Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 10 - Dezember
- Date
- 1914-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Unser Kriegshilfsausschuß gewährt aus seinen Mitteln der Kriegsspeiseanstalt eine monatliche Subvention von M. 1500. Das „Rote Kreuz" hat in Würdigung der Aufgaben und Leistungen unserer Kriegs- ,speiseanstalt eine Subvention von M. 3000 bewilligt, ebenso Br. Rudolf Mosse aus den Geldsammlungen des Berliner Tageblatts und der Verlag Ullstein je M. 1000 und die Jüdische Reformgemeinde M. 500. Eine Reihe von Brüdern und Schwestern unserer Berliner Logen haben einmalige und monatliche Spenden für die Kriegsspeiseanstalt gezeichnet. Wir richten an alle Brüder die Bitte, unserer. Kriegsspeiseanstalt weitere Zuwendungen zukommen zu lassen. Im Monat September sind in unserer Kriegsspeise- . anstalt 8864 Portionen warmes Essen verabreicht worden, d. i. durchschnittlich täglich 355 Portionen. Im Monat Oktober wurden 14 0Ö0 Portiohen ausge-' geben, das sind 450 Portionen täglich. Seitdem ist die Zahl der Bedürftigen, die in unserer „Toynbeehalle" gespeist werden, noch gestiegen. Wir legen besonders Wert auf .das Bestreben, unsere Kriegsspeiseanstalt nicht als eine Volksküche in die Erscheinung treten zu lassen, sondern als eine sozial höherstehende Institution, in der den Besuchern von Damen und Herren das'Essen in freundlicher und liebenswürdiger Weise gereicht wird, damit den bedauernswerten Bedürftigen, die auf den Besuch unserer Kriegsspeise- * anstalt angewiesen sind, die Bedürftigkeit nicht zum Bewußtsein kommt. Eine schwere große Aufgabe entstand unserem Kriegshilfsausschuß in der notwendig gewordenen Fürsorge für die armen geflüchteten ostpreußischen Juden. Für dringende Unterstützung von etwa 200 armen Familien haben wir namhafte Beträge aufzuwenden gehabt. Die Schilderung der von Haus und Hof vertriebenen, aus ihrer Heimat geflüchteten Glaubensgenossen sind herzzerreißend. Wir dürfen nicht zurückstehen, weitere Mittel für notwendig werdende Unterstützung bereitzustellen. ( In der Erwartung, daß unseren Mitteln aus freiwilligen Spenden weitere Beiträge zufließen werden, um die wir wiederholt dringend b i tte n,. lassen wir verschiedenen Hilfsorganisationen unsere Unterstützung zuteil werden, so u. a. der freiwilligen Kriegshilfsko.T.mission der hiesigen Jüdischen Gemeinde, dem Jüdischen Volksverein und manch anderer jüdischen und interkonfessionellen, allgemein vaterländischen Organisation. Wir haben uns an der Fürsorge für* die Hinterbliebenen der für das Vaterland gefallenen Soldaten zu beteiligen und dürfen an keiner Stelle der Wirkungen dieses furchtbaren Krieges untätig und teilnahmslos vorübergehen. In ausgedehntem Maße läßt sich der Kriegshilfsausschuß die Versendung von reichlichen Liebesgaben an die im Felde stehenden Logenbrüder und deren Angehör ge angelegen sein und hat damit unendlich viel Frei de geschaffen. Auch den statistischen Feststellungen über die Beteiligung der Juden am I eldzuge schenken-wir unsere Aufmerksamkeit. Unter Führung des Vereins für jüdische Statistik haben sich eine Reihe großer jüdischer Organisationen, denen wir uns angeschlossen haben, \ ereinigt, um eine zuverlässige Statistik der Beteiliguig der deutschen Juden am Kriege in die Wege zi leiten. Mitteilungen über Auszeichnungen, Beförderimgen, besondere Erlebnisse und sonstige^ Beachtenswertes sind als Material für die eingeleitete Statistik erwünscht. Mit Beginn unserer Tätigkeit hatte unser Kriegshilisausschuß eine Au s k u n f t s- und Beratungssteil e eingerichtet, die vielen Ratsuchenden und Bittstellern Auskunft erteilen konnte Die hochwürdige Großloge hat wiederholt unsere Mitarbeit in Anspruch genommen, insbesondere wegen' Nachforschungen nach vermißten Angehörigen [von Logenbrüdern, wegen Beschaffung von Unterkunftsstellen für Brüder ostpreußisther Logen, um Zuweisung von Arbritsrnöglichkeiten und manches mehr. Der von der w. Rheinland-Loge angeregte Vorschlag, Namens der deutschen Logen einen eigenen Lazarettzug des U. O. B. B. zu stiften, hat auch unser allerwärnstes Interesse gefunden. Wir haben zunächst einen Beirag von M. 0000 für diesen schönen Zweck zur Vertagung gestellt. So triten und treten neben der Erfüllung unserer selbstgej ebenen Aufgaben an den Kriegshilfsausschuß die man vigfachsten Anforderungen heran. Der Kriegshilfsaussühuß ist redlich bemüht, allen Aufgaben, die das weit/erzweigte Gebiet der Kriegsfürsarge umfaßt, nach bei ten Kräften gerecht zu werden. Gar manches konnte nicht verwirklicht werden, manches mag veränderungs- und verbesserungsfähig sein. Angesichts der Zeit und der Umstände, die zu berücksichtigen sind, mag brüderliche Nachsicht geübt werden. Es gilt, die Brüder, auf deren Schultern die Hauptarbeitslast ruht, durch vertrauensvolle Anerken- — 155 —