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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-12-01 · Nr. 10 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 10 - Dezember
Date
1914-12-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Die Tätigkeit des Kriegshilfsausschusses der Berliner Logen U. 0. B. B. Von Br. E\pr;is. M a In großer schicksalsehwerer Stunde ist unser Kriegshilfsausschuß geschaffen worden. Nach dem jähen Ausbruch des Krieges, da unsere Herzen, im Innersten bewegt, stillstanden vor Erschütterung und gleichzeitig die allgemeine Begeisterung flammend aufloderte, in dem weltgeschichtlichen Moment, da nicht nur alle Söhne des Landes ins Feld rückten, sondern auch alle zurückgebliebenen Männer uncf Frauen aufgerufen wurden, dem Lande zu dienen, sich zur Hilfsleistung für die Gesamtheit zu organisieren, war es klar, daß auch unsere Logen, getreu den humanitären Prinzipien, zur Stelle sein wollten» ihre Pflicht zu tun. Am 12. August fand unter Vorsitz des hochwürdigen Großpräsidenten. Br. Timendorfer, die denkwürdige Sitzung der vier Berliner Logen statt, in der die Begründung des Kriegsh ilfsausschusses und dessen Programm jbeschlossen wurde. Als, die vornehmste Leistung darf die Schaffung unseres mustergültigen Lazaretts bezeichnet werden, das wir in unserem schönen Logenhaus Kleiststraße 10 errichtet haben. Es werden seit Eröffnung iles Lazaretts ständig 120 Verwundete behandelt. und verpflegt.' Der Generalstabsarzt, die inspizierenden Intendanten der Militärverwaltung und der freiwilligen Krankenpflege haben w iederholt ihre vollste Anerkennung und Bewunderung über die vollendete Ausstattung, Einrichtung und Führung unseres Lazaretts geäußert. Für die komplizierte Leitung des Lazaretts in allen Einzelzweigen ist eine besondere Lazarettkommission eingesetzt, deren Mitglieder, Damen und Herren unserer Logen, in opferwilligster Weise angestrengt tätig sind Ihnen, und ganz besonders unseren Aerzten, Dr. Hirsch, Dr. Steinharter, und den BBr. Assistenzärzten, die unermüdlich Tag und Nacht der Behandlung der verwundeten Krieger obliegen, sowie den Pflegerinnen, Helferinnen und unserer bewährten Schwester Oberin gebührt unser herzlicher und inniger Dank. — An der Spitze, der .gesamten Verwaltung steht als Chefarzt unser allverehrter Exgroßpräsident Br. Dr. Maretzki. „Kranke zu besuchen und zu pflegen" ist nach unserem Logenritual an sich schon eine unserer vornehmsten Aufgaben. Die Liebe, die Hingebung und die Opferw illigkeit, die zur Einrichtung unseres Kriegslazaretts geführt haben, bedeuten ein besonders xtmiliain Stein. schpnes Ruhmesblatt in der Geschichte und der Betätigung unserer Berliner Logen. Unser Orden beruht auf dem altruistischen Prinzip, immer mehr für andere zu sorgen, als an sich selbst zu denken. Die Fürsorge für unsere eigenen Brüder und deren Familien ist uns dennoch nächste und dringendste Logenpflicht. Für diesen Zweck ist ein besonderer . Hilfsfonds von M. 100 000 aus Logenmitteln abgezweigt worden. Dieser Hilfsfonds dient dazu, allen durch die Kriegswirren in Not, Sorge und Bedrängnis geratenen Brüdern Hilfe zu leisten. — -v. Für die Kriegszeit ist überdies ein besonderes Pflegschaftswesen organisiert. Mitglieder eines hierfür besonders eingesetzten Ausschusses stellen sich den Familien, deren Angehörige sich auf dem Kriegsschauplatze befinden, zur Verfügung: Der aus eigenen Mitteln der Loge gebildete Hilfsfonds von M. 100 000 dient ausschließlich zur Unterstützung von Brüdern und deren Angehörigen. Die sonstigen für alle übrigen Zweige unserer-Tätigkeit erforderJichen Mittel sollten durch freiwillige Spenden * aufgebracht werden. Bis nun sind etwa M. 32 000freiwillige Spenden eingegangen. Zu unseren glücklichsten Leistungen dürfen wir die Errichtung unserer Kriegsspeiseanstalt der-Toynbeehalle der Berliner Logen zählen. Unsere „Toynbeehalle" ist bekanntlich ein Volksbildungs- und Unterhaltungsinstitut, dessen Veranstaltungen in regulären Zeiten darin bestehen, daß wir für die ärmeren Schichten der Bevölkerung populär-w issenschaftliche Vorträge, künstlerische, musikalisch-deklamatorische Darbietungen und gastfreundliche Bewirtung kostenlos an jedem Abend der Woche in unserer Vortragshalle arrangieren. An Stelle dieser gewohnten Veranstaltungen hielten wir es für geboten, in der jetzigen Zeit der Not und des Elends dazu überzugehen, Hungrige zu speisen, nachdem sich erwiesen hatte, daß hierfür die vorhandenen Speisegelegenheiten und Volksküchen nicht ausreichten. In unserer rituellen Kfiegsspeiseanstalt Gipsstr. 12a bieten wir den Bedürftigen ein gutes Mittagessen, dessen Selbstkosten 40 Pf. betragen. Wir erheben, von den Besuchern der Speiseanstalt 10 Pf „ jedoch werden vielen Bedürftigen, die sich außerstande erklären, auch nur diese 10 Pf. zu zahlen, diese erlassen. — 154 —

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