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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1916-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Mutter des Kindes arr diesem Ausbildungskapitai durch eigene Beiträge beteiligt sein sollen, und zwar wenn irgend tunlich, durch monatliche Beiträge von 1 Mark, mindestens aber \jon 0,50 Mark. Das hat noch einen doppelten j Vorteil: die Eltern, bezw. die Mutter, haben nunmöhr auch ein Interesse an der regelmäßigen Einhaltung ,der Zahlungsfrist Und zweitens, da diese Beiträge eW Hol- Schuld sein sollen, so werden die Beiträge jentweder durch die Krregspaten oder durch Vertrauenspersoneh des Verbandes abgeholt. Infolgedessen bleibt der Verband bezw der einzelne Kriegspate in einer ständigen Berührung mit dem Kinde und seiner Mutter, gewinnt also auch einen Einblick injdie häuslichen Verhältnisse und sehr wahrscheinlich apch einen guten Einfluß auf diese und die Erziehung des Kindes. Soweit die Mutter aber nicht mehr imstande ist, die monatlichen Zahlungen fortzuführen, bleibt es entweder dem Kriegspaten unbenommen, aus der eigenen Tasche den Fehlbetrag zu decken, bunmehr also monatlich-M. 1.50 zu bezahlen. Oder, wenn dies H J* I -die Kriegspaten nicht wollen, soksorgt der Verband für Jugendhflfe für die Deckung des Fehlbetrages. , Die Gelder werdtn nun in Form etiler Versicherung angelegt, und zwar auf das Leben der Mutter zugunsten des Patenkindes, wobei jedoch Vorsorge getroffen ist, daß der Berechtigte aus jiem Versicherungsvertrage lediglich der Verband ist, der das alleinige Verfügungsrecht über die Summe zugunsten des Kinde3 hat. Es isl also dafür gesorgt, [daß die Eltern keinen Einfluß auf die Verwendung dp Kapitals haben. Als zahlungspflichtig gelten Mütter und Verband. Selbstverständlich ist auch dafür j gesorgt, daß im Falle des Todes der Mutter oder de£ Kindes oder auch evtl. des Kriegspaten, an dessen Stelle dann seine Erben treten können, keine Störung im Betriebe eintritt. Leistet der Kriegspate die ganze Summe auf einmal, so braucht diese natürlich nicht erst [auf VersicHerungswege geführt werden, sondern \{/ird bei einem Bankhause durch. Ankauf von 5pr<»zentiger Kriegsanleihe mit 5 Prozent verzinst. Da durch eine Weigerung, die Beiträge weiterzuzahlen, leiclit Fehlbeträge entstehen _ können, so hat man eitlen Ausgleichfond geschaffen, der durch freiwillige fependen aufgebracht wird. Der Verband für Jugendhilfe hat ferner ein Goldenes Buch der Kriegspatenschaft geschaffen, das später dem Rats-Archiv der Stadt Dresden einverh iibfwird. Es führt 1. die Kriegspaten, 2. die Vertrau« nsdamen und 3. die unterstützenden Freunde nam<ntlich auf. Die Summe, welche nach 14 Jahren fi}r das K nd zur Verfügung steh», beläuft sich auf etwa 400 bis 500 Mk. Und das ist evtl. genug, um dem Kinde nach Verlassen der Schule die Möglichkeit piner guten Ausbildung, ebenso in Landwirtschaft wie im Handel, im Handwerk wie in der Industrie zu ermöglichen. Damit bekommt also auch die.Berufsberatung eine sichere, greifbare Grundlage, und es [ist klar, daß mit der Betätigung solcher Kriegspatenschalt nicht bloß die übliche Wohltätigkeit geübt wird, sondern daß, was ja viel wichtiger ist, praktische Wohlfahrt, sozialpolitisch wichtige Arbeit geleistet wird. Die Fraternitas-Loge in Dresden hat sich einer an sie ergangenen Aufforderung, solche Kriegspatenschaften zu übernehmen, sofort angeschlossen. Wir haben aber, um unseren näheren Aufgaben auch gerecht zu werdjen, noch besonders eine Kriegspatenschaft für jüdische Kinder uns geleistet, und wir haben die dazu nötige Summe sogleich dem Witwen- und Waisenrat zur Verfügung gestellt, det seinerseits mit Hilfe der jüdischen Gemeinde ihm zugewiesene Kinder in Kriegspatenschaft übernimmt. Logenschwestern haben die Rolle der Aufsichtsdamen bezw. der Vertrauenspersonen übernommen, und so hoffen wir, auch für den engeren Kruis unserer Glaubensgenossen etwas Gutes zu schaffer. Es kann nicht verkannt werden, daß der Verkehr mit mancher Mutter auf Schwierigkeit stoßen wird; das kann uns jedoch nicht hindern, auf dem einmal für richtig erkannten Wege rüstig fortzuschreiten. Welche Er- 'folge diese Bestrebungen zeitigen " weiden, muß natürlich der Zukunft überlassen werden. Diejenigen Brüder und Logen, welche sich genauer] über die ganze Angelegenheit, wie sie j in Dresden und voraussichtlich in ganz Sachen gehan ihabt wird, unterrichten wollen, mögen sich die Zeitschrift für Jugendhilfe Nlo: 1 des 4. Jahrgangs aus Diesden vom V erbände für Jugendhilfe in Dresden kommen lassen. In dieser'Nummer ist ein Artikel „Die Kriegspatenschaft mit Ausbildungskapital-Versicherung' vom Amtsgerichtspräsidenten Becker-Dresden enthalten, der sich ganz besondere Verdienste. um diese Angelegenheit erworben hat H Dr. Al.freiP Cohn.

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