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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-12-01 · Nr. 10 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 10 - Dezember
Date
1914-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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bis zu einem guten und ehrenvollen Ende durchzuhalten. Das sei zur Entschuldigung und Ehrenrettung all derer vorausgeschickt, die in diesem heißen, alle Triebe und Empfindungen autwühlendem Ringen auch ihr Wort in den Dienst der großen Sache stellen. \X as ich in Kriegszeiten aus der Bibel lese? Nun' zunächst nichts anderes als in den Zeiten des Friedens. den allwöchentlichenThoraabschnitt mitdem Prophetenwort, die Teile der Bibel,> die in's Gebetbuch aufgenommen sind Aber ich lese sie mit anderen Gedanken und. Einsichten. Und das erste, was mir dabei deutlich zum Bewußtsein kommt, ist dieses: die heilige Schrift steht dem Kriege näher, als wir gemeinhin anzunehmen gewohnt sind. Die Bibel ist uns nach der Gemütsseite das Buch des Friedens eine Erholung im wechselvollen Auf und Abdes irdischen Daseins. Darum überhören wir in gewöhnlichen Zeiten die Kriegsklänge, die in ihr rauschen. Und doch ist es auf der anderen Seite ganz selbstverständlich, daß 3er Krieg im biblischen Schrifttum eine ' bestimmte Rolle spielt. Hat er doch. das jüdische Volk von der Stunde seiner Geburt bis zur Auflösung des jüdischen Staatswesens unaufhörlich begleitet; erheben sich doch mitten aus kriegerischen Verwicklungen die Gestalten der großen Propheten des Judentums, die aus den Kriegen, die sie miterleben, die Kämpfe der Zukunft weissagen; ist doch David, der Psalmist, der die Menschheit beten gelehrt hat, ein Kriegsmann gewesen von den Tagen seiner Jugend bis in sein graues Alter, so daß es nicht Wunder nehmen kann, wenn der Ruf der Schlacht, Feind und Waffenlärm auch in seinen Psalmen an hundert Stellen widerklingen. So überzeugen wir uns bald. von der Tatsache, däli der Krieg der Bibel nichts Außergewöhnliches Ungeheuerliches bedeutet, sondern daß sie ihm als einem in der Natur der irdischen Dinge begründeten Ereignis mit Vorbedacht und sachlichen Erwägungen gegenüber steht. Wir haben bald nach Ausbruch des Krieges das 20. Kapitel des 3. Buches gelesen, das ich an einer anderen Steile „Das Armeeverordnungsblatt der heiligen Schrift" genannt habe. Es beginnt mit einer allgemeinen Einleitung, die kraftvoll betont, daß im Kriege das Zahlenverhältnis der streitenden Heere nicht ausschlag-. gebend ist: „Wenn du zum Krieg wider deinen Feind ausziehst und gewahrst Roß und Wagen, auch zahlreichere Mannschaften als du — fürchte dich nicltt vor ihnen!" Dann folgen zwei Anreden, von denen _ die eine, ,an der Grenze des Landes gehalten, implicite I — 11 eine ausgedehnte militärtechnische Maßnahme gewesen sein muß. Nachdem nämlich ein allgemeines Aufgebot sämtlicher wehrfähigen Männer vorausgegangen war, wurde von der Grenze des Landes wieder nach Hause geschickt, „wer ein neues Haus gebaut und noch nicht eingeweiht, einen Weinberg gepflanzt und noch nicht in Nießbrauch genommen, ein Weib sich verlobt und noch nicht heimgeführt hatte: auch wer sich fürchtet und feigen Herzens ist, der kehre um und gehe heim, damit er seine Kameraden mit seiner Zaghaftigkeit nicht anstecke". Es sind hier, mit den zuerst genannten drei Gruppen, diejenigen ausgeschieden, bei denen durch die Einberufung die Ordnung ihrer bürgerlichen und Besitzverhältnisse gefährdet war, nicht nur zu ihrem eigenen Schaden, sondern auch zu dem der Allgemeinheit. Nimmt man ferner die ausdrückliche Bestimmung des Talmuds hinzu, daß'diese nach Hause entlassenenen Soldaten für das Kriegsheer „Wasser nnd Nahrung zu liefern und die Straßen instand zu halten" hatten, so haben wir in ihnen nichts anderes, als die im Inland mit den Aufgaben des Truppentransports und der Truppenverpflegung beschäftigte Landwehr des alten Israel zu erblicken. Was weiter die „Feiglinge" anbetrifft, so sind es nach einer Ansicht diejenigen, die „in der Kriegsfront, angesichts der gezückten Schwerter, mitzukämpfen außer stände sind", nach anderer Apsicht alle Männer von 60 Jahren ah; demnach erscheinen mit diesen „Feiglingen" lediglich und nicht viel anders als bei uns die wegen Körperschwäche oder zu hohen Alters Untauglichen vom eigentlichen Kriegsdienst ausgemustert. Im Gegensatz zu der Anrede an der Grenze des Landes war die andere Ansprache, die des Feldpriesters vor der Schlacht, lediglich Ermahnung und Aufmunterung. „Hört Israeliten, ihr kommt heute zum" Kampf mit euren Feinden. Werdet nicht schwach und fürchtet euch nicht; laßt euch nicht verwirren und zittert nicht vor ihnen. Bedenkt, der Herr, euer Gott, ist mit euch, kämpft mit euch gegen euie Feinde und hilft euch." So lautet sie in wörtlicher Uebertragung, kurz und bündig, kernig und markig, und bringt nichts Anderes zum zielsicheren Ausdruck, als was jeder um eine gute Sache kämpfende Heerführer vor dem entscheidenden Schlage für seine Mannschaft empfinden mag. Finden wir in diesem 20. Kapitel, auch in den noch folgenden den Belagerungskrieg betreffenden Vorschriften, t e c h n i s ch e Kriegsmaßnah'men des alten Israel, so-—J<ommt in der zusammenhängenden Gesetzesgruppe Kapitel 21, 10 bis 25, 19 das >i . 1 - .'f ~- '•'';•]

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