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Bericht der Großloge für Deutschland · 1915-05-01 · Nr. 3 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1915
Issue
Nr. 3 - Mai
Date
1915-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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gebracht worden sind, wir bedauert, daß wir die' Liebesgab: n selbst serven, auhetordenthct -viel . Fruchsifte^ Schokolade, Seife, Rum, Kognak, nnd über 300 weiße Hemden. Weitere Liebesgaben wurden an eine Rvserveeisenbahnkompagme verteiltj an die dortige Etappenkommandan,tur und an die (htetdantur behufs Schaffung dieser Sachen direkt an die Fi ont Dorthin wurden namentlich große Quantitäten tfen Wollsachen, wie Hemd.en, Westen, Wollschal», Strümpfe, daneben aber auch sehr viel Zigarren urd Z'garetten, Schokolade und Marmelade gebracht. 1- Daß w ir diese Liebes jaben ebenfa Iis verteilen konnten, war uns eine besondere Genugtuung und namentlich war die Schnelligkeit, mit der die Sachen an die Ftont höchst erfreulich. Nur haben nicht in der Möglichkeit waren, an die Front zu bringen. Erfreulich, wenn auch zugleich wehmütig, war die Verteilung, der Liebesgaben an. die'im Zuge befindliche^ Verwundeten, ts wurden Hemden, Schokolade, Kakes, B squ'its, Komptitte, Wein, Zigarren und Tabak verteilt. Da <ch a's Eirziger weder gegen Cholera, ^rtoch gegen Typhus geimpft war, wurde mir von ärztlicher Seite das Betreten der Krankenwagen nicht »gestattet - : .■ I., " ' j . r ■ - - " ' : Bruder-Schürmänn| übernahm für mich die Verteilung,, Er berichtete! darüber, daß er durch den erschütternden Anblick der Schwe; verwundeten physisch und psychisch erschöpft, von seiner an sich leichten und erfreulichen Arbvit zurückkehrt?, wenn er auch freilich Genugtuung und Hefried gung über die Freude dtjr Empfängen der Liebefgahsn empfand. %i Fübrtr.-vJvon Solditen, Offiziere von Eisenbahn- ' V " * ' L I* I L Batailloriery'baten uns um Liebesgaben für ihre Mannschaften und erhielten >ie auch Bitten um Liebesgaben hieben artiitKrnJ cn i, sie kamen vom einfachsten SolJaten :' bis. Hinauf zu höheren Offizieren. Eine Anzahl Offiziere. urc Öffizterssteilvenreter besuchten den 'LazareKzug.1 AH'' Bitfett wurden erfüllt J. 4 , J - i 1 * H Zwei Ctfizicre wi.ren e:ne ganze Nacht in einem EMsenbaln.2uge im fallen Atfieil gefahren, umitnöglichst "schnell ihr Regifnerit zu erreichen. Sie erhielten Verpflegung. v\ '■.. . Zwei Empfindungen wurden besonders' bei der Verteilung ven LiebesgaBen in uns ausgelöst; zunächst die Fürsorge der Offiziere!ür ihre Mannschaften. Gewiß, w r bekamen auch ausdrückliche Bitten von ..Offizieren, ihnen selbst zum persönlichen* Gebrauch namentlich Wäsche zu überlassen, aber erst kam doch bei allen die Sorge für die Mannschaften und dann ■ ' 1.1 Fr i r irst die Befriedigung ihres eigenen Wohles. SÄ* Die zweite Empfihdung war es, daß die 3itten_ um Liebesgaben gan: ungeniert und als ganz selbstverständlich gestellt and ebenso ungeniert Erfihung angenommen werdei ist. Man hatte dabei Gefühf, daß die Verlangenden die Gewährung Bitte deshalb für ganz im gleichen Falle1 ebenfalls vi|>n ihrem Ueberfluß n Darbefiden geteilt hätten Das ist ja ans Große die Menschen gleichg« macht das Wohltun als Ich lia.)e schon das ihrer selbstverständlich halten, wfcil sje itden |/on in, ^diesem Kriege, ( aß er hat und daß jeder ei izelne eine so große Freude empfim et der besonderen Freude der zieren ihnen b hätte kie im ü wenigen Brüdejr, deien.wir mit dem Lazarqttzuge begegnet sind, erzählt Als unsere Krankenschwestern in Suwalki sp£ gingen, erblicktei) sie einen Assistenzarzt, der am liebsten um den Hals gefallen wäre*, und da nicht dem weibl che r Geschlechte gegolten, se itdem dem Zeichen U. O. B. B., das sie trugen. Entfernt von der Heimat fand dieser Arzf/> Jessen drei Brüder unseren Ord in angehören, das i im so. wohlbelannte Ze ich« n. Es war natürlich, da 5 w ir ihn auf das herzlichste ajfnahmen', und es wir uns eine Genugtuung, as er uns versicherte, dal dies sein' schönster Tig gewesen sei. Auch diese' Arzt erzählte gns vofi dem traurigen Schicksal e er in Suwälki lebenderk Juden.. Ef hatte die Synagoge am Sonnabend besucht und sah dort unzählige Kranke. Es war ihm selbst eine Freude, täglich eine Anzahl. Rezepte zu schreiben un i seinen Glaubensgenossen selbstverständlich i inet tgeltl ch ärztlich dienen zu könnei'. In! Suwalki erhielten wir den Besuch des jFe Jpredigtrs Dr. Levi aus Bresf u, der erfreut abei aucH stolz vjar, uns de rt 2u sehen. Ich konnte Br. D . Levi mit defn Elappet konmancanten, der gerade b ji uns zu Besucii war, bekamt niaclien. Ich fand ein herzliches Verhältnis 2wisi:herf den einzelnen Konfes: [oneri und das Bestreben der höchsten militärischen Beh >rdeii, die rdig.ösen BeaüYlnisse im weitesten Umfai ge zu befriedigen.;j '. . . Auf der Rückfahrt begegneten wir in Ratzky i)incm nach Suwalki fahret den Mrfltätlazarettzug, der dort ebenfalls Aufenthalt hatte. Ein uniformierter Herr w i r i mI ' ' r sprang aus dem Zuge zu uns herüber, in feilster Freude uns begiülienc. Es war ein Bruder ausHariburg, mit dem wir ebenfalls gemütlich, zusammenblieben und es machte uisFreud«^, dem Personal des Alilitärlazaretlzuges, das dur:h einen langen Aufenthalt unterwegs hungrig'ur d c urstig war, durch Verabreichung von Speise und frank dienen zu können. JfL

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