Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 9 - November
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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An unsere Brüder! Eine Anregung von Br. L n il W I Der unverfälschten Wahrheit zu dienen, ist eine Hauptaufgabe unseres Ordens. Dieser Pflicht zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit auch im öffentlichen Leben nachzukommen, ist heute für den einzelnen geboten und in hohem Maße veranlaßt. Daß die Feinde uns mit der Wucht der Waffe zu bekämpfen suchen, ist' ihr gutes Recht, denn es macht das Wesen des Krieges aus. Dali sie aber in ihr Arsenal Lüge und Verleumdung aufgenommen haben, verbittert den, KairpF, schadet der gesamten Menschheit und vernichtet Treu und Glauben, die heiligsten Güter unserer Kulturwelt. i .."i 'V-^J. / Noch viel weniger wie der einzelne Namen und Ehredurch Lästermund in den Kot ziehen lassen darf, kann dies ein ganzes Volk gestatten1. Wir Juden wissen, was es heißt, verleumdet uncr~b«scliimpfL_zu_ werden, wir haben die Macht der Lüge und Verdrehung durch Jahrtausende am Körper unserer Gemeinschaft verspürt, um nicht jetzt alles aufbieten zu müssen, um die Wahrheit über unser Vaterland im neutralen Ausland verbreiten zu helfen. - Unsere Großloge hat, soweit das in ihren Kräften stand, durch Verbreitung aufklärender Berichte im unparteiischen. Auslande zu wirken versucht und ist mit der Aufforderung, ein Gleiches zu tun, an die Logen unseres Distriktes herangetreten. Einen ebenso wichtigen Dienst kann der Allgemeinheit ein groller Teil unserer Brüder leisten. . j Holländer (Spinoza-Löge). , Wieviele haben gute Freunde und Bekannte im Auslande, mit denen sie brieflich und persönlich Beziehungen verbinden. Hier heißt es einzusetze 1 imd durch\einen freundschaftlichen Brief nicht nur aufzuklären, sondern auch einen Briefwechsel zu eröffnen; durch Aufrollung wichtiger Fragen Anregungen zu geben und eine schriftliche Aussprache zu ermöglichen. Wir wollen und dü/fen nicht schweigen. Das Vaterland und die Wahrhaftigkeit sind in Gefahr! Glaube niemand, ein anderer nehmt ihm die Pflicht zum Reäen ab, gebe sich keiner dem Wahn hin, gerade seine Beziehungen seien zu unbedeutend, um hier nicht helfen zu können. -. Wer Material braucht, wein Anregungen willkommen sind, der wende sich an die Großloge, welche ihn gern beraten wird. 1. AT*r-^rjiemand stehe heute 'zurück'," \s-o der Kampf der Wahrheit und Gerechtigkeit von einem jeden Mitarbeit und tätiges Interesse fordert! ) ' J , ) VC'iijeder eituelue bei der Aufklärung, nüt/en kann; 'irgiiit sieh . aus der Tatsache,. tlall Itr. t ■ men <!ut'l er - vc>n> seine Ii Binder.] iii Clevclaml Zeitungen erhallen hat, die m d'.ni-.hireundliehetn Sinne L'eh.ilteil »aren, und die einen Brief des Br. Tinu udurfvr *B seinen Bruder ■Smin Abdruck gebracht haben. Tür eine 2\vec'kinailig /u uesidiciide Varigkcit ertefleii aiieh'\ i-kuutt : Zentrale für Auslan.lsrJI*nst, Berlin >\V , Vt'illielni'traiV ' . Knegsausscitult der Dcuts:hen Industrie, B. iün \V.,*l-rtiksir.ti;Y.".!"■>. Büro de» Deutschen Handelslager, Berlin <.. Neu.■ I ne,!ric!i-)r d'.e ', I M. Organisation des Deut»clicitWcrki>undis, Bei Im VI Ii. SybtHreticrjJi -I 'ler im Die Flugblätter des ..Bür,n, Je- Deutschen I! tn.J.-i-t.ige»" ••n.t » vi der Handelskammer. Berlin NW7.!>..■•»■.■-:; >, tu bt/ichen: Israel Zangwill und der gegenwärtige Krieg. Von Dr. J. Elbügen (Berthold'Auerbach-Loge). '. Die „New York Times" bringen einen Kabelbericht aus London vom 9. September, der folgendermaßen lautet: „Israel Zangwill sandte an „The Standard" einen > Aufruf an -die Juden der neutralen Länder, die Ver-' bündeten gegen Deutschland zu unterstützen. Zangwill appelliert namentlich an die Juden von Amerika. . Er sagt: Obgleich der ungeheuerlichste Krieg rhenschlicher Geschichte „made in Germany" ist, und obgleich Deutschlands Verhalten im Kriege so barbarisch ist wie seine Gemütsverfassung im Frieden, bemerke ich zu meinem Bedauern, daß ein Teil der Judenheit in Amerika und in anderen neutralen Ländern Großbritannien und seinen Verbündetenseine Sympathie vorzuenlhalten scheint. Insoweit diese Juden von Geburt, deutsch sind, ist ihr Empfinden für Deutschland so verständlich wie das meine für England. Insoweit sie aber durch die Rücksichtnahme auf die Interessen der russischen Juden beeinflußt sind, denen Deutschland und Oesterreich ' die Gleichberechtigung .anbieten, muß ich ihnen sagen, daß'es besser ist, daß die jüdische Minderheit fortfährt zu leiden,- und daß ich weit eher meine eigenen Rechte als englischer Staatsbürger verlieren möchte, als dah das große Interesse der Zivilisation unter dem Triumph des preußischen Militarismus untergehen sollte. Indem ich dies sage, spreche ich nicht als britischer Patriot sondern «als Weltpatriot, voll Ver- , - Stimmung und Abscheu vor dem unmenschlichen Ideal des gothischen Uebermenschen. Ich sehe wohl, daß Deutschlands Preßagent Deutschland als den Hüter der Zivilisation malt und als einen Engel im Verzweiflungskampf gegen die aus Afrika und Asien eingeführten Horden von Wilden. Aber wenn wir schwarze Streitkräfte verwenden, so ge- - 135