Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1916
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1916-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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beständig beschäftigt gewesen sind und nicht so lange unbeschäftigt auf den Geleisen gelegen haben, wie es zu der Zeit, als der Zug eingerichtet "'urde, von vielen befürchtet worden. — lieber die erste Reise bat der. Großpräsident Ihnen schon Bericht erstattet. Sie begann am 8. März von Steglitz bei Berlin, nachdem am 7. und 8 die; Berliner Logen den Zug besichtigt hatten, Am 13. und 14. luden wir in S. und R. die Verwundeten ein und brachten sie nach Pommern, wo sie am 17. und 18. ausgeladen wurden. Wir wurden dann in Stettin abgestellt. — Die größte Freude erregte die Ankunft des Zuges bei den Ib. Brüdern der „Allemannia-Loge" in Stettin. Sehr gern nahmen sie unsere Einladung zur Besichtigung des Zuges an, in einer Logensitzung wurden der leitende Arzt und Rechnungsführer herzlich bewillkommnet und von diesen über "den Zug und seine eiste Ausreise" soweit als dienstlich möglich Bericht erstattet. Nachdem der Zug wieder instand gesetzt war, fuhren wir am 24. März zu der zweiten Fahrt aus. Am 27. luden wir aus derr Lazaretten in h die Verwundeten und Kranken in Unseren Zug ein und brachten sie am 29. früh nach GharLottenburg. Dort wurde der Zug von dem Stabsarzt der Linien-.Kommandantur, von Delegierten des Ro'en Kreuzes empfangen; in ihrer Begleitung befand sich ein Attache der schwedischen Gesandtschaft und senwedische Aerzte, die dem Ausladen der Verwundeten beiwohnten, sich für deren Zustand, die Einrichtung des Zuges und die Verpflegung sehr interessierten. Da in dieser Zeit in auswärtigen' Zeitungen vielfach von der geplanten Aushungerung Deutschlands durch die Engländer die Rede war, so konnten sie zu ihrer Freude konstatieren, daß der Zug, selbst bfi beendigter Fahrt nach Rückkehr aus der Etappe, noch" gut mit -Lebensmitteln versorg* war. Schön am 2. April wurde der Züg zir seiner dritten Fahrt abgerufen. Ersetzte sich am Karfreitag in Bewegung; ein stimmungsvoller Gottesdienst wurde für die Mannschaften im Zuge abgehalten. In der Nacht vom Sonnabend zum O^tersonntag wurden uns in I. die Verwundeten übergeben und am.Ostersonniag früh um 4 Uhr fuhr der belacene Zug wieder heim wärt«. Es war eine schöne, denkwürdige Fahrt: überall in deutschen Landen wurde von den feiernden und festlich gestimmten Bewohnern in Dorf und Stadt der Zug jubelnd begrüßt. Es ging über Berlin, Hannover nach, Bückeburg und Minden in Westfalen, wo unsere Kranken ausgeladen wurden. In dem Werkstätten-Bahnhof in Leinhausen bei Hannover wurde der Zug repariert, konnten auf einen Viele von den Mannschaften Tag beurlaubt werden, um die Stadt und Umgebung bis zur „Porta Westphs lica" zu besuchen. Unter diesen schönen Eindrücken waren der Reise vergessen und neu regten sich die" Kräfte zur Betätigung im Dienste des opfervollen Werkes, dem sie sich gewidmet haben. Zur großen Freude gereichte es uns, uns ,mit den irüdern der Zion-Loge in Hannover in Verbindung zu setzen. Die Bruder und Schwestern scheuten den weiten Weg nach Leinhansen nicht, um den Zug zu besuchen und kamen mit reichlichen Liebesgalben für de i Zug; freundliche Beziehungen spannen sich hier wie überall in den Logen-Städten, die wif während unserer Fahrten besucht haben. Am 8. April | fuhreil Avir wieder von Hanne ver ab, kamen am 11. in W. an. Dort herrschte ein richtiges, kriegerisches Leben, brennende Dörfer, das Donnern der Kanonen zeigten die Nähe des Schlachtfeldes; unaufhörlich strömten die Kolonnen mit Munition und Proviant nach der Front, Schwerverwuhdete kamen auf den Wagen der Kolonnen oder in Autos an den Zug. Groß war die Zahl der Schwerverwundeten, die wir aufnahmen. Am 11. fuhren wir ab uncj brachten sie glücklich am 13 nach Stettin. " Am Stettin. 18. Am April begann die fünfte Ausreise von 22^ iL ■ I ata, - nahmen wir aus den Lazaretten in I. die Verwundeten suf und brachten sie zum großen Teil nach Kolberg am 23. Ap-il. Am herrlichen Ostseestrande erholten wir uns einen halben T$g urtd wurden am 24. in Stettin abgestellt. Der Aufenthalt daselbst dauerte bis zum 7. Mai; wir bekamen Ordre, eine elektrische Leilung im Zuge anzulegen. Dieselbe sollte es dem leitenden Arztj ermöglichen, durch eine elektrische Klingel den Zugführer jederzeit zu erreichen, um den Zug, falls notwendig, jederzeit zum Halten bringen zu können. Es wurde damit eine kleine. Telephotianlige verbunden, dieselbe hat sich nicht bewährt, da die Leitung fortwährend gestört wird. Inzwischen hatte der Frühling seinen Einzug gehalten, nachdem der März kalt und schnee reich und auch! der April noih recht winterlich ge wesen war. Wir fuhren am 7 Mai von Stettin ab und kamen nach L., wo wir unweit des frischen Haffs acht Tage abgestellt wurden; eist am 16 fuhren wir weiterund wurden in T. mit Verwundeten beladen. Arn 17. wurden dieselben in Marienwerder'ausgeladen j dann wurden wir in Troyl, bei Danzig abgestellt. Mjehrere