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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-03-01 · Nr. 3 - März/April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 3 - März/April
Date
1916-03-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Br seiner häuser seien in De Apfel bemerkt noch, daß es in Deutschland Erinnerung Bach gegen 60 jüdische Waisengebe, die im Frieden nicht genügend belegt rd 1 Jedenfalls seien Institutionen für Unterbringung von Kriegswaisen wohl bereits ausreichend yorhanden. Die Versammlung' schließt sich dem Vorschlag von Br. Beer an. Den Antrag betr. unsere Beteiligung"afi der fahr- 1 baren Kr i e gsbü cherei wird nach Vorschlag Von Br. Alexander-Katz bis zur Rückkehr des Großpräsidenten vertagt. t- ' Nachdem Br. Liebhold unter Zustimmung der Versammlung den Dank an Vizegroßpräsident Br. Kuznitzky für die klare und umsichtige Leitung der, Verhandlung zum Ausdruck gebracht hat, wird die Sitzung kurz vor 5 Uhr nachmittags geschlossen. Dr. Goldschmidt. Ads den Verbände der Frauenvereinisunsen der U.O.B.B. Losen. Artikel und Berichteaus dem Verbände stehen unter Verantwortung der Redaktion der Monatsberichte der Grossloge; Manuskripte für Einsendungen, die unter dieser Rubrik erscheinen sollen, m/erden jedoch zuvor an die Adresse ron }_[_.; _ _ _ S_a^in j»r.Dresden-A^ ßabelsbergerstr^^ erbeten.^* _ _ » i Die Deutsche Jüdin und der Krieg vor Frau litla Se Ii g ma n n „lieber die Haide gab mir ein schweigendes Weib Geleit, Frau Herzeleide." Viele bange Monde gibt sie uns jetzt das Geleit, und neben ihr jschreitet, in graue , Schleier gehüllt, Frau Sorge und blickt uns ah mit ihren tiefen, umschatteten Augen. Sie p<icht an die Häuser und Hütten, huscht hinein, steht mit uns auf, setzt sich mit uns tu Tisch und Verläßt] uns jiicht, ein ungebetener Gast. — Ja, Fra« Herzeleide: und Frau Sorge, sonst wohl auch nicht fremcj unterj dem Menschengeschle:ht, sie sind in diesem entsetzlichen Volbringen die unzertrennlichen Begleiter j der Menichen geworden. In düstere Nebel I gehülh ersehest uns die Welt, all' das, was unk sonst das Leben lebenswert gemacht hat, hat sein«: Bedeutung für lins verloren, nur auf das Eine, Furchtbare,: sind unsere Gedarrken eingestellt, auf das grausame Erleben unserer Tage. lind wer nicht selber um.ein geliebtes Leben da draußen bangt, bei wem Frau Herzeleide nbch vorübergegangen, bei wem Frau Sorge skfh nicht niedergelassen hat auf der eigenen Schwelle, dem gab Gott ein Herz, anderer Sorgen mitzufühlen und mitzutragen. Und das ist gut so. Denn mit dem Le;id der Welt und mit den Sorgen fertig zu werden, gibt es nur zwei^ Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit: wir müßten ein steinernes Herz haben, wie der Mann im deutschen Märchen. Der verkaufte sein Herz dem Bösen und tauschte dafür ein steinernes Heri ein. Da verlor er freilich alles Herzeleid und alles Mitleiden, alle Herzensangst und alle Sorgen. Aber auch alle Herzensfreude und allen Herzensrrost, alle Be ■:I - •■ m Frankfurt] a. M ..lieber die Haide Gab mir ein schweigendes Weib Geleit — Frau Herzeleide." — friedigung und Erquickung, alles Gefühl und alles warme Empfinden. Nichts'auf der Welt konnte ihn ergreifen und bewegen. Da wurde ihm sein Leben unerträglich, und er warf es von sich.- So bleibt uns nur die zweite Möglichkeit mit dem Leid fertig zu werden: das Mit—Leiden und die tätige Menschenliebe. h Eine Lichtgestalt seh' ich über die Erde dahinwandeln, still folgt sie den beiden Schwestern Herzeleide und Soijge, eine hehre Lichtgestalt: die Menschenliebe Ein Kind Gottes ist sie, in Ihre Augen hat Gott einen Strahl seiner göttlichen Barmherzigkeit gesenkt. Und wer nur einmal in diese himmlischen Augen geblickt — vielleicht war's nur ein traumhaft Geschehen — den hat sie mit ihrer überirdischen, himmelentstammten Macht angezogen, wie in einen magischen Bann. So geht die Menschenliebe still und leuchtend über die Erde und sammelt um sich Jünger: Männer und Frauen. Dile treten mit ihr ein in dunkle Gassen und enge Hütten, in die Frau Herzeleide und Frau Sorge ihre trüben Schatten gesenkt. Sie treten ein, "um Tränen zu trocknen, Leid zu stillen. , . Wir alle haben wohl der himmlischen Lichtgestalt „Menschenliebe" in die meertiefen Augen geschaut und haben versucht, ihre helfenden Jünger zu werden. Vielleicht war bei manchen ein unbewußter Trieb der Selbsthilfe dabei. Sie wollten sich selber helfen, indem sie anderen halfen. Sie mußten irgendwie hinwegkommen über diese lähmende Zeit sie konnten ■U —

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