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Bericht der Großloge für Deutschland · 1916-03-01 · Nr. 3 - März/April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1916
Issue
Nr. 3 - März/April
Date
1916-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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?eis wirkliches Sparen an den Ausgaben für geistige Interessen würde das ganze Ordens- und Lagenleben untergraben. Das amerikanische "Geld-, wurde bald aufgebraucht sein; die gesteigerten großen Ausgaben für Wohlfahrtszwecke, für die ausländischen Juden, insbesondere für die Ostjuden, für Polen, Galizien, für den Orient und später wieder für Rußland, würden bleiben; die Schädigung durch den Krieg wird auf lange Zeit hinaus große Anforderungen an uns stellen, auch für einheimische deutsche Wohlfahrtszwecke-= und für unsere eigenen Logen und Logenbrüder, die durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen werden. Ohne Pessimist sein zu wollen, sieht Referent nicht ohne Besorgnis die Entwicklung unserer j Finanzen für die Zukunft an; er empfiehl! dringend finanzielle Zurückhaltung. So außerordentlich wünschenswert es sei, daß die Großloge sich an Wohlfahrtszwecken aller Art so reichlich wie nur irgend möglich, beteiligte, so dürften wir doch auch nicht gänzlich außer Acht lassen, daß die Großloge an sich von Hause aus nur Verwaltungskörper sei. Wenn, außeretatmäßige Aufwehdungen für Hilfsaktionen erforderlich wären, bei denen sich die Großloge nach den eigenen Wünschen der Logen beteiligen solle, so müßten die Logen spezielle Mittel für die speziellen Zwecke aufbringen, sei es durch besondere Beiträge, sei es durch besondere Sammlungen, wie dies beim Lazarettzug der Fall war. Auch der so stark angewachsene Krankenschwesternetat wäre auf die Dauer unmöglich aus den regulären Einnahmen zu bestreiten, infolge der notwendig gewordenen, außergewöhnlich hohen Aufwendungen müssten wir von den Logen besondere Mittel erbitten, wenn wir unsere regulären [Einnahmen und Ausgaben im Einklang halten und vernünftig wirtschaften wollten Br. Stein schließt unter dem Beifall der Brüder mit dem Hinweis, daß wir nicht so sehr die Geldleistungen des Ordens in den Vordergrund zu stellen hätten, sondern unsere Aufgaben mehr in organisatorischen Leistungen suchen müssten, nicht in der Bereitstellung von Mitteln, über die wir nun einmal nicht reichlich genug verfügten, sondern in der Bereitstellung, der Mitarbeit unserer Logen und Logenbrüder. I Br. Kuznitzky bittet, bei der anschließenden Debatte nicht zu vergessen, daß die Disposition über das amerikanische Geld dem Großpräsidenten überlassen sei. Der Großpräsident lege selbstverständlich' Wert auf die Meinungsäußerung der Brüder sowohl im Geschäftsausschuß wie im Generalkomitee. Aber sämtliche folgende Redner drücken ihre besondere Befriedigung über den Schluß der Ausführungen des Schatzmeisters j aus, so Br. Merzbach, 1er als erster Redner zum Etat das Wort nimmt. Er meint, daß das Effektenkonto auf den Kurswert herabgesetzt werden könnte, ferner sollten nur kurzfristge Anlagepapiere im Bedarfsfalle angeschafft werden. Mit Ausgäben für das Krankenschwesterkonto müsse gebremst werden,, man gebe für einzelne P osten zu viel aus. Man behalte Carum für andere nichts übrig. Ferner wünscht Br. Merzbach Auskunft, warum einzelne Logen nicht imstande seien, ihren Zahlungen zu genügen. Desgleichen fehle noch die \uskunft .über die in der letzten Sitzung gewünschte Anerkenntnis der Schuld der Berliner Logen haus Aktien- Gesellschaft an die Großloge im Betrage von 30000 Mark. Br. B a u m a n n befürchtet, \ daß wir größere Schulden hineingeraten. Er stellt die es richtig sei, daß wir unsere Fonds mit nischem Gelde aufiüllen. Unter den heutigen sei der Anspruch einer Großlogensteuer von vorhanden. Zunächst müßte man wissen, für Zwecke eine derartige Summe verlangt werde. Br. Kuznitzky gibt Aufklärung über die Verwendung der aus Amerika zur Verfüijung gestellten Gelder. Br. Beer bemerkt, daß der Etat kein erfreuliches Bild gebe. Erfreulicher sei darum die angekündigte Bremsung bei der Verwendung der vorhandenen Mittel. Die Großloge sei kein Gründungs ein Verwaltungsorgan. Br. Schulhof er bedauert an dieser Stelle, daß bei der großen Tagesordnung keine Abendsitzung vorausgegangen sei, worüber sich auch Br. Wolf hätte 11 immer?rage, ob amenka- Anträgen 10 Mark welche die letzte Entscheidung ruhe eben bei ihm. sondern Br. schriftlich beschwert habe. Die Kostenfrage dabei nicht mitspielen dürfen. Br. ßaerwald führt aus, daß man bei der Kritik des Etats nicht vergessen dürfe, daß wir im Kriege lebten. Es lägen eben anormale V erhältnisse vor. Der Geschäftsauschuß sei gelegentlic i genötigt, größere Ausgaben zu leisten, wobei an erster Stelle die Sorge für Kriegsnotleidende stünde Zwei finanztechnische Fragen müsse er voranstellen : es ginge eigentlich nicht an, Ersparnisse aus einem Konto auf ein anderes zu übertragen. Ein solches Verfahren schlage weder Staat noch Kommune ein, wenn es auch bei unserer verhältnismäßig kleinen Verwaltung in Ausnahmefällen nicht zu vermeiden ast sei. Es se jedoch ein besonderer Beschluß dazu not- — 38 -

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