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Bericht der Großloge für Deutschland · 1915-11-01 · Nr. 7 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1915
Issue
Nr. 7 - November
Date
1915-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Sttttgart-Loge, Stattgart. (Bericht des korrespondierenden Mitglieds). D;m Berichte darf ich wohl die Bemerkung vorausgehen lassen, daß man bei ihm ein Zweifaches zu erwaTten hat. 'Ein Bericht über die geistige Tätigkeit einer . deutschen Loga gerade im Jahre 1914 15 hat sowohl von einer großen Hemmung wie von einer großen Bewegung zu erzählen. Wohl glich das geistige Logenleben in den Monaten April bis Mitte Juni dem im gleichen Zeitabschnitt;n früheren Jahren. Als aber, das1 Logertleben wieder im September beginnen sollte, wandelte sich das sonst gewöhnliche Bikl Der mit August ausgebrochene große Kampf des" deutschen Vaterlands mit allen seinen das Wirtschaft- und Familienleben erv -..»-" r. ■ schütternden Wirkungen, die Einberufung dienstpflichtiger Manner hatte unserer Loge tüchtige, an der Spitze stehende Brüder hinweggeführt Die Gemüter der Bfüder wären von allerlei Sorgen, Fragen, Plänen bewegt und erregt, ■ so daß die Wiedereröffnung der Logensitzungen aufgehalten wurde, die geistige Logentätigkeit unterbleiben mußte. Als die Gemüter Stärkung für die gewaltigen Seelenkämpfe, Selbst-.ammljng und Selbstbeherrschung in sich suchten und fanden, als; sie et^as Ruhe gewonnen hatten; da sehnten sich die Herzen der Brüdef nach Zusammenschluß, gemeinsamem Beraten, und es entstand eine s'arke Bewegung, dre Geister der Brüder über ganz neue praktische und wissenschaftliche Probleme aufzuklären." Das geistige Leben hob sich und gewann trotz der unerwarteten anfänglichen Hemjmung an neuer Kraft. So wird wohl das Bild des geistigen Lebens in allen deutschen Logen gewesen sein. I . ' ' Diesem Bilde' entsprechend zeigt sich nun das geistige Leben der Stuttgarl-Xoge in seineh Einzel heiter. Vor (dem Beginn des Logenjahres gab es in derselben geistige Arbeit auf mehreren Gebieten. In erster Linie1 waren es V o r t r ä g e,. teilsin geschlossener, teils in offener Loge,, über Fragen und Vorgänge auf dem besonderen Gebiete des Judentums; dann waren «s Berichte über eingegangene Werke oder Zeitschriften. Ferner war es die Beratung und Förderung der Jugendbildungsvereine, sowohl des Berthold Auerbach-Vereins (Isr. Jünglingsvereinj, als der Verans'alung' zur Beiehrung und erziehlichen Förderung weiblicher Angestellten und ihrer Angehörigen. Dann war es die Weiterführung der Logenbibliothek, insbesondere die treue Fürsorge für die Wanderbibljothek, deren Umlauf in den israelitischen hei Gemeinden Württembergs das geistige Leben derselben' förderte. Eine ganz besondere Aufmerksamkeit wandte die Löge den jjeschichtswissenschaftlichen Arbeiten zu, welche die Geschichte der Juden Württembergs nach einem eingehend besprochenen Arbeitsplane durch Heranziehung neuer, bisher unbenutzter [ archivaljscher Quellen aufhellen sollen. In solchen Bestrebungen wurde das Logenjahr 1914 15 begrüßt, dem herannahenden 1 Obwohl die Frühlingstage •mit Sommer die Spannkraft für alle geistigen Arbeiten zu mindern pflegen, zeigen die im April und Mai gehaltenen Vorträge, daß hochwichtige Tagesfragen die Aufmerksamkeit der Brüder auf sich zogen.. Br. Hermann hielt einen Vortrag über Jüdische Jugendbewegung" und Br. Dr. Ries einen (Iber „Austritt aus dem Judentum". Noch mehr bekundet aber der am 8. Juni 1914 vom geistigen Ausschuß der Stuttgart-öttge erstattete Bericht, wie stark das Verlangen! nach geistiger sittlicher Förderung die Mitglieder dieses Ausschusses beschäftigte. Derselbe hatte die f\rage eingehend beraten; wie auf die s c h u I p s ä s s i ge n gewirkt wtrdeh Eßlingen halte trag gehalten : 1 i i:h t i ge o s und Jugend der hier a n - [europäischen ] Juden einkönne. Bruder Kdthschilddarüberj einen eingehenden Vordie Errichtung eines Jugendhort e s ' in Anregung gebracht. Hierzu sollte ein Komitee eingesetzt und die Kosten für einmalige Zusammenkünfte bewilligt werden. Ein weiterer Gegenstand der Eieratung im August war das Problem, wie das Rechtsbewußtsein der erwachsenen osteuropäischen Jujden geweckt und gestärkt werden könne. Ueber diese Frage verbreitete sich eingehend zen hauser und schlug fach U ech t s I) e I e h r u n g vor, zu Bruder Dr. G u n männische die Anregung aber von den beteiligter selbst oijler voili der jüdischen Gemeinde Kinder im Gemeindehause welcher Kreisen ausgehen sollte. .Beide Probleme* 'gelangten nichi zur Lösung, da der Ausführung nicht nur große Bedenken gegenüber geltend gemacht wurden, son dem der Krieg weiterer Behandlung verschob. Unc trotzdem ist fast geradle durch ihn die Ein richturg eines Jug-endhortes Wirklichkeit• ge worden. Eirje große ZaH von Mädchen unserer besten Familien >ind in dessen Dienst getreten; e; kommen seit Kr egsbeginri täglich fast 80 bis 120 schäftigt' und gepeist werden, wo man mit ihnen spielt, singt und sie erziehlich fördert. Es blieb! ICO J- . zusammen, wo sie be

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