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Bericht der Großloge für Deutschland · 1915-11-01 · Nr. 7 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1915
Issue
Nr. 7 - November
Date
1915-11-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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1 gebildet, die das unsägliche Elend unserer russischen Glaubensgenossen zu mildern bestrebt sind. Das ist , ein Zeichen internationaler Gesinnung, dessen wir Juden uns nicht zu schämen brauchen, dessen wir uns rühmen dürfen. Die Aufgabe, die allen Juden' der Welt da gestellt ist, verl angt äußerste Kraftanstrengung und Einselzung des ganzen Menschen. Und so erheben wir uns denn gemeinschaftlich von unseren Sitzen und legen damit das| [Gelöbnis ab, soweit es an \ms liegt, die Ziele unseres Ordens und der Rheinlandloge welter zu führen, mit voller Kraft unsere Pflicht zu tun, und damit uns würd:g zu erweisen der Gründer unserer Loge, unserer ver storbenen Brüder als gute Juden, gute Deutliche und gute Menschen. Eine wichtige Richtigstellung. Br. Dr. P a u 1 N a t h a n hat an Br.Großpräsidenten Timendorfer am 9. November 1915 folgendes! Schreiben gesandt: Darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf die B'nai B'rilh News vom September lenken, die jetzt in meine Hand gelangt sind? - In den „News from London", deren Verfasser Br. Dr. M. Epstein ist, rinden sich eine Reihe von Angaben, die in bedauerlichster Weise geeignet sind, Irrtümer über die Haltung der deutschen Regierung gegenüber dem Judentum zu verbreiten. Br. Dr. Epstein behauptet, daß der deutsche Kommandant von Lodz eine Proklamation veröffentlicht hat, in der unseren -Glaubensgenossen in der Stadt bekannt gegeben wird,-daß das Tragen des im Osten üblichen langen Rocks seitens der Juden „die Empfin- , düngen der deutschen Soldaten verletzt". Ich selbst bin in Lodz gewesen, und zwischen dem Hilfsverein der deutschen Juden und unseren Glaubensgenossen m Lodz bestehen die engsten Beziehungen. Ich habe aber niemals gehört, daß eine Proklamation wie die angedeutete in. Lodz veröffentlicht worden ist, und ich bestreite daher auf das nachdrücklichste, daß eine derartige Veröffentlichung jemals von der Kommandantur in Lodz ausgegangen ist. Br. Dr. Epstein behauptet alsdann, daß die deutsche Kaiserin zwar „alle Hospitäler" in Berlin besucht habe: „an dem jüdischen Hospital, wo sich eine An7ahl verwundeter Soldaten befand, die die Kaiserin erwarteten, ging sie jedoch, Ohne einen Besuch zu machen, vorüber." .'. i< . Auch diese Angabe ist falsch. Wir alle wissen, daß die deutsche Kaiserin das Israelitische Krankenheim der Chewra Kadischa Adas s .'J i s r o e 1 in Berlin besucht hat, genau so, wie sie die Krankenhäuser der Katholiken, i testanten besichtigte.*) Br. Dr. Epstein behauptet endlich, da Frankreich, Italien! und selbst Oeslerreich-Ungarn jü dische Feldgeistliche bei der Armee haben. Er fügt hinzu: „Deutsche Katholiken und Protestanten mögen geistlichen Zuspruch auf dem Felde der Ehre em pfargfn. Deutsche Juden können nur auf dem Felde England der Ehre sterben' Mit andern Worten: Jüdische Feldgeistliche sind bei der deutschen Armee nicht zuge lassen. Auch diese Behauptung ist absolut unwahr. Eine große Anzahl jüdischer Feldgeistlicher befindet sich bei unseren Armeen im Osten wie im Wösten; und ihrer hingebenden Tätigkeit wegen sind einze'ne dieser Feldgeistlichen bereits mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wordenJ (Unseres Wissens wirken 14 Rabbiner, als Feldgeistliche im deutschen Heere, Lind zwar: Bäck-Berlin, Emil Italiener- Darmstadt Lewy-Berlin, Sonderling-Hamburg, Sänger-Berlin, Salzberger-Frankfurt, Wilde-Magdeburg, Chone-Konstanz, Rosenack- Bremen, S. Levi - Breslau, Tänzer-Göppingen, Arthur Levy Berlin, Lewin-Leipzig, Bärwald-München. Die ersten elf sind Mitglieder unseres Ordens. Das Red.- Kom. der Monatsberichte der Großloge.) I- Endlich behauptet Br. Dr. Epstein, daß in England eine große Anzahl Deutsche nicht | interniert worden sind, sondern daß sie ihre Freiheit behalten haben, während! „in Deutschland alle Engländer interniert worden sind" *) Auch die Israelitische Krankenverpflegungsanstalt! Breslau-wurde vbn c er Kaiserin besucht, bei welcher Gelegenheit die hohe Trau unsere dort beschäftigte Qroßlogenschwester durcl eine Ansprache auszeichnete. (Das Red.-Kom. der Monatsberichte der Großloge.) j!. — 106 —

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