Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Nr. 3 - Mai
- Date
- 1915-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Himmel Stifter zum hinauf Oer Kriege, Massenuntergang von so vielen sauberen, zu sein gegen die verruchten An- E ' 1 . modernen Stätten deutschen Fleißes und deutscher Kultur jrriff uns tief ans Herz. Am 14. März früh gegen 5 Uhr, kamen wir in Lyck at und dort hatten wir wohl alle den stärksten bisherigen Eindruck. Alle zu dem sehr großen Bahnhof gehörigen Gebäude Aaren ausgebrannt und die Eisenbahnschwellen ausgerissen. Zahlreiche Gräber mit dei einfachen Holzkreuzen bewegten Uns auf das tie ste. Wir hörten dort, daß Lyck dreimal in Russen läncjen war, zuletzt drei Monate hindurch, und daß es namentlich beide letzte Male entsetzlich zerstört wire.r , . . i . Aber neben dem vielen Erschütternden doch .wieder die Erhebung. Deutsche Tatkraft ist unverzagt am Vferke, um nach Möglichkeit aufzurichten, was Bestien in Merlschengestalt zertreten haben. . Wi kamen nach Marggrabowo und damit an die rüssisc ie Grenzt, i . Dei Grenzbahnhof ist ein Riesenbahnhof, . Von der Grenze ab war das Bild unverändert. Wir erblickten F ferde eicljen, abgestürzte Lokomotiven, zerstörte E isenb ihnibrücken, zerstörte Bahngleise, Granatlöcher, Massei gräjper; Drahtverhaue und Schützengraben waren so häl fig, daß man schon garnicht mehr hinschaute. Von-den Oitschaffen, die wir durchfuhren, waren inzeli e gar ni:ht, fhanche wenig, andere wieder bis uf da5 letzte Haus zerstört. Gr aßef Kartoffelfelder im weitesten L'mfange waren hoch lief»; ausgenommen.- Je. weiter man katrytlesto tnehr' sati| man von den Verheerungen dep Krieges, Unmassen hc;abgestürzter veibrannter Autos. Wir ahen soijar russische Lazarettzüge, die erbeutet waren, ISS nd -i Auf " lieson Jer; Waggoni; ljangen i\ sehe Feldküchen, .lern "Bahnhof in RiukV war die Zerstörung groß. Dort gab es vorher *Ö00 gefüllte um dieselben nicht in unsere Hände geil lassen, waren von den Russen 450 davon absici trietj. durth Feuer zerstört worden. Wir sahen Provi intkolonm:n, Feldbatterien und anderes. So erschütternd aber .manchmal eier Anblick, wiederum die Erhebung, zu beobachten, wie unendlich tüchtig unser: Militärverwaltung ist. Von der Grenze ab bis Suwalki wurde an der Wiederherstellung der zerstörten Bahnjleise unl an der Herstellung neuer Gleise ge arbeilet. Die größte Freude empfanden unsere Soldaten — u id das spkeht Bände — nichtso sehr über die 1 . |.W h .' . i.'.vv;r-.. verleiten Liebesgaben, als' vielmehr über Iteiturigerj, die vi ff 'Hinauswarfen. Um solche, gab es geradezu einen Kampf. Am 14. März trafen wir gegen 1 Uhr Mittag in Suwafki ein. Auf dem Bahnhof trafen wir dei Lazaretrzug des Niedeibarnimer Kreises Q Ul, der bereits etwa 150 Verwundete aufgeladen .hatte. Wir wußten also, daß ss noch mehrere Stunden dauern wür Je, ehe an |> j L^ 1 "* * I * ,.■".--! t: ■ - eine binladung in unsern Zug gedacht werd en könnte. Deshalb besuchten wir zunächst die Stadt. . Es war ein eigentümliches Gefühl, das uns bewegte. Der deut che Jude, der nicht irgendwie Vertreter n geschäfN liehen Sacherr war, kannte früher :keine Alöglichkejt, •Rußland zu besuchen und nun spazierten wir fünf Juden durch die Straßen einer russischen Stadt, ohm; jede Förmlichkeit, ohne jeden Paß, restützt auf die Vutoritäf des deutschen Reiches. Suwalki^ ist ein Etappenort er'sterr Ranges. Man kon ite stundenlang an einem Platze stehen Und man sah. immer nur Wagen auf Wagen mit Mrnition, mit Material usw. Auf dem großen PlatzeVar'-ein Teil der Beute laus der Masurenschlacht aufgestellt, Geschütze-und Munitionswagen in unzähligen Mengen; die Kirchen Waren mit russischen Gefangenen gefüllt. suwalki hat 24 000 Einwohner, unter diesen sine über . 13 000 Juden. .Ein Logenbruder wo int dort, und als ich einen Juden .aü der Straße nach diesem fragte, erhielt ich die Antwort, daß <fer •Befragte zu den^reichen Personen gehere und die ..reichen Bürger' nicht mehr in der "Sradtlseien. Wir salien natürlich auch yiele. Juden auf der Straße, Ka'tan und Löckchen sieht man nicht mehr. "Die Jucen machten aber fast allgemein einet körperlich heiabgekommenen und seelisch gedrückten Eindruck. \V r'sprach'e'iv einzelne an und erfuhren^ iaß sich die jüi is'chen Einwohner unter deutscher Herrschaft sehr wc hl fühlleur ' Auffallend oft wurden die Aerzte u n ihre Hilfe ge icten mit der Bemerkung, daß Frai öder Kind kr mk in den Wohnungen lägen und es k;ine ärztliche Hilfe gübe. Sogar Bezahlung für. solche Hrlfe boten di; Juden an. Natürlich mußten unsere Aerzte Hilfe ablehnen, um nichj etwa später den L; zarettzug-zu Inizieren. ig r .. •■}'.-*) Das Wetter war schlecht, Hunderte-vor Gefangenen särberten die Straßen, trotzdem sah es recht schmutzig ais. 1 '. '*£ '::' * - - £$,!'.•■'■.•'.'. t - -. •*• ■ Suwalki selbst ist eine große Gouverlnerncntsstadt, hat schöne Regierungsgebäude, große.Kasernen und namentlich schöne Kirchen. Jedes zweite Haus ent h *. \".::r\ ■ ' ' / - 3!» -•