Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-11-01 · Nr. 9 - November · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 9 - November
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6029080-6074265--1806-4865915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sich über die genaue Zahl der z. Zt. anwesenden Krieger, welche beurlaubt' werden konnten, zu informieren, und infolgedessen eine gemeinschaftliche Verpflegung in den Räumen nicht angezeigt erschien, hatten sich die Brüder und andere Gemeindemitglieder bereit erklärt, die Beurlaubten während der Feiertage in ihren Famiiien aufzunehmen. Es war Vorsorge getroffen, daß sämtliche Mannschaften in und um Metz, soweit es der Dienst zuließ, für die Feiertage beurlaubt wurden. Am Sonntag abend waren ca. 200 Soldaten aus allen Teilen unseres Vaterlandes und dem verbündeten Oesterreich in der Synagoge versammelt. Alle Chargen und Truppenteile konnte man erblicken; selbst Flieger und Chauffeure fehlten nicht, sowie Apotheker, und besonders zahlreich waren die -Stabsärzte vertreten. Auch waren zwei Feldgeistliche erschienen, unter ihnjen unser.Bruder Dr. Herrn. Chone aus Konstanz. Mitglied der Maimonides-Loge, Nürnberg. Br. Expräsident Dr. Netter wies in seiner Ansprache auf die ganz außergewöhnliche Art des diesjährigen Festes hin, daß so viele Familienväter und Söhne fern von ihren Lieben, zuni Teil in feindlichem Lande zubringen müssen. Nach dem Gottesdienste wurden die Soldaten, soweit als möglich, bei den Familien unserer Brüder untergebracht, um ihnen so einigermaßen die fehlende Heimat zu ersetzen. Der Rest wurde auf Kosten des Soldaienhcims in. den vorhandenen Restaurationen rituell verpflegt. Am zweiten Feiertage .hielt Br. Dr. Chone eine Festpredigt, in welcher er sich besonders an seine Kameraden wandte und einleitend auf den eigentümlichen Fall hinwies, daß in diesen ernsten Tagen der Seelsorger fern von seiner Gemeinde weilen müsse, und wie den fremden Soldaten die ferne Heimat ersetzt wurde durch den großen Opfersinn der Metzer Gemeinde. Am Nachmittag desselben Tages versammelten sich die Mannschaften in d;en Räumen unseres Militärhauses, woselbst sie unter der bewährten Leitung der Familie Goldschmidt und mehrerer unserer Schwestern bewirtet wurden. Feldgeistlicher Dr. Bärwald-München hielt eine tiefdurchdachte, zu Herzen gehende Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß der Krieg aus Haß entstanden sei, daß er aber Liebe erzeugt habe, Liebe zum Vaterland, Liebe zu Gott und und Liebe zu. dem Nächsten. Unvergeßlich für alle Zeiten werde es allen bleiben, mit welcher Nächstenliebe die Metzer Gemeinde der hier liegenden Soldaten sich annahm. Etwa 200 Soldaten waren zu dieser schönen Feier, welche einen herrlichen familiären Verlauf nahm, erjjtehienen, und wir hatten das Vergnügen, unter den . Anwesenden auch einige Brüder derMosellogebegrüßen zu können. Bruder Go,ldschmidt setzte den Soldaten die Gründe auseinander, aus welchen es nicht angängig war, die Soldaten, wie wir es gern gewünscht hätten, in unseren Räumen zu verpflegen; teilte den Mannschaften noch mit, daß in gleicher Weise äm Vorabend und Schluß des Versöhnungsfestes für die Truppen gesorgt werde, und brachte zum Schluß ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser aus, in welches alle Anwesenden begeistert einstimmten:. Unser w Präsident Br. Goldberg hieß die Anwesenden in Metz und' unseren Logenräumen herzlich willkommen, wies auf die Mission hin, welcne unser. Ördeir gerade im gegenwärtigen Kriege zu erfüllen habe, wüilschte allen, daß sie die Strapazen des Krieges mit Leichtigkeit ertragen, daß sie alle recht bald nach einem ehrenvollen Frieden gesund und wohlbehalten in ihre Heimat zurückkehren möchten, und daß unser Militärhaus bald in der Lage sein möge, in gewohnter söziajer Weise zu wirken. Im | Namen der anwesenden Soldaten dankte ein Gefreiter Seeligmann tür die schönt Feier und den herzlichen.Empfang, den die Truppen bei der Metzer Bevölkerung gefunden, jedem einzelnen, sah man es an den Augen an, daß er. still an seine Lieben daheim dachte, aber auch hier einen wirklichen Ersatz für die Heimat gefunden hatte,- und so darf unser Militärhaus mit Stolz an diese Tage zurückdenken. : i a ' Das Kriegsministerium hat uns wieder in hochherziger Weise aus der Krep pst i f t irn'g den Betrag von Mk. 250 überwiesen.- Auf dem hiesigen israelitischer! bereits zwei Opfer des Krieges b( stattet worden. Au der Beerdigung nahmen fast alle Brüder,' welcheabkömmlich waren, sowie sonstige üemei idcmitglieder teil Ueber die sonstigen Verhältn können wir Ihnen nur sagen, da Friedhof sind leider sse der Stadt Metz 5 die Stimmung im allgemeinen zuversichtjich und gJt ist. Die Stadt versorgt, und bewahrhaft hocliist hinreichend mit Lebensmittel tätigt sich auf jedem Gebiete ip herziger Weise. Auch die Stimmung der in dein Lazaretten befindlichen Verwundeten und Kranken ist im allgemeinen eine gute, und man hört durchweg den Wunsch äußern, recht bald wieder an die Wir bitten Sie, den 1. Brüdern bekannt zu geben, daß der unterzeichnete Präsident Br. Golcberg, Devantrles Pohts Straße 167, Telephonnummer sonstige unserer Brüder mit Vergnügen bereit sind, die Brüder, deren Angeh J-M — Front zu kommen, in geeigneter Weise Metz, Woippyer- 1564, sowie auch" jrige, Freunde

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.