpften wir mit den Segenswünschen für'das teuere Vatejrland die heißes'.en Wünsche für das Wohlergehen'der Hinausziehenden. Bei dieser Gelegenheit gaben wir unseren Brüdern und ihren Angehörigen die feierlichste Versicherung, daß wir uns der Daheimgebüebenjen in echt brüderlicher Weise annehmen und ihnen"! jederzeit hilfreich zur Seite stehen, wollen. Diese Abschieds- T t L I ' | Sitzungen blieben nicht ohne nachhaltige! Wirkung auf unsere Brüder. Schwer und wehmütig war der Abschied der Brüder von ihren Teuren, aber! sie z< gen erleichterten Herzens von dannen, weil sie cjie Gewißheit hatten, daß im Falle der Not und Sorge der (reue Bruderkreis sein Gelübde halten, und daß er helfend und schützend eingreifen würde. Wo auch immer unsere Brüder sich in Ausübung der heiligen Pflicht fürs Vaterland befinden mochten, im Schützengraben oder in der Etappe, wenn sie mit ihren Gedanken bei V'ater und Mutter, bei Weib und Kind weilten, so gedachten sie auch dankbaren Herzens der Loge und ihrer hohen Ziele. ' - Die H e i m a t g r ü ß e, die unsere Logen ihren Mitgliedern von Zeit zu Zeit ins Feld sandten, die Teilnahme bei Verwundungen, Beförderungen und Auszeichnungen haben bei den Brüdern im Felde das Gefühl der Dankbarkeit für die Loge erhöh und ihrer Liebe zu unserem Orden neue Nahrung zugeführt. Daraus erklärt sich die erfreuliche Erscheinung, daß, wenn sich Ordensbrüder draußen im Schützengraben oder bei den feldgottesdienstlichen Veranstaltungen als Brüder erkennen, sie — wie Br. Levi sich ausdrückte — einander näher rücken und daß ihnen im Herzen hell wird. Denn sie fühlen sich als Glieder einer großen liebenden Familie.! Hat die im Kriege geübte Bruderliebe,! wie wir gesehen haben, den Logengedanken in Bruderkreisen I vertieft, so hat ein anderer Grundpfeiler un se^esOrdens TT V nur die Liebestätigkeit für die jüdischen Soldem Orden angehören . . u in Metz wetteiferten die zu geben und sie zu erquicken. Am Purim, an den Sederabenden wie an anderen Feiertagen wurden von einer Anzahl unserer Logen derartig: Festlichkeiten veranstaltet. Die Dankesworte, die die Feldgrauen j bei dieser "Gelegenheit an die Veranstalter richteten, die, Dankschreiben, die sie ihnen dann aii:h noch ausden Schützengräben sandteh, legen beredtes Zeugnis davon ab, daß unsere Soldaten im Kreise unserer Brüder, und Schwestern sich wohlgefühlt haben. Freilich übten Guten willen aus unsere Logen das Gute um des ohne Rücksicht auf Dank und Lohn, allein der Lohn e ner Guttat bleibt nicht aus. Durch diese Veranstaltungen haben unsere Logen für die.Ideen und Ziele unseres Ordens im edelsten Sinne des Wortes geworjbenj indem sie den Logengedanken in weite Kreise trugen, die bis dahin den Orden und seine Tendenzen nicht kannten. — Bei diesen festlichen Verans'altungen sind keine großen, schwungvollen Reden gehalten worden, wie wir es sonst in großen Propa^andaversammlungen zu tun pflegen, wenn wir - 102 -' baues, die Wo h 11 ä t i gke t, den Logengedanken in weite Kreise getragen und für ihn propagandistisch gewirkt. i Nicht von den verschiedenen Zweigen der Wohl tätigkeit rtöchten wir hier sprechen, die unsere Logen m und die Biüder in der Kriegszeit gepflegt haben. Darüber w rd die geplante Schrift über die „Kriegsfürsorge der Logen U. O. B. B." ein umfassendes Bild geben. Wir möchten hier erwähnen, die unsere Logen daten in den Garnisonen une} Lazaretten bei verschiedenen Anlässen entfaltet haben ohne Rücksicht darauf, ob diese Heere$angehörigen oder nicht. ' Mit dem So Idatenhei verschiedenen Logen in der liebevollen Fürsorge für unsere Feldgrauen! Viele Logentempel öffneten ihnen an den Sonntagiiachmittagen oder an sonstigen Tagen ihre Pforten, damit'sie dort gesellig zusammenkommen, ihre Korrespondenzen erledigen können. Auch wurden sie durch Darreichung von Erfrischungen, xlurch verschiedene musikalische und deklamatorische Darbie'ungen erfreut. Insbesondere waren unsere Brüder und Schwestern bemüht, unseren tapferen Wehrmännern an Sabbaten und Festtagen Gastfreundschaft zu gewähren, ihnen für einige Sluqden die Schwere des anstrengenden Dienstes und die jvlühsal des Krieges vergessen zu machen, ihnen ein S'ück Heimat zu geben durch den „Zaluber der Familie" Chanukka und