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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1916-06-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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fanden dort Besprechung. Zu" den Intimsien des i Hauses gehörte der Sozialistenführer Paul Singer; man darf es seiner Einwirkung zuschreiben, wenn Bf. Brünn die sozialen Pflichten weit früher undintensiver fühlte, als sie in seihen Kreisen erfaßt wurden. Durch seine Gattin war er in die engsten verwandtschaftlichen Beziehungen zu derh unvergeßlichen San.-Rat Dr. Salomon Neumann getreten, der mit Recht von seinem Hause rühmen durfte, daß ihm nichts Jüdisches fremd war; es gab keine Richtung und keine Bewegung im Judentum, die dort nicht der Beachtungjjewürdigjt wurde, deren Vertreter dort nicht verkehrten und zii Worte kamen. Insbesondtrewarenesdrei Bestrebungen; die man mit den: Namen- Neumann verbinden muß, als deren Vertreter wir auch Br Brünn wiederfinden: der Kampf für die uneingeschränkte bürgerliche Gleichberechtigung der Juden, die Förderung der Alliance Israelite Universelle und das intensive Interesse an der Wissenschaft des Judentums. Dort knüpfte sich auch die Freundschaft mit Br.- Hermann Cohen, die, wie Dicht gesagt zu werden braucht, nur zu einer ver-. tieften Auffassung vom Judentum und den Pflichten die es uns auferlegt,, führen konnte. Von diesen Voraussetzungen aus versteh|en wir, die Arbeitsgebiete, die Br. Brünn sich gewählt hat Wir finden ihn lüberall, wo es gilt, soziale Aufgaben zu erfüllen. In der Armenkommisiion der Jüdischen Gemeinde, ging sein Bestreben \k erster Reihe dahin, Existenzen zu begrüpden oder auf- . zurichten. Lange bevor er in den Orden eintraf, gehörte er dem Vorstande des von den Berlin« Logen ins Leben gerufenen Arbeitsnachweis; s an in'der Leitung der Jüdischen; A r h e i t e r k 61 o n i e Weißensee betätigte er sich von ihrer) ersten Anfängen an Die Bestrebungen zur Hinleitung der jüdischen Jugend zur, Bodenkultur fanderj in ihm einen begeisterten Förderer, er sah in ihnenfein ge* sundes Stück Zukunft,; daher widmete er s'eine Kraft und reiche Mittel der Gesellschaft zur Förderung d er Boden k u I tur unter den Juden und ganz besonders der Erziehungsanstalt in Ahlem,|für die er bis zuletz: in unermüdlichem Eifer wirkte urid warb, ohne auf' die Last seiner Jahre zu achten. Br. Brünn fühlte' in sich die Verantwo rtungr für die Erhal fung des Judentums" daher Zukunft welche frfr förderte er alle Bewegungen, die unseres Glaubens arbeiten, zumal alle die jene, der glaubensstarken Erziehung der Jugend gelten. Im Deutsch-Israelitischen Gememdebund richtete ler sein rv Augenmerk auf die Sicherung des Religionsunterrichts in kleinen Gemeinden, auf die Besse rung der Fortbjldung und der materiellen Lage de Lehrer; die Siegfried und Emma Brünn-Stiftung soll dauernd Mittel für diese Zwecke bereitstellen. In der Erkenntnis der Bedeutung guten Lesestoffe für die Erziehung brachte er unserer Jugendschriftenkommission lebhaftes Interesse en gegen. Wir verdanken es seiner Freigebigkeit, wen i wir wiederholt in der Lage waren, Preisausschreibe l zur Erlangung geeigneter Jugendschriften zu erlassei und wenn ich sc ine Andeutung richtig verstanden hab hat er dafür So ge getragen, daß uns auch über seinen Tod hinaus Mitt :l für diesen Zweck oderzur Verbreitur g guter Schriften nicht fehlen; denn Was der Jugerd .dient, lag ihm lief am Herzen* . -t Als die Großloge daran ging, die Jugendb wegung zu org anisieren, fand sie in Siegfried Brut n den wärmsten Gönner Der Verband der Ji gen d vereine hatte keinen tatkräftigeren Förderer als ihn, er hat hm nicht nur selbst in opferwilligster Weise zur Seit; gestanden, sondern auch zahlrerc le Gönner gewonnen, hat aber seine Mithilfe nicht auf die materielle Hilfeleistung beschränkt, sondern die Tätigkeit des Verbandes mit warmherzigster Teilnahme v< r folgt, mit dem Vorstandemitgearbeite% aisstände erseh st in der blühendsien Jugend. Es hat ihn tief geschmer :t, als der Verband bei Kriegsausbruch seine Tätigk;it einstellen mußte; es war ein i Freudentag für ihn, :1s beschlossen wühle, sie wen gstens in beschränktem Umfange wieder aufzunehmen. Soviel ist sicher, d;r Verbandderjüdipchenjugendvereinekann seineTätigk;it nicht in gewohnter Weise fortsetzen, wenn ihm* was nicht zu erwarten steht, die durch Br. Brünn bisher zur Verfügung [gestellten Mittel entzogen werden. Wer die Zukunft des Judentums sichern will, mi iß auf dje Befestigung seiner Lehre, auf ihre wjssei- »•schaftüche Begründung und Vertiefung bedacht sein. Br. Brünn krönjte sein Werk, indem er der Wissen- .schaft des Judentums sem Herz zuwandte. In der Verwaltung der Salomon Neumann-Stiitung, der Zunz-Stiftung, der Lehranstalt tur die Wissensch, ft des Judentums war er ein geschätzter und bevyähr er Mitarbeiter. Er hat mit Mi lein für wissenschaftlic te Aufgaben nicht gekargt und hat auch andere zir Opferwilligkeit veranlaßt. Aber — und das zeichnete Br. Brünn vor den meisten unserer Mäzene aus — sein Interesse war ein sachlich eindringendes, erfolgte rege den Bestrebungen der Wissenschaft des Judeitums, suchte sich mit den herrschenden Problemm und ihren Lösungen vertraut zu machen; er begnügte tjt> —

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