Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Nr. 8 - Dezember
- Date
- 1915-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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artikeln, die Begeisterung und Enthusiasmus atmen — nachdem sie hinsichtlich aller innerpolitischen Fragen des Judentums zwar nicht die Streitaxt begraben, aber doch zunächst aus der Hand gelegt, zwar nicht für immer den Frieden geschlossen, aber doch einstweilen den Burgfrieden proklamiert, haben. Mit feurigen Leitartikeln, mit Schilderungen von Kriegsszenerj, mit Aufrufen zu Spenden wirken die jüdischen Journalisten als wackere Soldaten der Feder für xlie nationale Sache. (Unter, den deutschen Erzählern und Dichtern finden sich gar manche jüdischen Glaubens. Und man müßte Bogen, ja Bände füllen, wollte man den Versuch machen,. all die Publikationen auch nur zu nennen. Nur auf zwei Dichter, Hugo Zuckermann und Walter Heymann, wird noch vom Verfasser besonders hingewiesen und aus ihren Schöpfungen einiges zum Abdruck gebracht Nicht um andere herabznsetzen, sondern weil diese beiden als tapfere Soldaten gefallen sind und mit Ihrem Herzblut ihre Ueberzeugung besiegelt haben. Zuckermanns Trutzlied ,;Makkabäer 555", wo in Flammenworten zu lesen Ist: j X '' „Wer ein gutes Schwert kann schwingen, Wer noch kann die Büchse tragen, . Wer da kann die Trommel schlagen, Soll den Arm zum Opfer bringen: L ■ '. J . . i ■. - ■ Wer die Berge kann bezwingen, Wen ein flinkes Roß getragen, Wer sich auf den Mast will wagen, Soll die Beine uns'verdingen. L | '*• > . Eure Künste, euer Streben, Eure festen Daseinsplätze, Eure Häuser, eure Schätze . Heischen wir und: euer Leben, .f. '+ Euer Leben, daßnicht sterbe \,\ Väterart und1 Väter.erbe. Macht den Tempel wieder rein, . Laßt uns MAKKABÄER sein!" Oder Heymanns stimmungsstarke Gedieht „an die Hinterbliebenen", wo die Kinder angesichts des Todes des Vaters ermahnt werden: „Einq große Mutter ist unser LancL Heldentod hat eine sanfte Hand. Kinder — werdet vie er, macht ilim nicht Schand!" bringen am deutlichsten jene Gesinnung znm Ausdruck, „die die deutschen Krieger jüdischen Glaubens, die i die daheimgebl ebenen Männer und Frauen belebt, stärkt, erfüllt, die sie befreiend von dem Einzelschicksal, loslötlend von eigensüchtigem Begehren zum Allgemeinen emporhebt, die sie von dem Augenblick hinwegträgt zur Ewigkeit." Ich bin kein Freund der Apologie. Denn mit der Verteidigung knüpft sich für mich unvermeidlich die unangenehme Vorstellung der Anklage und des Angeklagten. Zudem ist der Apologet vielfach, bewußt oder unbewußt, subjektiv; er konstruiert seine Lehre und kommt nicht selten dazu, für den er Partei nimmt Eigenschaften und Fähigkeiten zu ersinnen, die diesem gar nicht oder nicht in dem Maße eignen. Hier hingegen haben wir Tatsachen, einwandfrei und unwiderleglich, die der bekannte Literarhistoriker mit großem!Geschick zu einem imposanten Bau gefügt hat, dessen Eindruck man sich kaum ent- . ziehen kann. Dabei ist Geiger objektiv genug, weder Mängel bei den Juden zu beschönigen, noch Fehlgriffe der Regierurig zj bemänteln. So spricht er von den „Unarten, die einzelne protzenhafte, unangenehm sich her vordrängende Juden ieigen", und nimmt keinen Anstand, die reaktionärer} Strömungen, die auf die Freiheitskriege Feldzug gefolgt sind In der Tat muß man und den deutsch-französischen gebührend zu kennzeichnen, geradezu staunen über die Fülle des Materials auf so engem Raum. Denn auch was ich im obigen dargeta i habe» bildet keine Wiedergabe des Inhaltes, sondern nur die Entwicklung eines Gesichtspunktes der Schrift, der mir allerdings besonders interessant zu sein schien und wohl auch dem Verfasser am besten lajj;. So wäre dem Buche eine möglichst starke Verbreitung zu wünschen, denn es dürfte wesentlich dazu beitragen, in aufklärendem Sinne zu wirken und mann gfache Vorurteile zu beseitigen. Trauerrede auf Br. Exrträsident Siegfried Werte Gäste, würdiger Präsident, meine lieben Brüder! Einen Kranz will ich' auf das Grab unseres Bruders Expräsfdenten Siegfried Laqueur legen, einen Kranz aus Denk- und Dankblättern. Aus Denkblättern in Laqueur-Breslau. frohem Gedenken der Zeiten, da er der unsrigen einer wurde und wat, aus Dankblättern für das, was er dem Orden und! der Lessing-Loge insbesondere Segenbringendes getan hat. — 126 — ■ : '