Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Nr. 5 - September
- Date
- 1915-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4864325-6029082-6074359--1916-4866031- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Timendorfer. 1.. Sehr geehrte Herren und liebe Finkel. Wien, am 7. Juni 191.5. An die hoqhw. Großloge für. Deutschland Berlin Brüder! I Ihr, von echt 'brüderlichem und bundesfreundlicHem (leiste eingegebenes Schreiben vom 25. v. M haben wir erhalten und können nur aufrichtig sa^en, daß es uns wohlgetan hat. pie aus dem südlichen Teile unseres Vaterlandes Evakuierten Glaubensgenossen werden uns wohl nicht vor so groiie Aufgabe^, stellen,, weil die jüdislche Bevölkerung dort mcht sehr; groß und meist wohlhabend ist. Seit einigen Tagen sind auch viele ^unserer Brüder aus Triest hier, wir sind bemüht, ihnen "den Aufenthalt zu erleichtern. Die interkonfessionelle Flüchtlingsfürsorge, an deren Spitze unser Br. Dr. Schwarz-rjliller steht, wird dauernswerten Flüchtlingsmafesen aus Galizien und der Bukowina werden solche aus Italien und den "Grenzgebieten hinzukommen. Groß wird die soziale Fürsorge und Arbeit für Sie werden, aber Sie werden sie, des sind wir sicher, mit gewohnter Hingabe, Liebe und Tüchtigkeit bewältigen. Wie aber die Völker Deutschlands und Oesterreich- Ungarns in inniger, treuer Waffenbrüderschaft zu einander stehen, so werden Sje. in dieser ernsten und schweren Zeit auch uns, die Brüder des deutschen Distriktes, als treue Bundesbrüder finden, jederzeit bereit, mit Ihnen mitzufühlen, mitzuhelfen und mitzuwirken, die Not des Krieges zu lindern. Möge eine gütige Vorsehung die beiden Zentralmächte, ihre erlauchten Herrscher und Völker beschützen und sie einer glücklicheren Zukunft entgegenführen! In dieser Ges nnung begrüßen wir Sie in w! B.' & ' £ jk wohl eine Erweiteruni; ihrer Tätigkeit, erfahren und dadurch auch unseren Brüdernj die daselbst wirken, mehr zu schaffen, geben. Es lebt in pns aie Uebetjzeugung, daß wir .in treuem Bunde mit derh Deutschten Reiche auch diesen neuen Feind bestehen! werden.! Sehr erfreulich ist die ganz kolossale Bege sterung, I mit der .alle Völker. Stände' und Konfessionen in den Krieg gegen Welsch - land ziehen. Es ist wohl „Treubruch", desgleichen^ die Geschichte nicht kennt, wie es im Kajser-Manifeste Erbitterung über den heißt, der unser Es ist aber auch das Gefühl dem So mancher und seines Lebens dem Stupium der italienischen aller Kriegseifer beflügelt. der verratenen Liebe, welches die Deutschen Lande und dem Volke Italiens seit jeher entgegengebracht, welches Italien so viele moralische und materielle Vorteile verschafft und das sich nipn in glühenden Haß verwandelte. vpn uns hat einen Teil seiner Muße talien^schen Geschichte gewidmet und daß aus diesem Lande erblühen werde. Wir Kunst und der daran die Hoffnung geknüpft, Schönes für die Menschheit haben uns getäuscht, nun heißt es diese Gefüh e aus dem Herzen reißen md im Bewußtsein, daß unsere Sache die genechteste der Welt ist, in den ICampf ziehen. Es herrscht aper tuen in uns die frohe Zuversicht, daß die enge Vejrbmdung beider Reiche"1 im großen, die der beiden Distrikte im engeren, nach dem Kriege uns /or neue kulturelle und ideale Aufgaben stellen wird, daß wir der deutschen Kunst und der cleutsenen Geschieht;, in ihrem Zusammenhange aber auch der* l.iteratul- und der Erkenntnis des Judentums uns werd :n widmjen können. Indem wir Ihnen herzlichst danken, verbleiben Ehrmann. nochma s für Ihre lieben mit herzlichen Frudergri ßeri in W. B. & wir Zeilen Hecht. Der Krieg und die deutschen Juden. m i -• . -'.-[•• : Inter arma silent . fnusae. schweigen die Musen, sagt Von Br. Stadtrabbin^r Dr. Im Lärm der Waffen mit bekannter Abwandlung ein altes Römerwort. Wie nie,, zuvor nimmt dieser Weltenbrand, der über uns hereingebrochen, unsere Aufmerksamkeit und unser Interesse in Anspruch. Ob wir wollen oder nicht, unsere Gedanken sind mit nie geahnter Steigerung bei denen, die unser tingen. Schicksal mit der Schärfe des Schwertes erfüllen. — 74 — S. Behrens, Üö Mit freudigem Solu: blicken die deutschen Juden auf die stattliche* Zahl von Mitkämpfern, die aus ihren Reihen hervorgegangen, auf die Hingebung und die Treue, die sie im l.eb^n und Sterben bewiesen, auf die Auszeichnungen, die se davongetragen haben Sie tun in a I anders als ihre Liebeswerke in de^ Heindt nur dem natürlichen er 'kille; und Bescheidenheit nichts Jieilije, vaterländische Pflicht, wie alle