Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 10 - Dezember
- Date
- 1914-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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die Königreiche ^gegeneinander feindlich verbünden, dann hoffe auf die Fulispur des Messias", lautet ein Ausspruch des Midrasch zu dem im 12. Kapitel der Genesis erzählten Kriege, in den Abraham eingriff, und in dem vier Könige fünf feindlichen gegenüberstanden. In den feindlichen Völkerbündnissen, die den gegenwärtigen Weltbrand entzündet haben, er¬ Micken auch wir die Fußspur des Messias. Den Fortschritt und Aufstieg der Menschheit erblicken wir in ihnen; und aus dem Tod, der ringsum seine grause Ernte hält, sehen wir, wie aus allem Sterben in der Natur, erblühen das neue, große, heilige Leben: Kriegsinvaliden-Fürsorge. Es gibt nichts, wasjrauriger wäre als ein Völkerkrieg, und es hat noch niemals einen größeren Krieg gegeben als den jetzigen. Aber nicht klagen sollen wir, sondern wirken! Ein großer Teil deutscher Männer ist entweder pflichtgemäß oder freiwillig ins Feld gezogen, um Out und Blut fürs Vaterland einzusetzen, um im heißen Kampfe, der uns aufgezwungen ist, über den Vandalismus der Kultur zum, Siege zu verhelfen. Was aber können wir bewirken, die wir verurteilt sind, daheimzubleiben? Was können, was müssen wir tun, um als Nichtkämpfende einer heiligen Pflicht zu genügend- Gewiß, wir helfen, uro wir können, sorgen uns, ob die Feldgrauen, die da draußen sind, wiederkommen werden nach dem" großen Ringen und, wenn sie wiederkommen, noch so gesund, um für sich und die Ihren zu sorgen.- Werden nicht viele, viele darunter sein, die unter der schrecklichen Wirkung der feindlichen Geschosse körperlich bleibend zu leiden haben werden? Bedarf es noch einer weiteren -Schilderung der Folgen dieses Krieges, wenn auch der Sieg unser sein wird? Wir älteren Jahrgänge, die wir vom Schicksal zur „Heimarbeit" bestimmt sind, wir denken jetzt oft schmerzlich zurück an jene Zeit nach 1870, an jene Schwer betroffenen, die wir an den Ecken der. Straßen, auf den Höfen der Häuser und an den Türen unserer Wohnungen Mitleid, erregend leider antrafen. An uns ist es, dafür zu sorgen, daß unseren Kindern, unseren Frauen dieses Bild des Jammers, das sich nicht wiederholen darf, erspart bleibt. Unblutig kann kein Krieg verlaufen, aber nach dem Kriege müssen die Herzen aufhören zu bluten. Diesen Unglücklichen, die der Krieg verstümmelt hat und arbeitsunfähig machte, muß in erster Linie so geholfen (Eine Anregung in schwerer Zeit.) , -. . (.Was Du nicht allein vermag-.!, dazu verbinde. Dich mit anderen, die, das v Gleiche wollen.'- , werden, daß sie von den Sorgen des Unterhalts für den Rest ihres Lebens betreit werden; darauf haben sie Anspruch. Sie dürfen nicht der Armenpflege anheimfallen. Ihnen müssen, wenn nötig, ein Heim, wenn nötig, die Existenzmittel für sich und ihre Familien beschafft werden. Haben sie doch für uns gekämpft, gelitten und ihr Blut vergossen, für unsere Ideale, für unsere Heimat, für unser Sein oder Nichtsein. Wir sind ihnen für alles, was wir nach dem Kriege noch besitzen, verpflichtet.; sie müssen auf unsere Dankbarkeit rechnen können. Wie aber können wir unserer Pflicht genügen und das erreichen, was erforderlich ist? Außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Mittel; doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, und so sollte man die Mittel, die nötig sind, aufbringen nicht durch zufällige Mildtätigkeit; an die es in der Kriegszeit sicher nicht fehlte, sondern durch ane festere Form, durch eine starke Willenskundgebong. Nämlich dadurch, daß jeder, dem es nicht vergönnt war, fürs Vaterland zu kämpfen, der nicht im Feloe bei dem großen schweren Ringen war, sich für den edlen Zweck der Versorgung unserer Kriegsinvaliden und Knegsvetcranen freiwillig, dem Dankbarkeitsgelühl folgend, eine Steuer auferlegt. Bedenke man, was macht z. B. ein Zuschlag von 1 ,„ des Kommunalsteuersatzes für den einzelnen aus, im Vergleich zu den Opfern, die jene Todesmutigen gebracht haben. Hat Pflichtgefühl und Dankbarkeit erst mal die Mittel aufgebracht für einen edlen Zweck, dann wird die Ausführung der Idee und die Organisation des guten Vorhabens nicht mehr schwer fallen. Wir brauchen ja nur um uns zu blicken, und wir finden