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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1916-06-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Zum Schlüsse wollen; wir nicht vergessen, den gütigen Mächten zu danken, die uns, unsere Familien und unser Vaterland nun das zweite Jahr vor den Kriegsgreueln bewahrt haben. Wir können nicht anders unseren Dank abstatten, als daß wir durch Wohltätigkeit gegenüber den vom Kriege Betroffenen, durch -Brüderlichkeit und Eintracht nach innen und anßen,' unsere schöne-Devise verwirklichen. Möge auch im kommenden Termin uns und unserem Vaterlande ein Krieg ,erspart bleiben! Basel, den 5/April J916.. . Der Präsident.; Dr„ Werner Bloch R.-U- '••-«. r ' ... 41 * :* " V " \ ■ I . ■'I flf - ' •* ' *i ■ rf Augustin Keller-Loge, Zürich. (Bericht über das Jahr 19t5 I6.t I. Unser Schweizerland ist auch während des Jahres 10]5 lr> von den Schrecken und Gefahren des Krieges bewahrt geblieben, einer Friedensinsel vergleichbar, war es seinerr Bewohnern möglich, die Segnungen des Friedens.zu genießen.- Gleichwohl blieben wir in dem Völkemngen nicht bloße j Zuschauer, seine Wirkungen verspürten auch wir, und sie haben auch unsere Logenarbeit stark beeinflußt. Wir sind alle datin einig, daß die Gegenwart an alle jüdischen Organeationen und die -B'nai B'rith-Logen besonders große |und edle Autgaben stellt, die weit über unsere bisherige Betätigung hinausragen. ~" Ebenso klar wurde; es uns, daß die Stellung! der beiden Schweizerlogen innerhalb des Ordens durch den Krieg eine Veränderung erfahren Ifat. Gleicn den Brüdern in den kriegführenden Staaten ist auch unser nationales Denken stark beejnflußt worden, mitl Begeisterung und Stolz fühlen wir uns. als Söhne der Mutter -Hel„vetia. Wie unser Vaterland die Pflege einer aufrichtigen Neutralität nach Jeder Richtung ais Grundpfeiler seiner Politik erklärte, so war diesjauch für unsere Schweizerlogen der gegebene Weg, auf dem wir allein eine ersprießliche Zusammenarbeit erzielen konnten; gehören doch unsere Brüder nach Abstammung und Denkungsweise den verschiedenen Richtungen an, die Reute noch im Heftigen Streite i- ' iJFr .!'egej>$yf » »: > Dann dieser in Fleisch und Blut übergegangenen politischen Auffassung war es uns auch möglich, manchem Bruder, sowie zahlreichen andern Personen ohne Unterichied der Nation wertvolle Dienste zu 1 r j~i' - -, »i ir leisten. - fjr- Es gehört zum Schrecklichsten,, was der Krieg gebracht hat, daß das jüdische Volk durch ihn in1 zwei große Heerläge? g<esch^den worden ist, daß sich die '•■ ' 'Jc:- ■ '■ ■ : . rie L jUUVIllUII d (.ujulhu^mu. «s-w.-*-.■■ ~--- —1----~ Die Augustin Keller-Loge hat es auch da fpr Ii Pflicht gehalten, darüber zu wachen, daß, währjend auf¬ Brüder, die früher so eifrig für die gemeinsame Not des Judentums zusammenarbeiteten, heute befehden. ihre des Krieges die Bande nicht ganz zerrissen werden, damit wir uns nach dem Kriege, der soviel Elend über unserej Brüdef in Osteuropa gebracht hat, wieder zu sammenfinden können. Große Probleme sind füf das jüdische V<!k gerollt, die der Weltkrieg lösen muß. Wer imner auch Sieger bleiben wird, das jüdische Volk darf si:h nicht auf die Feldherren und Diplomaten verlassen, es muß seine Rechte und seine Stellung in dem neuen Europa selber zu gestalten suchen In unserer Loge wurde diese Frage eifrig besprochen, aus unserer rVitte ist auch der Gedanke entstanden eine besondere Organisation zu schaffen, welche die Führung der jüdischen Sache bei den kommenden Friedensverhandlungen übernehmen kann. Dabei wird dieser Vereinigung „Pro Causa Judaica" in erster Linie die Aufgabe zufallen, zwischen den großen Organisationen, die in Europa und in Amerika bestehen, zu vermittln, die gegenseitigen Anregungen auszutauschen und alles zu prüfen, was für unsere durch den Krieg i>\ Polen und Galizien besonders hart getroffenen Bruder schehen kann ge- Da es sich aber in der Hauptsache für um Fragen der Politik handelt, so haben wir es richtig gehalten, keine führende Stellung einzunehmen, wohl aber die neue Schöpfung nach besten Kräften zu unterstützen und unsere guten Beziehungen mit den Brüdirn in den neutralen und kriegfü irrenden Ländern zur Verfügung zu stellen. II. Auf dem Gebiete der Pflege der Wohltätigkeit haben wir die Ferienkolonie jund die C h a - nukabescherung in bisher gewohnter Weise durchgeführt, die freiwilligen Beiträge der Brüder fielen dafür nach reichlicher als in Friedenszeiten aus. Daneben brachte, uns der Krieg aber neue Aufgaben, die unsere Finanzen auf das AeuBerste''anspannten : wir betrachten es als Ehrensache, in der Erfüllung dieser Aufgaben hinter den gewaltigen' Leistungen der Brüder in den kriegführenden Ländern nicht zurückzustehen. Dabei schränkten wir unsern eigenen Wirkungskreis erheblich ein, um den andern, durch den Krieg 'geschaffenen Organisationen reichlicher helfen zu können. So erhielten von uns Beifräge: die Fürsorgekommission der jsrael. Kultusgemeinde Zürich (bis Ende 1915 4 500 Fr.-), das Schweiz. Rote Kreuz, die notleidenden Juden in Galizien und Polen^ das Züricher — 78 -

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