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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1916-06-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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J J •> seit der der Unabhängig von der Ordensleitung hat sich; die üroßloge des 3. Distrikts bereits der in ihrem Geschäftsbereich befindlichen „Jugendlichen" angenommen. Es sind 22 jüdische * Kinder, die [sich unter der* Oberaufsicht der Groliloge in zwei Besserungsanstalten der Grafschaft Allegheny befinden. Acht Logen, von denen jede zwei Kuratoren ernennt, bilden zusammen einen Erziehungsbund für diese Kinder, denen nach ihrer Entlassung aus den Anstalten der Zugang zu einem ehrenhaften Berufe und somit die Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft ermöglicht werden soll. " In dem nämlichen Distrikt ist inzwischen letzten Berichterstattung- — die Beaver Valley-Loge durch den Vizepräsidenten B r. Marcus Feuchtwangeraus New Castle (Pennsylvanien) mit 38 Brüdern feierlich installiert worden. Seit der Wahl des Br. A b e Weil zum Großpräsidenten sind acht neue Logen installiert worden; vier weitere haben bei Ordensleitung um einen Freibrief nachgesucht. Aus London erfahren wir, daß der Krieg jiueh dort das Interesse für jüdische Angelegenheiten neu belebt hat. So hat ein Aufruf zu Gunsten der durch den Krieg hart bedrängten jüdischen Einwohner Rußlands die Unterschrift von solchen, jüdischen Aristo- - i —( [ kraten getragen, die sonst nur für allgemeine Zwecke spendeten, ,',ohne Unterschied der Konfession", j Erfreulich ist auch seine Mitteilung, daß das Londoner Flüchtlingsasyl für die belgischen Juden geschlossen werden konnte, weil die Insassen Arbeit gefunden haben und sich nunmehr selbständig ernähren können. Schließlich sei noch ein Abschnitt aus djer vorher erwähnten Rede des Ratbiners Leon Harrison angeführt, die zum Threma „"Ostjudenfrage" auch bei uns Interesse finden wird. Br. Harrison sagt:, „Die schlimmsten- Antisemiten sind die jüdischen Antisemiten. Einstmals blickten die spanischen Jifdtn verächtlich auf die fremden deutschen Juden (? Refeftnti herab, wenn sie in ihr Land kamen. So blicken jetzt viele deutsche Ansiedler ihrerseits geringschätzig auf die russischen Juden herab. Sie sehen nämlich [nur deren Außenseite, die Sitten und Gewohnheiten,' die sie notwendigerweise von ihrer jammervollen Umgebung angenommen haben, aber sie sehen nicht ihre edle Gesinnung, ihre.Seile, die da strahlt von Liebe zu ihrem Glauben und von einer wahren Leidenschaft für Wissen und Bildung: ihre Herzen, die sie zu jedem Opfer für die Ausbildung und das. Vorwärtskommen ihrer Kinder befähigen. Sie stellen jedenfalls; die Mehrzahl der amerikanischen Juden dar, und in der nächsten Generation werden sie die Kanze n der U,.L Tempel zieren — oder sie werden arbeitslos umhervegetieren Sie werden sich mit euren Töchtern vermählen — oder viele von ihnen werden in hof nungslosem Zölibat verkümmern. Gleich Joseph müssen wir ausrufen. „Meine Brüder suche ich" - nicht diejenigen, deren Wiege in demselben Lande stand wie die meinige, in Deutschland, in England jd;r in Amerika, sondern alle meine jüdischen Brüder, die Menschen meines Stammes, meines Glaubens. Das Gefühl der Solidarität sollte sich in um regen, das Gefühl für die gemeinsame Verantwortlichkeit. Der Ruhmestitel eines jeden von uns sei das Wort des Propheten Jona .,lwri onauchi", „Ein Jude bin ich". Ich fühle mich eins mit den Geschlechtern der Vergangenheit, die für ihren Glauben in den Tod gegangen sind. Ich fühle mich eins mit den Höchsten und r4ie< rigsten meiner Glaubensgenossenschaft Ich fühle m ch geehrt, wenn meine Glaubensgenossen hohe Stellingen bekleiden, un^I ich fühle mich erniedrigt und gedemütigt beim Gedanken an meine russischen irüder, die unter dem Joche einer barbarischen Behandlung seufzen. Iwri onauchi — trotzdem, und trotz « Hedem suche ich meine Brüder. Mein stolzestes Besitztum ist das Blut, das in meinen Adern rollt — es ist das nämliche Blut, das in ihren Adern pulsiert. Woh!- gerüstet sollt;Ijr diesen euren Brüdern entgegenkc mmen,- d. b. mit offenen Armen und mit offenem Hetzen. ' Denn es sind und bleiben unsere Brüder. G«ht hin und -helfet ihnen!" Br. Musketier Wölbe, R.-D. II., Ers.-Bat. Res.-Inf.-Regte. 4)3, Mitglied der Montefiore-Loge in Berlin. Basel-Loge (Jahresbericht pro 191S-I-16). Der Termin hat mit einem Mitgliederbestand von 53 Brüdern begonnen. Während der Session sind zwei Brüder aufgetreten, zwei neue hinzugekommen, sddaß die Loge wiederum mit einem Bestände von 53 Mitgliedern in dein neuen Termin hinübertritt. Die Loge hat sich in 17 Plenarsitzungen vereinigt. Die durchschnittliche Beäuchsziffer betrug 22 ca. 40% der Brüder. Am 15. Msji 1915, 16. Januar und 12. Februar 1916 fanden guibesuchte offene Logensitzungen statt. Der Beamtenrat hat die laufenden Geschäfte in 20 Sitzungen behandelt und für die Beschlußfassung durch das Plehum vorbereitet. Umfangreich isl die Korrespondenz, die dem Sekretariat oblag. Ich erwähne, daß wir auch die Vermittlung der K9rre-

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