Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Date
- 1916-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Beethoven im Gedanken des Ordens betrachtete Wilc Windes und undj Abend- Beethoven: das ist Säuseln des Srlrmesrauschen, lachender Morgen Schwermut, Seelenfrieden und Hertensnot, Verzwelf- Imig und Erhebung, aufstürmende Freude, Lächeln, Verklärung, Heldentum, Gott in Tönen. Die Gottheit stieg hernieder und hüllte sich in das Gewand -eines Freudlosen: der Sohn des trunkenen Musikanten und der früheren Kammerjungfer wurde zum Instrument des Himmels. Alles blieb ihm versagt — ein bischen Mutterliebe abgerechnet — Braut, Frau, Kinder, Jugendfreude und Fri tde des Alters. Durch drei Jahrzehnte stieg er von Schwerhörigkeit /ur Taubheit. Am Beginn seines Lebens stellt der trunkene Vater, der ihn ausnutzte, am finde der verkommene Neffe, für den er sorgte. Sein Aeußeres war vernachlässigt, fast verwildert. Dickes, schwarzes Haar hing struppig um des Künstlers Kopf, aber die Nachwelt verschönte ihn in seinen Bildern, indem 'sie seine Werke in sein Gesicht verlegte. In seiner Seele war alles Erdenleid atigehäuft, aber die Saiten seiner Seele klangen und gaben der Menschheit Leid in Tönen wieder, und so wurde Menschenleid zu Kunst u nd Schönheit, und so konnte er auf sich •) Die Redaktion bringt diese kurze Be Mhoven-Studie, wei gerade die jetzige Zeit der großen Vorbilder seelischer Erhellung am wenigsten entraten kann. Beethovens ganzes Leben war für den Meister nicht weniger Druck als. für jetzige Menschheit der Weltkrieg. Und ipeh überwand für die erden Druck und diese Ueberwindung wurde Trost die Menschheft.,— In anderem Sinne zwa- — aber a^ich unsere Aufgabe ist: aus Leid Freude zu schaffen.— [ JiifÄ das Wort anwenden : Die Ausgezeichnetsten erhalten durch -eiden Freude. seiner 6'g Aus höchste Sehnsucht nach erstand die „Neunte Symphonie." der „unsterblichen Geliebten ist zur;rauentreue der Leonore in sein eigenes Heldenleben zur „E'oica." Sokrates und Jesus waren ihm Muster. . Die „heimlichen Tatinenwälder" durchirrte er dichtend ,oft ohne Hut, djer als abgstreiftes irdisches Zeichen irgendwo lag -■ weltenfern „Mein Reich ist in der Luft so wirbeln die Töne -fso Seele." Seine Aufgabe faßte er lauf: Glücklo k e i t erwuchs die ' F r e u d e, und es Die Sehnsucht nach die nie die Seine war, „Fidel'to" geworden, und himmelsnah. Wie der Wind oft vjrlrbelt's auch in der mächtigen, des Ewigen, Unendlichen." Und so. sagt er zur Zeit derl Geburt der „Neunten Symphonie": „Höheies gibt es nicht als der Gottheit sich mehr als andre Menschen nähern und von-hier aus -die „zur Ehre des AIIdas Menschengeschlecht ' -AEmgyM Strahlen der Gottheit unter verbreilen " So stieg er denn als Tröster vom Himmel zu den Menschen herab und löste der edlen Frau, die in den Befreiungskriegen den i einzigen Sohn verloren hatte, durch seine Weisen die an Gemütskrankheit grenzende Mienen das Zi m der Zuhörer, mer, Tränen äusb räch i und Schwer nut, bis sie in Bann gelöst war". Und Tröster blieb :r aljlem kommenden Leid für alle die, denen Kunst Eidenleid mildern hilft. Balestrieri hat die Wirkung seiner Kunst im Bilde festzuhalten gesucht, uid er malte Stille, Tiefe, Er- ' * lt. i' Ä . " I *yl I * - "" 1" w - " griffenheit, Weltbetrachtung und Weltenschmerz in den Zügen der Geistigen. Beethoven ist in den Beethoven'sehe Musik erfüllt Beethovens Figur erscheint in dem Geigenkünstler und Beethovens Maske an der Wand. Der Himmel öffnete sich, als Beethoven Starb i ein Blitzstrahl erhellte de Sterbestunde. Der Meister streckte iie Hand zuin Himmel und verschied. Der Himmel öffnete Sich für alle, die seine Weisen nachzufühlen imstande waren. — Br. Dr. Alfred G o - CQ — I dsc ..'f* hm id t