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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-11-01 · Nr. 9 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 9 - November
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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fernst, des höchsten Amtes zu walten und einst ein Mitglied der hochwürdigen Großlöge zu werden. Keiner ist unter uns, der ihn an gefestigter Ueberzeugung, an glühender Hingabe übertraf; unsere Ideale erfüllten ihn mit so viel Reichtum und Stärke, daß ihm jedes Schwanken nicht nur selbst unmöglich war, sondern daß er vielleicht Gefähr laufen konnte, in heiligem Eifer der Schwäche und Unzulänglichkeit der noch nicht Gefestigten hier und da nicht vollauf gerecht zu werden, unbeschadet der Weichheit seines Herzens und der steten Hilfsbereitschaft seiner über alles menschenfreundlichen Persönlichkeit. Muß ich noch versichern, daß die hochwürdige üroßloge au diesem Mann, den wir ihr einstimmig und hoffnungsvoll vor wenigen Monaten als den Führer unserer Loge darboten, viel, unendlich viel verlor, daß hier Hoffnungen allzufrüh begraben wurden, denen die schönste Erfüllung bescliieden gewesen wäre? Ja wir stehen voll tiefer Trauer au der Bahre des Vollendeten, und wir weilen voll Schmerz bei diesem Gedanken in einer Zeit, wo ein ehernes Schicksal über den Erdball schreitet, wo die Blüte unserer Männer zu Tausenden von der Sichel des Todes gerafit wird, wo wir in gräßlichem, uns aufgedrungenem Ringen die Ehre und den Bestand unseres geliebten Vaterlandes verteidigen müssen. Auch der Verewigte ist ein Kämpfer gewesen, ein Kämpfer auf dem Felde des Fortschrittes, der Freiheit und Gesittung; auch er hat seinen Kampf wacker gekämpft und nicht umsonst gelebt und gelitten. Wie jeder gute, strebende Mensch hat er uns ein heiliges Vermächtnis hinterlassen, eine heilige Pflicht uns auferlegt — fortzuwirken in dem Geiste, der ihn bilebte und anfeuerte, der ihm die höchste Befriedigung schaffte und ihn uns zum herzlieben Freunde und Bruder machte. — * . | Trösten Sie sich denn in diesem Bewußtsein, alle die Sie hier treu und leidvoll zusammenkamen, Ver- wandle, Freunde und Sie, meine Brüder. Lassen Sie den Schmerz, daß dies Leben weit vor den natürlichen Grenzen enden mußte, milder werden, indem Sie sich gewärtig, halten, daß den Entschlafenen nun ein unsichtbares, doch starkes und ewiges Band mit uns verknüpft, daß er befreit von den Schlacken der Endlichkeit mit all seinen, guten "und freundlichen Eigenschaften für immer auf uns wirken wird. ' Gesegnet sei sein Andenken für alles, was er gewollt, gesegnet für alles,, was er vollbracht aus der Fülle seiner Menschenfreundlichkeit uiiJ Liebe!" Hierauf ergriff das Wort Hr. Expräs. Dr. Apf el.jim als langjähriger Freund das markante Bild des^erklärlen in seiner kräftvollen Persönlichkeit und edlen Menschlichkeit vor den Augen der BBr. und Freunde noch einmal erstehen zh lassen. Gewissenhaftigkeit und Treüe so führte der Redner aus - b Ideten deu" chäraki teristischen ürundzug des teuren Heimgegangenen. „Mit;dem Herzen Jude und Deutscher zugleich vereinte Ludwig Grünnvald in seinem ^Wesen eine überaus glückliche Synthese jüdischen omd. deutschen Wesens. — Seine Gründlichkeit; seine Treue zu dem, was er einmal als gut und richtig erkannt, seine Freude an kraftvoller Geselligkeit, sein tiefes Naturgefühl Waren echt deutsche Eigenschaften; .seine Wohltätigkeit, sein p etätvolltr Sinn, sein hinter derber Außenseite sich verbergendes sensibles Zartgefühl echt jüdische Eigenschaften. Und seine«Eigenschaften als Ben Brill? Steht er nicht Innen allen als,unübertreffliches Muster vor Augen? Unverbrüchlich fest stand er zu dem Ziel Unseres Orden*, nicht mit dem Wort nur, aber allzeit mit der Tat und vollem Herzen. Regelmäßiger Besucher unserer Atbeitssitzungen, beteiligte er sich an allen ernsten Aufgaben und war auch bei geselligen Veranstaltungen ein natürlicher, nie fehlender Mittelpunkt. — * Daher steht die Bergische Loge tief erschüttert diesem herben Verlust gegenüber, wird sie noch lange, sehr lange den Verlust dieses besten iluer. Brüder empfinden. Dem nachtastenden Worte ist es seh .ver, das Leben in seiner warmeri pulsierenden Wirklichkeit zu fasseu, zumal wenn es sich so strotzend, so bejahend, so wirklichkei.lsfroh darstellt, wie es bei dem Verstorbenen der Fall war. Denn Ludwig Grünewald war ein Optimist, ein Lebensbejiher sondergleichen, und so wollen wir sein Bild festhalten." li^ii^ll^llOli'^n^n^iiOil^ll^ii^il^ii^ll^ll^li^ll^lipii^n^il^n^ll^m»! I X Artikel und Berichte aus dem Verbände stehen unter Verantwortung der Hedaktion der Monatsberichte der Grossloge; t t Manuskripte für Einsendungen die unter dieser Rubrik erscheinen sollen, werden jedoch zuvor an die Adresse von » »•l'»l'«»<H»"«»M«»l i Aus dem Verbände der Frauenvereinisungen der U.O.B.B. Losen. fi—*.L,.t J D^^.^.L*n rm .. i* ilam 1/a«Am»*^a r/fili&fi unten rrt H «J iaj n r* 111 rtn rtar* hOi/n Wi"/i i iaf U/i rt i ■ t h c f i Ah ■ Man /?« .prlnnn Frau Julie S a 11 n g e r. Dresden-A., Cabelsberge.-str. 20, erbeten. Die Artikel und Mitteilungen dieser Rubrik konnten wegen Raummangels in dieser Nummer nicljt zum Abdruck gelangen. Die Redaktion

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