Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Nr. 5 - September
- Date
- 1915-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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daran hindern, eine — Kindergarten-Loge zu gründen! Ich empfehle daher, Idas Minimalafter gesetzlich auf 21 Jahre festzulegen." | je. Ferner schlägt der Präsident vor, die „Menorah" für das offizielle Sinnbild des Ordens zu erklären.— Auf Ersuchen der Großloge des achten Distrikts empfiehlt der Präsident, jede Qroßloge dürfe zwei - oder mehr — Vizepräsidenten wählen. Mit Betrübnis stellt Br. Kraus fest, daß die judenfeindliche Strömung in Amerika bereits solchen Umfang angenommen hat, daß beispielsweise in Chicago .viele Stellenrachweise von den Arbeitgebern angewiesen sind, Tceine jüdischen Kräfte vorzuschlagen. Hier muß der Abwehr-Verband eingreifen. 7 ,Jn der Vergangenheit haben wir uns hauptsächlich der Hilflosen hilireich angenommen. Wir müssen uns nunmehr denen widmen, die in Gefahr sind, hilflos ztr werden. Hier muß jeder einzelne Bruder mithelfen.; Keine Stadt tet so'klein, in der nicht unsere Brüder — wenn sie sich umsehen — irgend welche Not zu lindern, irgend welch ' Unrecht in Recht zu verwandeln finden werden. In größeren Gemeinden sollten Arbeitsrja ch w eise eingerichtet werden; in den kleineren sollte sich jederj Br. als ' „Arbeitsvermittler' betrachten. Den Einwanderern muH man helfen, niitzliche, sich setbst erhaltende-Bürger unseres Landes zi werden. Alle'Unsere Log«n sollen soziale Hilfsarbe t verrichten — n ichtdur'ch Beschlüsse sondern durch- Taten, Vor allem müssen wir auf uns achten, daß unser Verhalten niemals berechtigte Veranlassung zu Vorwurf und Tadd gebe. Möge dieser Konvent, über solche und ähnliche Dinge nicht mit schonen Redensarten hirtweggehen! -Dringend ist uns ans Herz gelegt worden, einen redegewandten und geeigneten „Feldsekretär" [anzustellen, der mit der Gewinnung neuer Mitglieder betraut werde: Die in diesem Vorschlage liegende Klugheit vermag ich zu meinem Bedauern nicht, einzuseheijr Nicht schöne Worte, sondern Taten werden uns in den Stand setzen, so viel und so wertvollen Zuwachs zu erhalten, wie wir ihn brauchen, um den Kampf gegen Gehässigkeit und Vorurteil aufzunehmen. Wenn unsere Brüder an das eben skizzierte Werk ernsthaft und begeistert herantreten, und zwar im Bewußtsein, daß wir damit zugleich, der Judenheit der ganzen Welt dienen, so wird das eine bessere Propaganda für uns bedeuten, als es irgend eine Anzahl .von „Feldsekretären" möglicherweise tun kann. Dem wählen, die wirtschaftlich so gestellt sind, daß sie — ohnesich irgend Welchen Zwangantun zu müssen — nicht nur die Sitzungen des Exek.-Kom., sondern auch die Sitzungen des General-Komitees, ihrer betr. Distrikte besuchen könnet], -d«imit jedes General-Komitee vollkommen über die vom Exek.-Kqm. verfolgte Politik bei der Geschäftsführung des Ordens unterrichtet sei. Auch sollte kein Mitglied ein Amt beim Exek.-Kom. annehmen, wenn sein Beruf oder Geschäft derartig ist, daß djes seine ganze Zdt in Anspruch nimmt; - denn er muß nun einmal einen Teil seiner Zeit und seines Denkens gelegentlich dem Interese unserer Organisatibn zu widmen imstind« sejnr Schluß, Zweimal bin ich mit dem hölchsten Amte beehrt worden, das der Orden zu vergeben hat. Nachdem ich einen kurzen Ueberblick über unsere Tätigkeit während der lebten fünf Jahre gegeben habe, bin ich gern bereit, da' i FCh'rerarnt meinem Nachfolger zu übertragen. Maicjje unserer Brüder halten den Präeidenten des Orders für eine Arft „Reisepredigei", der von einem Ende dei Reiches zu|m andern reist und Reden hält an Gläubige und Ungläubige., lieh bin aus fast jedem Tei e unseres Landes mit Einladungen beehrt worden Aber freil ch, wenn ich diesen Einladungen au<th m it Vergnügen ent-prochen hätte, so fand ich doch weder Zeit noch nur die Möglichkeit jenen Teil zu erfüllen —| wenn solche Neigung, noch auch meiner Amtspflichten Besuche überhaüpt Konvent empfehle ich schließlieh, als Mitglieder c es Exekutrv-Komitees nur solche Herren zu innerhalb des ijfliclitenkreises des Orderispräsldenten liegen! J [• Als ich das erste Mal zum Präsidenten erwählt wurde, übernahn ich.dasj Amt.inur mit Widerstreben und mit Besorjmis. Nach zehnjähriger Amtsführung kann ich wahineifc gemäß sagen, daß ich meinen Brüdern dankbar hin, daß sie mich an die Spitze unseres Bundes | gestellt haben. Denn mein Amt hat mich in Beziehung' gebracht zu unseren führenden Glaubensgenossen n fast allen Ländern der Welt Auf diese Weiset ha!>e ich eine Kenntnis von jüdischen Angelegenheiten er angt, die ich auf anderem, Wege nimmer gewonnen hätte. Sie hat meinen Gesichtskreis ganz bedeuten! erweitert!und hat mir demgemäß eine mehr als reictiliche Entschädigung für die Zeit und Mühe gewährt, die ich für die Erfüllung meiner Amtspflichten aufgewendet habe. Man hat es mi' verdacht,' daß ich mich zu sehr um ausländische Angelegenheiten gekümmert habe. Darauf kann ich rnich mit dem Hinweis verantworten: die ausländischen Angelegenheiten erforderten eben